Clubkultur stärken!
Kulturpolitik zwischen Freiraum, Stadt und Governance

Clubs sind Motoren kultureller Innovation, Orte der Begegnung und Impulsgeber für eine lebendige Stadtentwicklung. Sie fördern musikalische Vielfalt, schaffen Freiräume für neue künstlerische Ausdrucksformen und prägen das kulturelle Profil von Städten. Gleichzeitig stehen sie unter wachsendem Druck: steigende Mieten, Nutzungskonflikte, Lärmschutz, Flächenkonkurrenz und komplexe Genehmigungsverfahren gefährden vielerorts ihre Existenz.

Wie kann Clubkultur als kulturelle Infrastruktur nachhaltig gesichert werden? Welche politischen Rahmenbedingungen braucht sie? Und wie können Kommunen, Kulturpolitik, Verwaltung und Clubszene gemeinsam die Zukunft urbaner Nachtkultur gestalten?

Die dreiteilige Webtalk-Reihe der Kulturpolitischen Gesellschaft bringt Expert*innen aus Kulturpolitik, Verbänden, Verwaltung und Clubszene zusammen. Sie diskutiert aktuelle Herausforderungen und zeigt Perspektiven für eine zukunftsfähige Club-Entwicklung auf – von der kulturpolitischen Anerkennung über geeignete Rahmenbedingungen bis hin zu Formen der Night Governance.

Die WebTalks finden an drei aufeinanderfolgenden Dienstagen jeweils von 16.30 bis 18.00 Uhr statt. Die Teilnahme an den WebTalks ist kostenlos, wir bitten aber um eine Anmeldung über unser Online-Formular.

Veranstalter, Förderer

Session 1: Clubkultur zwischen kultureller Infrastruktur, Demokratie und Stadtgesellschaft

 

15. September, 16.30 – 18.00 Uhr

 

Im Mittelpunkt der neuen WebTalk-Reihe stehen die kulturelle, gesellschaftliche und demokratische Bedeutung von Musikclubs sowie ihre Rolle als Orte kultureller Produktion, sozialer Begegnung und urbaner Entwicklung.

Mit nahezu 2.000 Musikclubs bilden sie bundesweit eine vielfältige kulturelle Infrastruktur. Sie sind Bühnen für musikalische Experimente und Nachwuchsförderung, Treffpunkte unterschiedlicher Milieus und Generationen sowie Räume, in denen kulturelle Teilhabe, Austausch und demokratische Aushandlungsprozesse stattfinden. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung gewinnen solche niedrigschwelligen Orte der Begegnung und des gemeinsamen kulturellen Erlebens zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stehen sie unter erheblichem Veränderungsdruck – und damit auch die Frage, welche Verantwortung Kulturpolitik für ihren Erhalt und ihre Weiterentwicklung trägt.

Die Inputs kommen im heutigen Talk von Christian Ordon (LiveKomm), Kordula Kunert (3K – Kordula Kunert Kulturmanagement) und Nina Graf (PRO MUSIK).

Impulsgeber*innen:

Christian Ordon

Geschäftsführer der LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)

Kordula Kunert

Projektmanagerin und Kulturwissenschaftlerin (3K – Kordula Kunert Kulturmanagement)

Nina Graf

Musikerin und Vorstandsvorsitzende von PRO MUSIK

Session 2: Was Clubs stark macht  – Förderung, Freiräume und gute Rahmenbedingungen

 

22. September, 16.30 – 18.00 Uhr

 

Musikclubs leisten kontinuierliche Kulturarbeit, dies aber häufig unter wirtschaftlich fragilen Bedingungen. Steigende Mieten, Energie-, Personal-, Sicherheits- und Produktionskosten treffen auf geringe Planungssicherheit und begrenzte finanzielle Spielräume.

Der zweite Webtalk richtet den Blick deshalb systematisch auf den konkreten Unterstützungsbedarf der Clubkultur. Dabei wird es um gute Rahmenbedingungen gehen, in denen eine starke Clubkultur wachsen kann. Wir werden uns über passende Fördermodelle unterhalten und den Schutz von Räumen sowie das Ermöglichen von notwendigen Investitionen diskutieren. Auch die Entwicklung von Austausch- und Beratungsstrukturen wird thematisiert.

Inputgebende sind Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend (Stadt Köln), Katja Lucker (Initiative Musik) und Berthold Seliger (Berthold Seliger – Büro für Musik, Texte und Strategien).

Impulsgeber:

Maria Helmis-Arend

Bürgermeisterin der Stadt Köln und Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Katja Lucker

Geschäftsführerin der Initiative Musik

Berthold Seliger

Konzertagent und Tourneeveranstalter

Session 3: Night Governance als Schlüssel für die Clubkultur von morgen

 

29. September 2026, 16.30 – 18.00 Uhr

 

Clubkultur ist eine Querschnittsaufgabe. Sie berührt Kulturpolitik ebenso wie Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Planung, Sicherheit, Mobilität und Beteiligung. Wie können diese unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt werden, um die urbane Nacht aktiv zu gestalten?

Der dritte Webtalk widmet sich dem Konzept der Night Governance und zeigt, wie kooperative Steuerungs- und Beteiligungsmodelle dazu beitragen können, Clubkultur langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit zwischen Clubszene, Politik, Verwaltung, Kultur und Stadtgesellschaft – mit dem Ziel, Konflikte frühzeitig zu bearbeiten, gemeinsame Strategien zu entwickeln und die Potenziale der Nacht für Kultur, Stadtentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu nutzen.

Robert Gaa (Stadt Mannheim / NachtKonsil), Nils Fischer (Stadt Leipzig) und Thore Debor (Clubkombinat Hamburg e.V.) gehören zu den Gästen der dritten WebTalk Session und bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven in die Diskussion ein.

Impulsgeber*innen:

Robert Gaa

Night Mayor von Mannheim und Sprecher des IG Nacht Konsils

Nils Fischer

Fachbeauftragter für Nachtkultur, Kulturdezernat der Stadt Leipzig

Thore Debor

Geschäftsführer, Clubkombinat Hamburg e.V.

Moderiert von:

Anke von Heyl

Kunsthistorikerin, Moderatorin und Kulturberaterin