20. Februar, 2026 – 22. Februar, 2026
Das 71. Loccumer Kulturpoltische Kolloquium will im Jubiläumsjahr der Kulturpolitischen Gesellschaft Bilanz ziehen und Herausforderungen der Zukunft diskutieren.
Am 10. Juni 2026 wird die Kulturpolitische Gesellschaft 50 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert hat sie sich dann für eine auf Bürgernähe, kulturelle Vielfalt und künstlerische Freiheit setzende Kulturpolitik engagiert. Sie war erfolgreich und konnte Maßstäbe setzen für eine konzeptbasierte Kulturpolitik, die der gewachsenen Bedeutung der Kultur in unserer Gesellschaft Rechnung trägt. Die Evangelische Akademie Loccum war mit ihren Kulturpolitischen Kolloquien zu Beginn der 70er Jahre zentraler Ort der Aushandlung dieser Neuen Kulturpolitik. Hier entstand auch die Idee zur Gründung der »Kulturpolitischen Gesellschaft« als Verband, der die neuen Ziele vorantreiben sollte. Deshalb soll Loccum auch der Ort sein, an dem das Jubiläumsjahr seinen Auftakt haben wird.
Das Thema des Kolloquiums vom 20. bis 22. Februar 2025 ist verheißungsvoll: »Bilanz ziehen – Kurs setzen. Grundzüge einer Kulturpolitik der Resilienz«. Der Diskursbogen ist weit gespannt: Von den Anfängen der Neuen Kulturpolitik in den 1970er Jahren, die als das Jahrzehnt gelten, in der sich die Industrie- zur Spätmoderne zu wandeln begann, bis zur krisengeschüttelten Jetztzeit, die einen noch größeren Epochenwandel ankündigen könnte und sicher geglaubte demokratische Errungenschaften in der Gesellschafts- und Kulturpolitik gefährden. Die Fragen sind: Wo konnten Ansätze der »Neuen Kulturpolitik« überzeugen und was haben sie bewirkt? Was sind die blinden Flecken, Widerstände und Verstrickungen der »Neuen Kulturpolitik«, die es aufzulösen gilt? Wie lassen sich im Geist der Neuen Kulturpolitik aktuelle kulturpolitische Herausforderungen bewerkstelligen? Aber auch: Welche Herausforderungen bringt die neue Zeitenwende mit sich und wie muss kulturpolitisch darauf reagiert werden? Bedarf es einer neuen Neuen Kulturpolitik, womöglich als »Kulturpolitik der Resilienz«? Wie könnte sie aussehen?
Das Kolloquium ist eine öffentliche Tagung und richtet sich an alle kulturpolitisch interessierten Personen und Institutionen. In diesem besonderen Jahr ist die Ev. Akademie aber auch ein Ort des KuPoGe-Diskurses, in dem es auch um das Erbe und die Zukunft dieser »Bürgerinitiative für Kulturpolitik« (Julian Nida-Rümelin) geht. Geplant sind am Samstagnachmittag deshalb auch themenspezifische Foren, um »Eckpunkte« für ein neues Grundsatzprogramm der Kulturpolitischen Gesellschaft zu diskutieren. Alle bisherigen Präsidenten und viele ehemalige und gegenwärtige Vorstandsmitglieder werden teilnehmen, um mit den KuPoGe-Mitgliedern und den an Kulturpolitik interessierten Teilnehmenden über die Frage ins Gespräch zu kommen, wie eine Kulturpolitik der Zukunft aussehen könnte und sollte. Von besonderem Interesse dürfte dabei der Vortag des neuen Präsidenten Prof. Dr. Markus Hilgert sein, in dem er seine Ideen für eine »Kulturpolitik der Resilienz« skizzieren wird.