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Rückblick

»Kultur ist Pflicht?! – Kulturförderung in sparpolitischen Zeiten«

Am 24. April 2025 lud die Regionalgruppe Rhein-Neckar der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. zur Podiumsveranstaltung »Kultur ist Pflicht?! – Kulturförderung in sparpolitischen Zeiten« in die Alte Feuerwache Mannheim ein. Anlass war die Ankündigung der Stadt Mannheim, die Mittel für die Kultur im laufenden Jahr deutlich zu kürzen – eine Entwicklung, die viele Kulturakteur*innen und kulturpolitischen Institutionen große Sorge bereitet.

Vor diesem Hintergrund diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Kulturpraxis und Institutionen mit großer Offenheit und Ernsthaftigkeit über die Zukunft der Kulturförderung in der Stadt. Auf dem Podium sprachen:

  • Gerhard Fontagnier (Grüne)
  • Markus Sprengler (SPD)
  • Angelika Baumgartner (Theater Oliv)
  • Valentina Jaffe (freie Künstlerin)
  • Inka Neubert (Theaterhaus G7)
  • Tillmann Pröllochs (Nationaltheater Mannheim)
  • Eric Carstensen (Akademie der Bildenden Künste Mannheim)

Die Moderation übernahm Janina Klabes.

Zwischen Kulturauftrag und Sparzwang – was wurde deutlich?

Ein zentrales Ergebnis des Abends: Die kulturpolitische Lage in Mannheim spitzt sich zu. Der Konsolidierungsdruck im Haushalt wirkt sich spürbar auf die freie Szene wie auch auf die institutionelle Förderung aus. Die kulturpolitischen Sprecher*innen der Gemeinderatsfraktionen betonten zwar die Bedeutung der Kultur für den sozialen Zusammenhalt, die Stadtentwicklung und die demokratische Debatte – doch es wurde ebenso deutlich: Der politische Handlungsspielraum ist begrenzt, und eine Priorisierung zugunsten der Kultur gelingt nur, wenn es dafür klaren gesellschaftlichen Rückhalt gibt.

Auf der anderen Seite artikulierten die Vertreter*innen der Kulturszene eindringlich, welche existenziellen Folgen die Kürzungen bereits jetzt mit sich bringen von personellen Engpässen über Projektstopps bis hin zur Erosion mühsam aufgebauter Strukturen. Besonders die jetzt schon prekären Arbeitsbedingungen und die fehlende Verlässlichkeit der Förderung, die im schlimmsten Fall zur Schließung erster Häuser und existenzieller Sorge führt.

Drei zentrale Ergebnisse aus der Diskussion

1. Kultur braucht klare Bekenntnisse – auch im Haushalt. Kulturförderung muss als strukturelle Aufgabe begriffen und gesichert werden – nicht nur in Hochzeiten der Konjunktur.

2. Neue Allianzen und Sichtbarkeit sind gefragt. Der Austausch zwischen Kulturinstitutionen, freier Szene, Zivilgesellschaft und politischer Ebene muss intensiviert werden. Gemeinsame Strategien können mehr Sichtbarkeit und Rückhalt schaffen. Die Szene muss dafür allerdings noch deutlich lauter werden.

3. Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik. Wer Kultur kürzt, riskiert gesellschaftliche Teilhabe, Bildung, Demokratie und kreative Stadtentwicklung – eine Haltung, die viele der Podiumsteilnehmer*innen teilten.

Ausblick: Kultur braucht Öffentlichkeit und gemeinsames Handeln

Die Veranstaltung machte deutlich: Kulturpolitik darf nicht zur einfach zu kürzenden Nebensache im Haushaltsplan werden. Gerade in Zeiten der Unsicherheit ist eine starke, sichtbare, handlungsfähige Kulturlandschaft essenziell – als Ort des Dialogs, der Begegnung und klaren Haltung zum Schutz der Demokratie.

Die Regionalgruppe Rhein-Neckar wird den Diskurs fortsetzen und sich weiterhin als Impulsgeberin für die kulturpolitische Vernetzung und Stärkung der Kulturszene in der Region einsetzen. Die Veranstaltung war ein Anfang. Jetzt braucht es weiterhin kontinuierliche Debatten, politischen Mut – und viele Mitstreiter*innen, die gemeinsam dafür einstehen, dass Kultur nicht nur Kür, sondern Pflicht ist.

Rückblick

Kultur für wirklich alle – Wem gehört die Kultur von morgen?

29. Januar 2024, halle02, Heidelberg

Die Kultur steht aktuell an einem Scheideweg: Leere Kassen, unzeitgemäße Förderstrukturen und wachsende gesellschaftliche Herausforderungen erfordern neue Ansätze. Wer bestimmt, welche Kultur gefördert wird? Wie können Vielfalt, Fairness und Innovation in der Kulturpolitik gestärkt werden? Und wie sichern wir eine lebendige Kulturlandschaft für kommende Generationen?

Diesen Fragen widmete sich eine Podiumsdiskussion im Rahmen des Diskussionsformats Denkarena mit:

Martina Pfister, Bürgermeisterin für Kultur, Bürgerservice und Kreativwirtschaft, Stadt Heidelberg Thorsten Riehle, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur, Stadt Mannheim Dietmar Schwarz, Intendant der Deutschen Oper Berlin
Pamela Schobeß, politische Sprecherin der Livekomm, dem Bundesverband für Clubs und Festivals in
Deutschland
Moderation: Peter Grabowski, der kulturpolitische reporter

Die halle 02, das Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und die Regionalgruppe Rhein-Neckar der Kulturpolitischen Gesellschaft organisierten ein Panelgespräch über die Zukunft der Kultur in Zeiten begrenzter Ressourcen, angeregt durch das Buch »Kultur: Wandel Impulse für eine zukunftsweisende Kulturpraxis«.

Die Debatte rund um Öffnung und Demokratisierung des Kulturbereichs ist nicht neu: 1979 veröffentlichte
der Frankfurter Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann sein visionäres Konzept einer »Kultur für alle«. Er forderte, kulturelle Angebote für breite Teile der Bevölkerung zugänglich zu machen und sie nicht als Privileg weniger, sondern als gemeinschaftliches Gut zu verstehen.

Über die Jahre hat sich die Idee hin zu einer „Kultur VON allen“ entwickelt, die auf aktive Teilhabe, Mitgestaltung und Diversität in der kulturellen Praxis setzt. Wir stehen vor der Herausforderung, Ideen für die Zukunft der Kultur in einer sich verändernden Gesellschaft zu entwickeln.

Die Denkarena ist ein neues Diskussionsformat, das kulturpolitische Debatten ermöglicht. Als Schwesterformat des Denkfestes, dem alle zwei Jahre stattfindenden regionalen Kultursymposium, fördern wir den Diskurs zu Kunst- und Kulturthemen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das nächste Denkfest findet am 8. und 9. Oktober 2025in Landau statt.