Wort des Jahres
Die „KI-Ära“ ist „Wort des Jahres“ 2025. Das gab die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt. Danach markiere „der zunehmende Einfluss von Künstlicher Intelligenz einen epochalen Wandel, vergleichbar mit der industriellen Revolution“. Auf den zweiten Platz schaffte es mit „Deal“ ein Lieblingswort des US-Präsidenten Trump, gefolgt von „Land gegen Frieden“ als Metapher für die Diskussion über einen möglichen Gebietsverlust der Ukraine.
Urban Studies
Die TU Darmstadt und die Goethe-Universität Frankfurt starten im Sommersemester 2026 den gemeinsamen Masterstudiengang „Stadtforschung – Urban Studies“. Das deutschsprachige Angebot bietet Studierenden die Möglichkeit, sich vertiefend mit der rasanten Entwicklung von Städten, deren komplexen Planung sowie deren zukünftigen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Bewerbungsfrist endet am 01.3.2026.
www.rhein-main-universitaeten.de
Weltkulturerbe Jodeln
Das Jodeln in der Schweiz ist in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Obwohl im gesamten Alpenraum gejodelt wird, hat das Schweizer Jodeln einen besonderen Charakter, weil es meist getragen und ruhig auf den Vokalen O, U und Ü gesungen wird. Bereits als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt sind Jodel-Traditionen aus Simbabwe und Georgien.
Kopftuchverbot in Österreich
Muslimische Mädchen in Österreich dürfen zukünftig bis zum Alter von 14 Jahren in öffentlichen Schulen kein Kopftuch mehr tragen. Laut Beschluss des Parlaments tritt die entsprechende Gesetzesänderung mit Beginn des Schuljahrs 2026/27 in Kraft. Nach Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) ist „das Kopftuch kein harmlosen Stück Stoff“, sondern „ein Zeichen der Unterdrückung“.
https://orf.at/stories/3414100/
Aufenthalt kostet 1 Mio.
Während US-Präsident Trump massenhaft illegale Einwander*innen abschieben lässt, sollen vermögende Ausländer*innen neues Geld in die Kassen des Staates spülen. Für den Betrag von 1 Mio. US-Dollar können sich qualifizierte Reiche aus dem Ausland ab sofort ein Aufenthaltsrecht in den USA erkaufen. Das „Gold Card“-Programm soll den USA mehr als 100 Mrd. US-Dollar in die Kassen spülen.
www.visum-usa.com/gold-card.html
Mehr Geld für Jüdisches Museum
Das Jüdische Museum in Berlin feiert 2026 seinen 25. Geburtstag. Aus diesem Anlass plant Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, dem Haus zusätzliche Mittel in Höhe von 450.000 Euro für das geplante Ausstellung- und Veranstaltungsprogramm zur Verfügung zu stellen. Die Trägerstiftung des Hauses wird jährlich mit rund 25 Mio. Euro aus dem Kultur- und Medienetat der Bundesregierung unterstützt.
Kinder lieben Kino
Kinder haben für die Kinos in Deutschland nach wie vor eine große Bedeutung. Laut einer Studie des Filmförderanstalt waren rund zwei Dritten der 6- bis 9-Jährigen in den letzten 12 Monaten wenigstes einmal im Kino. Die entsprechende Gesamtreichweite der Bevölkerung liegt bei lediglich 31 Prozent. Kinder im Haushalt sind nicht zuletzt Kinomotoren für Erwachsene, die doppelt so häufig Filme schauen, wie Menschen ohne Kinder.
Kleine Anfrage der AfD
Offensichtlich ist das Wirken vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen ein Dorn im Auge der Rechtpartei. Sie hat deshalb eine kleine Anfrage im Deutschen Bundestag (Drucksache 21/2583) gestartet, in der die Förderung von Nichtregierungsorganisationen durch die Bundeshaushalte abgefragt wird. Gleichsam unter „Generalverdacht“, Fördermittel nicht adäquat zu verwenden, stehen insgesamt 110 zivilgesellschaftliche Organisationen.
Talentförderung auf neuen Füßen
Das Kuratorium junger deutscher Film hat eine neue Richtlinie für die Talentförderung veröffentlicht. Danach wird das Kuratorium künftig zur zentralen, gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Einrichtung für den filmischen Nachwuchs in Deutschland. Allein der Bund unterstützt mit knapp 8 Mio. Euro aus Mitteln des BKM junge Filmschaffende bei der Herstellung ihre ersten beiden Filmvorhaben.
Deutsche Welle unerwünscht
Auf Empfehlung der russischen Staatsduma hat der Generalstaatsanwalt in Moskau die Deutsche Welle (DW) zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Das Medium gelte als „Vorreiter feindlicher russischer Propaganda“. DW-Intendantin Barbara Massing kritisierte den Beschluss und betonte, dass sich der deutsche Auslandssender nicht abschrecken lassen werde durch den „Versuch, freie Medien zum Schweigen zu bringen“.
Liebling Kino
Das gleichnamige Programm der Filmförderanstalt ist angelaufen. Es prämiert Besuchserfolge mit deutschen, europäischen und künstlerisch kreativen Filmen sowie besondere kulturelle Programmarbeit wie z. B. Schulkinoangebote oder Kurzfilmreihen. Knapp 500 Anträge auf Förderung sind eingegangen, die Ausschüttung soll im Frühjahr 2026 erfolgen. Insgesamt stehen für „Liebling Kino“ jährlich 7 Mio. Euro zur Verfügung.
Masterstudiengang Populärkulturen
Erstmals zum Sommersemester 2026 kann man an der Universität Heidelberg „Populärkulturen“ belegen. Im Zentrum des neuen Masterstudiengangs stehen kulturelle Erzeugnisse, Alltagspraktiken und gesellschaftliche Phänomene, die mit dem Aufstieg der Massenmedien zu beobachten sind. Das auf vier Semester angelegte Studienangebot richtet sich an Bachelor-Absolvent*innen mit entsprechenden Vorkenntnissen.
Kulturhauptstadt 2030
Das belgische Molenbeek bewirbt sich um den Titel „Kulturhauptstadt 2030“. Mit im Rennen sind ebenfalls Löwen und Namur. Damit stellt Belgien nach Antwerpen (1993), Brüssel (2000), Brügge (2002) und Mons (2015) zum fünften Mal eine europäische Kulturhauptstadt. Eine Entscheidung über die letztlich austragende Gemeinde soll nach Juryangaben noch im September erfolgen.
Sinkende EU-Zuwanderung
Erstmals seit 15 Jahren sind weniger Migrant*innen aus EU-Staaten nach Deutschland gekommen als gegangen sind (-34.000). Insbesondere die Zuwanderung aus Osteuropa ging zurück. Laut Statistischem Bundesamt trat das Phänomen bereits in den 1990er-Jahren bei den sogenannten „Gastarbeiterländern“ auf. Langfristig müsse von einem EU-Wanderungssaldo von Null ausgegangen werden.
https://mediendienst-integration.de
Kein Historiker*innentag
Nun hat das Gendern auch den Deutschen Historikertag erreicht. Auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung im September in Bonn hat sich der Verband der Historiker und Historikerinnen in Deutschland e.V. umbenannt. Er heißt nun „Tag der Geschichtswissenschaft“ und wurde als „bestes Zeichen für die demokratischen Konsenskultur“ mit einer Zweidrittel-Mehrheit in der Satzung verankert.
Deutsches Vielfaltsbarometer 2025
Immer weniger Menschen in Deutschland sehen die gesellschaftliche Diversität als Bereicherung. Nach dem Vielfaltsbarometer der Robert-Bosch-Stiftung waren es aktuell nur noch 45 Prozent der befragten Personen gegenüber 63 Prozent im Jahr 2019. Die niedrigsten Werte wurden übrigens in Thüringen, Sachsen und Meck-Pomm gemessen, während sich die Menschen in Schleswig-Holstein und NRW am offensten zeigten.
Förderung polnischer Kunst
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fördert weiterhin künstlerische und kulturelle Projekte mit polnischem oder deutsch-polnischem Bezug in Deutschland. Mit bis zu 20.000 Euro werden Vorhaben unterstützt, die hierzulande „polnische Kultur, Geschichte und Sprache sichtbar machen, die die deutsch-polnische Verständigung stärken“. Förderanträge können zweimal im Jahr eingereicht werden.
Festivalstudie erschienen
Vielfalt, Strukturen und Herausforderungen der Musikfestivals in Deutschland sind Gegenstand der ersten bundesweiten Festivalstudie. Das Kooperationsprojekt der Initiative Musik, der Bundesstiftung LiveKultur und des Deutschen Musikinformationszentrums zeigt: „Musikfestivals sind Orte kultureller Vielfalt, gesellschaftlicher Begegnung und regionaler Wertschöpfung“.
Kulturpreis für Monika Grütters.
Der Deutsche Kulturrat verleiht seinen diesjährigen Kulturpolitikpreis an die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Gewürdigt wird damit insbesondere ihr kulturpolitisches Wirken als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag. Monika Grütters war von 2013 bis 2012 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Deutsche Sprache in Europa
Nach Angaben der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist die deutsche Sprache nach Russisch die am meisten gesprochene Sprache in Europa. Schätzungen gehen von rund 95 Millionen Menschen aus, die Deutsch als Erstsprache nutzen, weitere 30 Millionen Menschen als Zweitsprache. Aktuell wird Deutsch in 15 europäischen Ländern gesprochen, davon in sieben Staaten als Amtssprache.
Kulturdachgarten
Selbiger ist in Fulda auf dem Parkdeck eines vormaligen Kaufhauses entstanden. Der Dachgarten bietet ein vielseitiges kulturelles Angebot für bis zu 350 Gäste. Zentraler Bestandteil ist eine offene Fläche mit Sitz-, Spiel-, Entspannungs- und Verschattungsmöglichkeiten sowie flexiblen Bühnensituationen. Ebenfalls vorhanden sind Gastronomiecontainer mit regelmäßigen Öffnungszeiten.
https://unsere-stadtimpulse.de/
Digitallabor für MiR
Das Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen erhält Geld für die Einrichtung eines Digitallabors. Das gab die Kulturstiftung des Bundes bekannt, die im Rahmen ihres Förderprogramms „Kunst und KI“ insgesamt elf Institutionen unterstützt. Beim MiR steht die Frage im Mittelpunkt, wie KI bei Inszenierungen Erinnerungen und Identitäten speichert, verändert oder löscht.
www.kulturstiftung-des-bundes.de
Online-Boom ungebrochen
Die Menschen in Deutschland verbringen aktuell durchschnittlich pro Woche 72 Stunden im Internet. Vor 5 Jahren waren es noch 56 Stunden Laut „Postbank Digitalstudie 2025“ ist dabei das Smartphone der zentrale Internetzugang. Vor allem die 18- bis 39-Jährigen sind dabei online, während viele Ältere eher zurückhaltender agieren. Immer mehr Internetnutzer*innen wollen zudem zukünftig ihre Zeit im Netz reduzieren.
Kölner Kulturerwartungen
Der Kölner Kulturrat hat junge Einwohner*innen der Domstadt zu ihren kulturellen Vorlieben und Wünschen gefragt. Danach sind die Befragten nur bedingt mit dem Kulturangeschehen vor Ort zufrieden, insbesondere Angebote im öffentlichen Raum werden vermisst. Was vor allem als Manko gesehen wird, sind Open-Air-Events, bezahlbare Kulturangebote und eine vielfältige, sichere Nachtkultur.