Das erste LandKulturPerlen-Büro startete 2017 als Modellprojekt.
Ausgangspunkt der »LandKulturPerlen« ist die Studie »Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen« (2015–2016) der Stiftung Universität Hildesheim, finanziert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit den Ländern Brandenburg, Hessen und Sachsen. In Hessen wurde daraufhin – unter Mitwirkung der LAKS Hessen (LAG der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren) – das lernende Modellprojekt »LandKulturPerlen« in Trägerschaft des Landesverbandes Kulturelle Bildung Hessen e.V. (LKB) entwickelt, zunächst mit einer Stelle mit Sitz in Kassel. 2020 wurden zwei weitere LandKulturPerlen-Büros eingerichtet, in Hessen Mitte und Süd.
Sukzessive wurde die Leistung der Regionalbüros ausgeweitet: In den ersten drei Jahren wirkte das Büro beratend und mit Mikrozuschüssen in ausgewählten Landkreisen im Norden Hessens. Mit den zusätzlichen Büros ab 2020 wurden Beratung und Vernetzung auf Interessierte in allen ländlichen Regionen Hessens ausgeweitet, während die Projektförderung weiterhin auf einzelne Landkreise fokussierte. Seit 2023 steht die Mikroprojektförderung flächendeckend allen ländlichen Räumen Hessens zur Verfügung. Mit dem Masterplan Kultur 2023 hat sich das Land Hessen vorgenommen, das Programm auszuweiten und zu stärken.
Ziele der Landesförderung »LandKulturPerlen« sind die Entwicklung qualitätsvoller Angebote und die Stärkung der kulturellen Infrastruktur, um Kulturelle Bildung und Teilhabe in ländlichen Räumen zu fördern.
Die drei »LandKulturPerlen«-Büros decken alle ländlichen Gebiete Hessens ab. Das Wirkungsgebiet des »LandKulturPerlen«-Büros in Bad Hersfeld umfasst den Nord-Osten Hessens und ist nach Thünen-Typisierung am ländlichsten: Die sechs Kassel umgebenden Landkreise werden als »sehr ländlich« charakterisiert. Das Gebiet des Büros in Gießen umfasst sieben Landkreise. In der Geschäftsstelle der LKB in Frankfurt hat sowohl die Programmleitung ihren Sitz als auch das Regionalbüro für den Süden Hessens, wobei sich sein Wirkungsgebiet auf die vier ländlich geprägten Landkreise in diesem ansonsten nach Thünen-Typologie überwiegend urban geprägten Raum bezieht.
Die Mikroförderung steht ländlichen Gemeinden (nach Thünen-Typologie) offen, wenn die Gemeinde bzw. Kernstadt weniger als 20.000 Einwohner*innen hat.
Gemäß der Stadt- und Gemeindetypologie des BBSR gelten die Sitzstädte der »LandKulturPerlen« Bad Hersfeld und Gießen als kleine bzw. große Mittelstädte (Kreisstädte) und Frankfurt am Main als große Großstadt.
Rechtsträger der drei Regionalbüros »LandKulturPerlen« ist die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. (LKB).
Die Regionalbüros arbeiten eng mit den Kulturverantwortlichen der Kreise zusammen, sofern es dort welche gibt. Diese sind auch in den Regionaljurys der »LandKulturPerlen« mit einer Person vertreten.
In zwei Regionalbüros der LandKulturPerlen gibt es zwei Regionalbeauftragte mit Teilzeitstellen, die jeweils für drei (in einem Fall 2) Landkreise zuständig sind. In Südhessen gibt es eine Regionalbeauftragte in Teilzeit und die Programmleitung in Teilzeit mit einem Anteil als Regionalbeauftragter. Eine Programmkoordination in Teilzeit arbeitet in der Geschäftsstelle. Alle Stellen sind unbefristet.
Die Regionalbüros verfügen gemeinsam über ein Sachkostenbudget für Konferenzen, Seminare, Kommunikation etc. in Höhe von rund 43.000 Euro jährlich. Für die Projektförderung in Form von Mikrozuschüssen stehen jeder Region rund 40.000 Euro zur Verfügung.
Die Regionalbüros »LandKulturPerlen« werden durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) in Form einer institutionellen Förderung über die LKB gefördert.
Seit der Erweiterung auf insgesamt drei Regionalbüros 2020 wurde der Förderbetrag immer wieder erhöht, 2023 stellt das HMWK rund 320.000 Euro bereit. Hinzu kommen die Projektfördermittel für die Mikroprojektförderungen in Höhe von aktuell bis zu 120.000 Euro pro Jahr.
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2020–2023): »Stadt- und Gemeindetypen in Deutschland«, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html (letzter Zugriff: 24.11.2023)
Wolf, Birgit/Schmidt, Ann-Kathrin (2020): ›LandKulturPerlen‹ – Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen Hessens. Zwischen Chancen und Grenzen«, in: Kulturpoltische Mitteilungen »Populäre Musik«, Heft 168 (I/2020), S. 71–73
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (2021): »Kulturprogramm: LandKulturPerlen bringen nun hessenweit Kulturelle Bildung in den ländlichen Raum«, 09.04.2021, https://hessen.de/presse/landkulturperlen-bringen-nun-hessenweit-kulturelle-bildung-in-den-laendlichen-raum (letzter Zugriff: 13.06.2023)
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (2023): Masterplan Kultur Hessen, https://wissenschaft.hessen.de/kultur-erleben/der-masterplan-kultur (letzter Zugriff: 26.10.2023)
Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. (2023): »LandKulturPerlen«, https://landkulturperlen.de/ (letzter Zugriff: 14.06.2023)
Thünen-Institut Forschungsbereich ländliche Räume (Hrsg.) (2023): »Thünen-Landatlas, Ausgabe 24/11/2023«, Braunschweig, www.landatlas.de (letzter Zugriff: 24.11.2023)
Internetseiten der Regionalbüros der LandKulturPerlen, zugänglich über https://landkulturperlen.de/
Befragung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst 2023 durch das IfK
Befragung der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. 2023 durch das IfK