Aktuelles

Wahl Sprecher*innen-Team (KuPoGe BW)

Am 23.03.2026 wurde das neue Sprecher:innen-Team der KuPoGe Landesgruppe Baden-Württemberg gewählt. Wir gratulieren herzlich:

  • Dr. Marta Schmidt (KulturRegion Karlsruhe)
  • Laila Koller (LAKS Baden-Württemberg e.V.)
  • Clair Bötschi (YouTransfer e.V.)
  • Sven Reisch (Amt für Kultur Böblingen)
  • Jule Kriesel (Kulturregion Stuttgart)
  • Dr. Lars Henrik Gass (SMIC – Stuttgart Moving Image Center)
  • Denis Bury (Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg)
  • Elke Susanne Sieber (swsp transform)

Rückblick

PRESSE-MITTEILUNG

Kultur, Wirtschaft und Politik im Dialog
Diskussionspanel in Bruchsal setzt Impulse für gemeinsame Strategien

Eine stärkere Kooperation innerhalb und zwischen Wirtschaft und Kultur könnte nicht nur in Krisenzeiten einen gesellschaftlichen Mehrwert generieren, so ein Fazit aus der Podiumsdiskussion in Bruchsal. Einigkeit bestand darüber, dass man sich vernetzen und dazu die jeweiligen „Blasen“ verlassen müsse, um sich gegenseitig zu unterstützen und ein besseres Verständnis für eine andere gesellschaftliche Wirklichkeit zu gewinnen.

Zahlreiche Kulturfachleute, Bürgermeister und Kulturamtsleiterinnen sowie Wirtschaftsexperten und -expertinnen aus ganz Baden-Württemberg waren im Publikum, darunter auch Karlsruhes Kulturbürgermeister und Vorsitzender der KulturRegion Karlsruhe, Dr. Albert Käuflein, und die Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft Catalina Rojas Hauser aus Bonn. Oberbürgermeister Sven Weigt eröffnete die Veranstaltung im Bruchsaler Hubwerk01, bei der mit Hilfe eines Online-Tools auch Fragen aus dem Publikum gestellt werden konnten.

Wie lassen sich diese unterschiedlichen Expertisen und Sichtweisen, die im politischen und gesellschaftlichen Raum oft eher hermetisch nebeneinander existieren, in einen gemeinsamen Diskurs überführen? In ihren Eingangsstatements betonten alle Diskutierenden die wichtige Rolle, die Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft spielt, sei es als Standortfaktor für Industriebetriebe, als Wirtschaftsfaktor für die Kommunen und als wesentliche Bildung für Kinder und Jugendliche. Der Mut, den Künstlerinnen und Künstler in die Gesellschaft einbringen, könne dabei nicht hoch genug eingeschätzt werden, und werde in den Kreativabteilungen von Wirtschaftsunternehmen durchaus geschätzt. Kulturveranstaltungen und Kultureinrichtungen komme dabei nicht nur die Rolle der Unterhaltung und Anregung zu, sondern sie würden einen wesentlichen Teil unseres Selbstverständnisses in Deutschland als Kulturnation ausmachen.
Dies unterscheide uns wesentlich von den USA, wo kaum staatliche Unterstützung für Kunst und Kultur bestehe, wie der Unternehmer und aktuelle IHK-Präsident Volker Hasbargen auf dem Podium ausführte.

Die staatliche und kommunale Förderung stellte das Podium nicht in Frage, im Gegenteil; es herrschte Einigkeit, dass unsere Kulturlandschaft ohne diese Förderung nicht existieren kann und Künstlerinnen und Künstler auch Sicherheit brauchen, wie der Landtagsabgeordnete und Leiter des Karlsruher Max-Reger-Instituts Dr. Alexander Becker berichtete. Dennoch betonte die Heidelberger Bürgermeisterin Martina Pfister, dass in den herausfordernden krisenhaften Zeiten effizienter mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen werden muss und es dafür auch bereits Ansätze gibt.

Kultur ist auch ein Teilbereich der Wirtschaft, nicht nur durch die selbst erwirtschafteten Einnahmen der Kulturbetriebe, sondern auch durch die sogenannte Umwegrentabilität. Bürgermeisterin Pfister, Dezernentin für Kultur, Bürgerservice und Kreativwirtschaft der Stadt Heidelberg, führte aus, dass jeder geförderte Euro, beispielsweise bei den Musikfestspielen in Heidelberg, vier Euro in Form von Einnahmen in der Gastronomie und Hotellerie nach sich zieht. Auf die Frage, was Kulturbetriebe konkret von Unternehmern lernen können, berichtete der Intendant der Badischen Landesbühne, Wolf E. Rahlfs, dass für ihn ein anderer Blick auf die
Bedürfnisse des Publikums ein wichtiger Impuls aus einer Unternehmensberatung war. Gleichzeitig bleibe es ein Spagat, einerseits das „Stammpublikum“ mit tendenziell traditionellen Sehgewohnheiten anzusprechen, andererseits stetig neue Publikumsgruppen über ein inhaltlich zeitgenössisches Angebot zu erreichen. Die Kulturvermittlerin und Stuttgarter Stadträtin Sara Dahme berichtete von der wichtigen Funktion freier Kulturräume für gesellschaftliche Gruppierungen, die sonst keinen Platz finden und von der gelungenen Verstetigung solcher Freiräume.

Die neue Landesregierung sei noch nicht gebildet, die Sondierungen hätten gerade erst begonnen. Daher lasse sich zu dem Stellenwert der Kulturförderung noch nichts Belastbares sagen, wie Alexander Becker ausführte. Kulturförderung beansprucht nur ein Prozent des Landeshaushaltes, ähnlich ist es in den Kommunen. Dennoch werde es mutige Stimmen im Landtag und in den Kommunen benötigen, die Kultur weiterhin so zu fördern, damit das Programmangebot nicht abgeschmolzen werden müsse.

Die KulturRegion Karlsruhe in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., Landesgruppe Baden-Württemberg, mit Unterstützung der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal und der Badischen Landesbühne luden am Montagabend, den 23. März 2026 in das HubWerk01 in Bruchsal zum Diskussionspanel unter dem Titel „Kultur macht Mut! Neue Wege für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ ein. Die Moderation der Veranstaltung übernahm die Stuttgarter Journalistin Adrienne Braun.

 

Veranstaltungsrückblick:

Podium »Kultur macht Mut! – NEUE WEGE FÜR WIRTSCHAFT, POLITIK UND GESELLSCHAFT«

Mo, 23.03.2026 · 18:00 Uhr · Bruchsal (HubWerk01)

»Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts« – dieses bekannte Zitat bringt das Motiv der Veranstaltung auf den Punkt: Kultur als Inspirationsquelle, als identitätsstiftende Essenz und als gesellschaftlicher »Emulgator« für eine nachhaltige, resiliente Entwicklung von Region und Land.

Bei »Kultur macht Mut!« begegnen sich Wirtschaft, Kultur und Politik auf Augenhöhe, um neue Allianzen, Modelle und Lösungsansätze zu diskutieren: Was können die Bereiche voneinander lernen? Wie können sie sich gegenseitig unterstützen? Sind wir bereit für Transformation und neue Partnerschaften – und was kann Kommunal- und Landespolitik dazu beitragen?

Panel-Gäste:

  • Dr. Alexander Becker (Leiter Max-Reger-Institut Karlsruhe)

  • Sara Dahme (Kulturvermittlerin)

  • Volker Hasbargen (Präsident IHK Karlsruhe, Geschäftsführer Hasbargen GmbH & Co., Bruchsal)

  • Martina Pfister (Dezernentin für Kultur, Bürgerservice & Kreativwirtschaft Heidelberg; Kulturausschuss Deutscher Städtetag)

  • Wolf E. Rahlfs (Intendant Badische Landesbühne, Regisseur und Schauspieler)

Moderation: Adrienne Braun

Veranstalter: KulturRegion Karlsruhe in Kooperation mit der KuPoGe Landesgruppe BW (u. a. mit Unterstützung der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal und der Badischen Landesbühne)

Eintritt frei. Anmeldung bis 16.03.2026: https://eveeno.com/947123714

Nächster offener Jour fixe der KupoGe Landesgruppe Baden-Württemberg

Mittwoch, 25.02.2026 um 17:00 Uhr / online

Unser nächster offener Jour Fixe ist ein Netzwerk- und Austauschraum für alle, die sich für Kulturpolitik in Baden-Württemberg interessieren – Mitglieder und Nicht-Mitglieder, Kulturschaffende, Verwaltung, Initiativen, freie Szene, Institutionen.

Im Fokus stehen die aktuellen Herausforderungen: kommunale Finanznot, Druck auf Programme, Personal, Räume und Infrastruktur – und mit Blick auf die Landtagswahl am 08.03.2026 die Frage: Welche Themen, Erfahrungen, Argumente und Ideen müssen jetzt sichtbar werden?

Das Sprecher*innen-Team stellt sich kurz vor (Wahl am 23.03.). Wer die Landesgruppe näher kennenlernen und perspektivisch mitwirken möchte, ist herzlich eingeladen, dazuzukommen und ins Gespräch zu kommen.

Link zum Jour Fixe: https://lecture.senfcall.de/cla-ztd-myg-sxn

Nachhaltige Transformation – Wirkung verstehen und gestalten. Ein kreativer Austausch zwischen Kultur und Wirtschaft.

Sowohl in der Kultur als auch in der Wirtschaft lag der Fokus im Bereich Nachhaltigkeit bislang auf der Erfassung und Reduzierung von CO2-Emissionen. Zwar ermöglichen etablierte Bilanzierungsstandards eine verlässliche Berechnung des CO2-Fußabdrucks, doch diese Kennzahl allein greift zu kurz. Wie sieht der Beitrag von Kulturorganisationen zur nachhaltigen Transformation aus? Wie kann/soll deren Wirkung gemessen werden?

Diesen Fragestellungen widmete sich das interaktive Werkstattgespräch am 14. Mai 2025, initiiert und organisiert von der Landesgruppe Baden-Württemberg der Kulturpolitischen Gesellschaft, der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg und der Baden-Württemberg Stiftung. Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die rund 60 Teilnehmenden in den Räumlichkeiten der Baden-Württemberg Stiftung in Stuttgart.

 

V.l.n.r.: Dr. Olga Panic-Savanovic und Stephanie Hock im Gespräch mit Matthias Rausch Foto: Baden-Württemberg Stiftung

V.l.n.r.: Dr. Olga Panic-Savanovic und Stephanie Hock im Gespräch mit Matthias Rausch
Foto: Baden-Württemberg Stiftung

In ihrer Einführung betonten Dr. Olga Panic Savanovic, Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg, und Stephanie Hock, Landesgruppe Baden-Württemberg, die positive Wirkung und Rolle der Kultur- und Kreativbranche zur nachhaltigen Transformation. »Mit ihrer Gestaltungs-, Lösungs- und Vermittlungskompetenz ist sie ein zentraler Motor nachhaltiger Transformation. Die Kultur- und Kreativbranche reflektiert ökologische Themen nicht nur – sie inspiriert, konfrontiert, tritt in den Dialog, macht zugänglich, denkt weiter.« zeigte Stephanie Hock an Beispielen wie dem Kunstprojekt »Kirchheim unter Strom« des Medienkünstlers Sebastian Fleiter oder der Ausstellung »Critical Zones« des ZKM I Karlsruhe auf.

Dr. Olga Panic-Savonovic, Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg, ergänzte: »Der klassische Nachhaltigkeitsdiskurs fokussiert stark auf Vermeidung, Verzicht und Technologieentwicklung. Verzicht allein transformiert keine Systeme – er hält lediglich den Status Quo. Wir müssen also weg von der rein defensiven Frage ›Wie minimieren wir negative Auswirkungen?‹ hin zu einer aktiven Frage ‚›Wie schaffen wir positive, langfristige Wirkungen?‹«. Dieser Perspektivenwechsel erfordere Systemorientierung statt Symptombekämpfung, Wirkung statt Effizienz, Verantwortung statt Compliance, Kulturwandel
statt Technologiewandel sowie Langfristigkeit statt Quartalsdenken.

Drei Impulsvorträge beleuchteten die aufgeworfenen Themen und Fragen aus Praxis und Wissenschaft:
Ilona Schaal, Theater Rampe, zeigte eindrucksvoll u.a. am Beispiel der SoliDach Initiative, wie das Theater Rampe mit den Mitteln des Theaters Anwohner*innen überzeugte und 10 Dächer von Wohnungseigentümergemeinschaften im Stuttgarter Süden mit Photovoltaik ausstattete.

Stephan Schaller, Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production, stellte den Ansatz des Handabdrucks dar. Dieser fokussiert das positive Nachhaltigkeitsdenken als Komponente der Organisationsstrategie (z.B. Visions- und Inspirationsinstrumente, Innovationsmanagement) und stellt damit das Pendant zum Fußabdruck dar.

Matthias Rausch, EconGOOD Gemeinwohl Ökonomie Deutschland e.V., erklärte das Wirtschaftsmodell der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und ihre Tools wie der Gemeinwohl-Matrix. Als Alternative zum gegenwärtigen Wirtschaftsverständnis baut sie auf den Werten Menschenwürde, ökologische Verantwortung, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz
auf. In vier World-Café-Runden diskutierten anschließend die rund 60 Teilnehmenden aus Kultur und Wirtschaft die Thesen und ihre Auswirkungen auf ihre Berufspraxis.

— Stephanie Hock, Laila Koller und Clair Bötschi für das Sprecher*innenteam der Landesgruppe Baden-
Württemberg

Portrait

Die Sprechergruppe der Kulturpolitischen Gesellschaft Baden-Württemberg hat sich als Auftrag gesetzt, kulturpolitisch relevante Themen aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen. Die rund 150 Mitglieder in Baden-Württemberg verstehen wir als Netzwerk, die wir miteinander und mit weiteren Kulturschaffenden ins Gespräch bringen wollen. Unser Ziel ist es auch, fachliche Impulse für Kulturpolitik und Kulturbetriebe zu setzen, um einen wertvollen Erfahrungsaustausch zu erreichen. Der Großflächigkeit des Landes wollen wir gerecht werden, indem wir regional bezogene wie auch zentrale Veranstaltungen anbieten.

Die fünf Sprecher*innen kommen aus unterschiedlichen Bereichen wie der Kulturverwaltung, der Soziokultur, der Kunst und Kreativwirtschaft und sind ebenso in unterschiedlichen Regionen Baden-Württembergs zu Hause – unter anderem in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart.

Wir stehen als Ansprechpartner*innen für die Mitglieder und Kulturschaffenden in Baden-Württemberg zur Verfügung und sind offen für ihre Fragen, Bedarfe und Anregungen.

An einer Mitgliedschaft und Kooperation Interessierte sind herzlich eingeladen, mit der Sprechergruppe Kontakt aufzunehmen.

Sprecher*innen der Landesgruppe sind:

 

  • Dr. Marta Schmidt (KulturRegion Karlsruhe)
  • Laila Koller (LAKS Baden-Württemberg e.V.)
  • Clair Bötschi (YouTransfer e.V.)
  • Sven Reisch (Amt für Kultur Böblingen)
  • Jule Kriesel (Kulturregion Stuttgart)
  • Dr. Lars Henrik Gass (SMIC – Stuttgart Moving Image Center)
  • Denis Bury (Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg)