Kurznachrichten Kultur

 

Kurznachrichten Juni 2026

 

Englisch schwindet

Die Welt wird auch im Wissenschaftsbereich zunehmend diverser. So ist der Anteil englischsprachiger Publikationen weiter zurück gegangen. Betrug er 1990 noch 94 Prozent, brachte er es 2025 lediglich auf 85 Prozent. Hintergrund ist nicht zuletzt der Bedeutungszuwachs neuer Sprachräume. So lag Indonesisch mit aktuell 2,69 Prozent bereits 2023 vor Deutsch mit aktuell 1,23 Prozent und Französisch mit 1,06 Prozent.

www.researchinformation.info

 

Sorbische Kulturdenkmale

Das mehrsprachige Wissensportal SORABICON des Sorbischen Instituts präsentiert materielle Zeugnisse der sorbischen Geschichte und Kultur im öffentlichen Raum in der der Ober- und Niederlausitz. Gegenwärtig enthält die Sammlung 78 Denkmale, Inschriften, Kunstwerke am Bau, Gedenkorte oder Skulpturen, davon 52 Objekte aus der Region Cottbus (Brandenburg) und 26 Objekte aus der Region Bautzen (Sachsen).

www.serbski-institut.de

 

Kunst im Bürgerauftrag

So nennt sich ein neues Förderprogramm des Kulturstiftung des Bundes, bei dem sich Bürger*innen vor Ort mit konkreten Anliegen zusammengetan haben, um Kunst für ihre Stadt oder Gemeinde zu beauftragen. Dabei kann Kunst vieles sein: ein Bauwerk, ein Theater- oder Tanzstück, die Gestaltung einer Landschaft oder auch die klassische Skulptur auf dem Markplatz. Bis 2028 stehen dazu Fördermittel in Höhe von 5 Mio. Euro bereit

www.kulturstiftung.de

 

Frankfurt muss sparen

Der Haushalt der Main-Metropole ist nicht mehr ausgeglichen. Einnahmen von rund 5,5 Mrd. Euro standen im letzten Jahr Ausgaben in Höhe von etwa 6 Mrd. Euro gegenüber. Die Budgetüberschreitungen betreffen vor allem das Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, das mit 186 Mio. Euro in der Kreide steht. Aber auch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft hat ein Minus in Höhe von knapp 20 Mio. Euro aufzuweisen.

www.stadt-frankfurt.de

 

Gerhard Baum-Menschenrechtspreis 2026

Die in Istanbul lebende türkisch-kurdische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin erhält den mit 10.000 Euro dotierten „Gerhart Baum-Menschenrechtspreis 2026“ der Gerhard und Renate Baum-Stiftung in Köln. Die Auszeichnung geht an Persönlichkeiten, die sich beispielhaft für den Kampf um die Menschenrechte und gegen den zunehmenden Rassismus und Rechtsextremismus einsetzen

www.koelnerkulturrat.de

 

  1. Liga für Konzerthaus?

Es ist noch gar nicht in Bau, da hat das Münchner Konzerthaus bereits für Wirbel gesorgt. Im bayerischen Landtag wurde sogar der Stolz des Ministerpräsidenten bemüht, schließlich sei er für die kostenbedingten Verzögerungen verantwortlich. Die Landeshauptstadt habe einst „in einer Liga mit Wien, Paris und London“ gespielt, aktuell steuere Markus Söder jedoch „eher in Richtung Liga Bottrop oder Gelsenkirchen“.

www.stiftung-konzerthaus.org

 

NS-Hinterlassenschaften keine Ware

Das Land NRW will den kommerziellen Handel mit persönlichen Hinterlassenschaften von Nazi-Opfern verbieten. Hintergrund der Initiative der Landesregierung war eine geplante Versteigerung im November 2025 in Neuss. Ein Aktionshaus wollte rund 600 persönliche Dokumente von Verfolgten des NS-Regimes und Holocaust-Opfern versteigern, darunter auch Judensterne und Gestapo-Karteikarten.

www.ruhr24.de

 

„Kunst nach Fünf”

So nennt sich das neue Angebot des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster, mit der das Haus einen 50-prozentigen Nachlass auf den normalen Eintritt ab 17 Uhr gewährt. Mit dem vergünstigten Abendticket für Kurzentschlossene können die Sammlung sowie vorschieden Ausstellungen in der Stunde vor der Schließung um 18 Uhr erkundet werden. Das Kunst-nach-Fünf-Ticket wird vorerst für die Dauer eines Jahres angeboten.

www.lwl-museum-kunst-kultur.de

 

Daten-Theater

Der Deutsche Bühnenverein hat anlässlich seines neuen Theaterstatistik-Portals in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Die deutschen Bühne“ das Themenheft „Daten-Theater“ herausgebracht. Es stellt Theater- und Werkstatistik vor, erklärt ihre Unterschiede und zeigt, welchen Nutzen beide Statistiken für Theater, Forschung und Kulturpolitik haben. Beiträge, Interviews und Grafiken erläutern zudem historische Entwicklungen und aktuelle Daten.

www.die-deutsche-buehne.de

 

Liebling Kino-Prämien

464 Kinos in Deutschland, die mit ihren Angeboten einen besonderen Beitrag zur Filmkultur leisten, erhalten in diesem Jahr Förderprämien in Höhe von insgesamt 7 Mio. Euro. Wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mitteilte, können die Prämien für den laufenden Betrieb, insbesondere für die Weiterentwicklung der kulturellen Programmarbeit, aber auch für investive Maßnahmen eingesetzt werden.

www.ffa.de

 

Kulturpreis Deutsche Sprache

Bereits zum 25 Mal wird in diesem Jahr der mit 35.000 Euro dotierte Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Preisträger*innen sind die Popsängerin und Musikproduzentin Annette Humpe, der Verein MundArt in der Kirche und das Erika-Fuchs-Haus als Museum für Comic und Sprachkunst. Mit der Auszeichnung werden Personen, Institutionen und Initiativen geehrt, die sich in besonderem Maße um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

www.kulturpreis-deutsch-sprache.de

 

Frauenkulturbüro restarted

Das Frauenkulturbüro hat sich neu aufgestellt. Nachdem die Förderung durch das Land NRW 2025 ausgelaufen war, erfolgte der Neustart weitgehend ehrenamtlich. Nach Umzug von Krefeld nach Düsseldorf wurde die Website überarbeitet und liefert nun erste Einblicke in die Aktivitäten der Akteurinnen. Der Anspruch bleibt der alte: „sich weiterhin für Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit in Kunst und Kultur einzusetzen“.

www.frauenkulturbuero-nrw.de/kontakt/

 

 

Ältere Nachrichten

 

Kurznachrichten Mai 2026

Buchläden nicht preiswürdig

Drei von einer Fachjury für den Deutschen Buchhandlungspreis nominierte Buchhandlungen sind von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wegen Extremismusverdachts von der Nominierungsliste genommen wurden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verwehrt sich dagegen, „die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen“.

www.boersenverein.de

 

KI-generierte Kunst schutzlos?

Ein von einer KI-Technologie geschaffenes visuelles Kunstwerk erhält in den USA keinen Urheberschutz. Geklagt auf Copyright hatte der Informatiker Stephen Thaler für das Werk „A Recent Entrance to Paradise“, das von seiner Dabus-Technologie geschaffen wurde. Kreative Werke müssen menschliche Urheber haben, um in den Vereinigten Staaten urheberrechtlich geschützt zu sein, so der Bescheid des Obersten Gerichtshofs.

www.reuters.com

 

Programmkonzentrierung

ARD und ZDF bündeln ihre gemeinsamen Programme und stellen dabei drei lineare Sender ein. Die Kanäle ARD alpha, Tagesschau24 und One sollen zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet werden, wie die Sender mitteilten. Grundlage ist der Reformstaatsvertrag, der aus Kostengründen eine Reduzierung der linearen Angebote und eine stärkere Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorsieht.

www.ard.de

 

Biennale-Jury wehrt sich

Obwohl der Präsident der Biennale-Stiftung ausdrücklich Israel und Russland zur Teilnahme eingeladen hat, ist seine Entscheidung bei der Jury auf Kritik gestoßen. Diese ließ verlauten, dass man davon absehe, „jene Länder bei der Preisvergabe zu berücksichtigen, deren führende Repräsentanten derzeit vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt“ seien. Inzwischen ist die Jury zurückgetreten.

www.labiennale.org/en/art/2026

 

Beuys-Nutzung abgekauft

Die Schloss Moyland mit seiner umfangreichen Sammlung von Beuys Werken hat sich nach einem langen Rechtsstreit mit der Witwe des Künstlers auf einen umfassenden Nutzungsvertrag geeinigt. Danach darf die zuständige Stiftung u.a. die Bestände erschließen, online veröffentlichen, vervielfältigen und für PR-Maßnahmen nutzen. Das Land NRW zahlt für die Nutzungsrechte 3,25 Mio. Euro.

www.mkw.nrw

 

Stiften gehen

Angesichts der finanziellen Sparvorgaben gehen die Landestheater in NRW neue Wege. So hat das Landtheater Detmold zu seinem 200-jährigen Bestehen eine eigene Stiftung bekommen. Das Fürstenhaus zu Lippe, die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, die Lippische Landesbrandversicherung AG u.a. haben ein Startkapital von 50.000 Euro bereitgestellt, um das Theater ideell und materiell zu stärken. Zustiftungen sind jederzeit möglich.

www.landestheater-detmold.de

 

Raubkunst-Violinen

Die Deutsche Stiftung Musikleben nimmt sechs Instrumente aus ihrem Musikinstrumentenfonds. Bei allen sechs Streichinstrumenten ist die Provenienz nicht geklärt. Es wird vermutet, „dass sie 1941 vom NS-Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Geobbels für ‘verdiente Künstler des Volkes‘ erworben wurden. Bis die Provenienz geklärt ist, werden die Violinen nicht mehr verliehen.

www.deutschlandfunkkultur.de

 

Oper Leipzig braucht Geld

UNISONO, die Interessenvertretung professioneller Musikerinnen und Musiker in Deutschland, hat an den Leipziger OB Burkhard Jung appelliert, sich für eine „langfristig tragfähige und nachhaltige Lösung für die sich zuspitzende Finanzlage der Oper Leipzig“, einzusetzen. Wenn die Stadt nicht zielgerichtet gegensteuere, würden Anzahl und Qualität der Aufführungen unter dem Spardruck leiden.

www.uni-sono.org

 

„Rampen Snack“

So nennt sich der neue Podcast des Theaters Hagen, der interessierten Theatergänger*innen Einblicke hinter die Kulissen vermitteln will. Darin kommen Künstler*innen, Gäste und Mitarbeiter*innen des Hauses zu Wort. Alle zwei Wochen können Hörer*innen die Theaterwelt mit aktuellen Neuigkeiten, persönlichen Gesprächen und Backstage-Geschichten gleichsam aus nächster Nähe erleben.

https://doppelwacholder.wordpress.com/

 

1 Mio. für Street-Art

Häuserfassaden werden zu Leinwänden, Straßen zu Ausstellungsräumen und ganze Stadtviertel zu Galerien unter freiem Himmel. Die Verbindung der urbanen Kunstwerke in mehreren Städten der Region soll 2027 über die Street-Art-Route Ruhrgebiet erfolgen, die mit knapp 1 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird. Das gab die Ruhr Tourismus GmbH als Projektträger bekannt.

https://presse.ruhr-tourismus.de/

 

Hamburg fördert Kulturaustausch

Das Referat „Internationaler Kulturaustausch“ der Behörde für Kultur und Medien fördert Projekte zwischen Hamburg und dem Ausland. Seit 2025 stehen zusätzlich 100.000 Euro für Teilhabe und Barrierefreiheit bereit. Eine Online-Beratung hilft Interessent*innen mit praktischen Hinweisen. Antragsschluss für Projekte, die im ersten Halbjahr 2027 beginnen, ist der 15. September 2026.

www.hamburg.de

 

Erweiterungsbau ade

Der beschlossene Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig ist auf Eis gelegt. Laut Kulturstaatsminister Wolfram Weimar möge man sich zukünftig stärker um die Digitalisierung der laufenden Bestände kümmern. Bislang sieht das entsprechende Bibliotheksgesetz vor, dass jedes in Deutschland erschienene Druckwerk in zweifacher Ausführung von der DNB gesammelt werden muss.

www.bibliotheksverband.de