Übersetzungshilfe für Buchmesse
Anlässlich des Gastland-Auftritts Chiles auf der Frankfurter Buchmesse 2027 wurde ein Programm zur Förderung literarischer Übersetzungen ins Leben gerufen. Danach können Verlage Fördermittel für die Übersetzung chilenischer Literatur ins Deutsche beantragen. Das Angebot ist eine Initiative des chilenischen Außenministeriums mit dem Ziel, den literarischen Austausch im Vorfeld des Ehrengast-Auftritts zu fördern.
Mehr Einbürgerungen
Knapp 292.000 Personen haben 2024 die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. In den kommenden Jahren werden es noch mehr, wie eine Befragung des Mediendienstes unter den 50 bevölkerungsreichsten Städten zeigt. Danach liegen aktuell über 220.000 offene Anträge vor. Zur Spitzengruppe der im letzten Jahr Eingebürgerten gehören Menschen aus Syrien, gefolgt von Ausgewanderten aus der Türkei und dem Irak.
https://mediendienst-integration.de/
Vital Village
So nennt sich ein Förderprogramm der Stiftung Niedersachsen, mit dem das Kulturleben im ländlichen Raum gestärkt werden soll. Sieben Gemeinden und Kulturinstitutionen können jeweils 30.000 Euro erhalten, um neuartige Kulturangebote zu entwickeln. Vernetzungsangebote sowie kostenfreie Beratungen in Kooperation mit dem Landesverband Soziokultur gehören ebenfalls zum Angebot. Die Bewerbungsfrist endet am 14. September.
Mehr Geld für Jüdisches Museum
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plant im Kulturetat 2025 zusätzliche Mittel in Höhe von rund 550.000 Euro für das Jüdische Museum Berlin ein. Das Haus sei „ein Ort der Geschichte und der Erinnerung – und damit zugleich eine Stimme gegen das Vergessen, ein Raum gelebter Vielfalt und ein Bollwerk gegen Antisemitismus“. Die das Museum tragende Stiftung wird vom Bund jährlich mit 24 Mio. Euro gefördert.
Sächsische Kulturstiftung fördert
154 Kunst- und Kulturprojekte können sich in diesem Jahr über zusätzliches Geld aus Dresden freuen. Nahezu jeder zweite Antrag erhielt durch die Fachbeiräte eine Förderempfehlung. Insgesamt unterstützt die Kulturstiftung in diesem Jahr mehr als 300 sächsische Kunst- und Kulturprojekte mit rund 2,4 Mio. Euro. Die nächste Antragsfrist für Projektvorhaben im ersten Halbjahr 2026 ist der 01.09.2025.
Wissensplattform Livemusikszene
LiveKulturWissen nennt sich die neue digitale Datenbank von und für die Livemusikszene, die sich als Kompass durch die pulsierende Welt der Szene versteht. Das von der Initiative Musik geförderte Angebot der Bundesstiftung LiveKultur möchte das Wissen und die Erfahrungen der Branche für Einsteiger*innen ebenso wie für erfahrene Macher*innen sichtbar und zugänglich machen.
Keine Wettbewerbsverzerrung
Im Streit mit „Lettre international“ um die Rechtmäßigkeit staatlicher Förderung hat das vom Institut für Auslandsbeziehungen herausgegeben Periodikum „Kulturaustausch“ Recht bekommen. Laut Oberverwaltungsgericht Berlin-Berlin Brandenburg sei eine Wettbewerbsverzerrung „nicht feststellbar“, da die Verkaufszahlen von „Kulturaustausch“ mit rund 1.500 Exemplaren keinen „relevanten Umfang“ erreichten.
Bariton auf Briefmarke
Die Deutsche Post hat eine Briefmarke mit dem Konterfei von Dietrich Fischer-Dieskau zum Nennwert von 1,80 Euro herausgebracht. Der weltberühmte Bariton wäre im Mai 100 Jahre alt geworden. Fischer-Dieskau war nicht nur in Opernrollen wie z.B. als Don Giovanni populär, sondern setzte auch als Liedinterpret Maßstäbe. Er war zudem als Dirigent und Musikschriftsteller aktiv.
Tanz als Heilung
Ein neuartiges Projekt an der Schnittstelle von Neurologie und Tanz bietet das Theater Luzern ab der kommenden Spielzeit an. Angeboten wird dann ein offener Tanzworkshop für Menschen mit „neurologischen Herausforderungen wie Parkinson oder Multipler Sklerose“. Geplant ist, die entsprechenden Workshops in drei Blöcken zwischen September 2025 und Mai 2026 auf der Probebühne der Luzerner Theaters stattfinden zu lassen.
Streit wegen Umbenennung
In Ingolstadt gibt es Streit wegen der Umbenennung des Georgischen Kammerorchesters. Der Klangkörper war im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion nach Ingolstadt übersiedelt und wird seitdem von Stadt und Land finanziell unterstützt. Nun wurde aus dem Georgischen Kammerorchester die Kammerphilharmonie Ingolstadt. Die Verantwortlichen versprechen sich von der Umbenennung ein „verbessertes Marketing“.
https://georgisches-kammerorchester.de/
Kleine Musikclubs in Not
Die LiveMusikKommission hat die übermäßig steigenden Energiekosten für kleine Musikclubs kritisiert. Hintergrund ist die bundesweite Umfrage von energiebezogenen Kennzeichen in Musikclubs, die der Bundesverband der Musikspielstätten erhoben hat. Danach verzeichnen im Verhältnis zur Veranstaltungszahl kleinere Clubs einen drei- bis viermal höheren Energieverbrauch als größere Venues.
Kunstausverkauf bei Bayer
De schwächelnde gesamtwirtschaftliche Lage gefährdet zunehmend die Existenz von Firmensammlungen. Nun hat es mit Bayer sogar einen Dax-Konzern erwischt. Dessen Collection wurde nun mit dem Hinweis auf eine „veränderte Arbeitskultur“ in Teilen veräußert. Die Auktion, bei der 800 Werke der mehr als 6.000 Objekte umfassenden Kunstsammlung unter den Hammer kamen, brachte rund 18,5 Mio. Euro.
Kulturelle Umwegrentabilität
Immer dann, wenn es für Kunst und Kultur förderpolitisch enger wird, sucht man nach zusätzlichen Argumenten für deren wirtschaftlichen Nutzen. So hatte das Theater Regensburg die Universität München beauftragt, die ökonomischen Effekte von Oper, Tanz und Theater zu eruieren. Dabei kam u.a. heraus, dass für jeden Euro, die die Stadt für ihr Theater ausgibt, etwa 1,6 Euro generiert werden, die von den Besucher*innen zusätzlich in der Stadt ausgegeben werden.
Spotify macht nicht reich
Im letzten Jahr haben auf dem Musik-Streamingdienst europäische Künstler:innen insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro an Tantiemen eingenommen. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen verschleiern allerdings, dass nur 0,4 Prozent der Künstler:innen die 10.000-Euro-Marke überspringen. Im Schnitt gibt es nur etwa 0,003 Euro pro Stream. Um 10.000 Euro zu erreichen, sind Millionen von Abrufen nötig.
Sozialistische Empörungskultur
Angriffe auf die Freiheit der Kunst durch einen neuen „Tugendterror“ befürchtet Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Die „freiheitsfeindliche Übergriffigkeit der Linken“ mit ihrer Cancel Culture sei dafür ebenso verantwortlich wie engstirnige „Kulturkampfreflexe“der Rechten, die weder „der Freiheit der Kultur noch der Kompetenz des Bürgers“ trauten, „sich ein eigenes Urteil zu bilden“.
Neues Musical-Theater
Wien soll eine neues Musical-Theater bekommen. Das „Theater am Prater“ ist ein Projekt der ATG Entertainment, die bereist weltweit 64 Spielstätten betreibt. Die neue Spielstätte soll behutsam in das historische Ambiente des Praters integriert werden, die bisherigen Musicalbsuche in der österreichischen Hauptstadt von 500.000 auf 1 Mio. jährlich verdoppeln und eine Wertschöpfung von 150 Mio. Euro erzielen.
Umbau der Bonner Bühnenlandschaft
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat eine Umstrukturierung der Bühnenlandschaft ab 2028 beschlossen. So sollen die Angebote stärker aufeinander abgestimmt und neue Zielgruppen erschlossen werden. Notwendig seien Veränderungen wegen des gesellschaftlichen und demografischen Wandels sowie des Sanierungsbedarfs der Theaterliegenschaften. Im Hintergrund stehen Konsolidierungszwänge im kommunalen Haushalt.
Kleine Rockfestivals unter Druck
Während sich große Events wie „Rock am Ring“ oder „Rock im Park“ steigender Beleibtheit erfreuen, müsse kleinere Open-Air-Veranstaltungen um ihre Existenz kämpfen. Im Gegensatz zu den großen Festivals mit bis zu 100.000 zumeist älteren Besucher*innen und Ticketpreisen von mehreren hundert Euro keinen kleinere Anbieter die stark gestiegenen Produktions- und Personalkosten nicht an die zumeist jüngere Klientel weitergeben.
www.bundesstiftung-livekultur.org
Musikstreaming-Plattformen abgabepflichtig?
Kulturstaatsminister Wolfram Weimar hat eine Abgabepflicht für Online-Plattformen ins Gespräch gebracht. Sein Vorschlag ist bei den Musikverbänden auf offene Ohren gestoßen. So fordern inzwischen PRO MUSIK, Deutsche Jazzunion, der Bundesverband Popularmusik und unisono, die Abgabepflicht auf alle Musikstreaming-Plattformen auszuweiten. Die so erzielten Einnahmen sollten in einen Fonds zur Förderung der lokalen Musikszene fließen.
fünf zu eins
So nennt sich eine neue Publikation der Kulturstiftung des Bundes, die ab sofort zweimal im Jahr „fünf Positionen aus Kunst und Kultur zu einer Frage der Gegenwart“ präsentiert. Die erste Ausgabe lässt sich inhaltlich von der Philosophie Hannah Arendt leiten, die im eigenen Handeln sinngemäß die Möglichkeit sah, „etwas Neues zu beginnen und etwas in der Welt zu verändern, auch unter widrigen Umständen“.
Internet-Kinder
Die Zahl der Kinder, die täglich im Internet sind, nimmt weiter zu. Laut der KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest sind mittlerweile mehr als die Hälfte der internetnutzenden Sechs- bis 13-Jährigen jeden Tag online. Der Anstieg um 7 Prozentpunkte seit 2022 geht vor allem auf das Konto der Acht- bis Neunjährigen, die vom Kindersender Kika und Super RTL zum Streamingdienst Netflix abwanderten.
Kino-Sonderförderung
Die Filmförderanstalt hat für rund 300 Kinos im Lande eine Sonderförderung in Höhe von 1,5 Mio. Euro beschlossen. Die Geld erhalten Lichtspielhäuser, die im vergangenen Jahr für ihr Programm ausgezeichnet wurden oder mit ihren deutschen und europäischen Filmen besonders hohe Besuchsanteile erzielen konnten. Hintergrund ist aktuelle Förderlücke auf Grund der vorläufigen Haushaltsführung des Bundes.
EMIL geht in die 2. Runde
Noch bis zum 8. August können sich Ladeninhaber*innen um den deutschen Preis für Schallplattenfachgeschäfte bewerben. Die Auszeichnung ist mit insgeamt 225.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien an bis zu 16 stationäre Schallplattenfachgeschäfte verliehen. Der Preis ehrt die Einrichtungen als „wichtige und gesellschaftliche Orte und rückt ihre Bedeutung für die kulturelle Vielfalt und Bildung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit“.
https://deutscher-preis-fuer-schallplattenfachgeschaefte.de/
Digitales Schriftgedächtnis
Selbiges sichern will ein Verbundprojekt der Deutschen Nationalbibliothek, der Berliner Kunstbibliothek, der Staatsbibliothek und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ziel ist die Digitalisierung und Bereitstellung von 6.350 historischen Schriftproben aus den Sammlungen der beteiligten Einrichtungen. Die DFG-geförderte Initiative ist ein erster Schritt hin zu einem umfassenden Portal für das typografische Kulturerbe Deutschlands
Neue Modelle für Kultur-Institutionen
So nennt sich ein neues Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes, „mit dem Kulturinstitutionen und Kommunen in ganz Deutschland ermuntert werden, sich auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorzubereiten“. Eine Fachjury wählte im Mai fünfzig Institutionen aus, die jeweils 50.000 Euro erhalten, um neue Modelle für interkulturelle Kooperationen und experimentelle Nutzungskonzepte für Kulturorte zu ermöglichen.
www.kulturstiftung-des-bundes.de