KuDiNa³
Interview 4

Interview 4: Spielräume für Wirksamkeit: Gestaltende Verantwortung als kulturelle Praxis

mit Nils Hilkenbach (Kulturstiftung des Bundes), Aurélie Herbelot (Computerlinguistin) und Christian Tschirner (Dramaturg Schauspielhaus Hamburg)

Moderation: Uta Atzpodien (Kulturpolitische Gesellschaft) und Ilja Mirsky (Digitaldramaturg Residenztheater)

Im vierten KuDiNa³-Interview »Spielräume für Wirksamkeit: Gestaltende Verantwortung als kulturelle Praxis« tauschen sich die Computerlinguistin Aurélie Herbelot, der Dramaturg am Schauspielhaus Hamburg Christian Tschirner und für die Kulturstiftung des Bundes Nils Hilkenbach aus, der dort das Programm »Zero – klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte« leitet. Moderiert wird das Gespräch von dem (Digital-)Dramaturgen und vielseitig aktiven Ilja Mirsky und – für die Kulturpolitische Gesellschaft – von der Dramaturgin und Transformationsmanagerin Nachhaltige Kultur Uta Atzpodien. Gemeinsam gehen wir dem Zusammenspiel von Kultur, Digitalität und Nachhaltigkeit nach und kommen ihm über konkrete Beispiele näher, insbesondere über das vom Fonds Zero am Schauspielhaus Hamburg geförderte Projekt »Count down // Count on«. Ganz besonders im Fokus steht das Teilprojekt »Maschinenraum der Zukunft“, in dem eine Art Bühnen-WG entstanden ist, mit der Philosophin Eva von Redecker, der Computerlinguistin Aurélie Herbelot und dem Botchen, eine zusammen mit verschiedenen Gästen trainierte KI, mit der zahlreiche Themen diskutiert und progressive Zukunftsvisionen entstanden sind.

Folgende Fragen haben das Gespräch geprägt, begleitet und geleitet:

Wofür steht die Kulturstiftung des Bundes, ihre Programme zu Kultur, Digitalität und Nachhaltigkeit und konkret »Zero – klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte«? Welche Erfahrungen und inspirierende Beispiele gibt es? Was hat das Schauspielhaus Hamburg dazu bewogen, sich mit »Count down // Count on“ beim Fonds Zero zu bewerben, aus welchen Teilprojekten besteht es? Wie sind sich im dortigen »Maschinenraum der Zukunft« die Computerlinguistin Aurélie Herbelot, die Philosophin Eva von Redecker und die eigene KI, das Botchen begegnet? Sind dabei Gegennarrative entstanden? Inwiefern wurde das Unsichtbare sichtbar gemacht, bezüglich der Digitalität und der Nachhaltigkeit? Wie kann Kultur über explorative Räume eine gestaltende Verantwortung übernehmen? Zum Abschluss erfahren wir, welche Utopien sich für das Zusammenspiel von Kultur, Digitalität und Nachhaltigkeit manifestieren.

Zum KuDiNa³-Kontext:

Mit »KuDiNa³ – Zukunftsfähiges Zusammenwirken für Haltung, Zuversicht und Wandel« öffnet die Kulturpolitische Gesellschaft analoge und digitale Räume für einen Austausch zum zukunftsfähigen Zusammenspiel von Kultur, Digitalität und Nachhaltigkeit, gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Es baut auf Vorgängerprojekten wie  »Digitalität als neuer Treiber einer Kultur der Nachhaltigkeit (DNA 4_0)«  und »Auf dem Weg in die Next Society?! Kulturen der Digitalität für einen nachhaltigen Wandel« auf. KuDiNa³ setzt auf ein konstruktives Aushandeln für werteorientiertes Engagement, kollegialen Austausch und aktives Mitgestalten, ein Prozess, der in eine analoge Abschlussveranstaltung im Februar 2027 münden wird. Neben BLOG-Beiträgen und kollegialem Austausch ermöglichen sechs digitale Interviews Anregungen zu kreativen Modellen des Arbeitens und Handelns. Das erste Interview »Mit Technologien, aber wie?! Gemeinsame ethische und kreative Potenziale« startete mit Perspektiven eines Kunstschaffenden und einer Juristin, zu KI, Tech-Konzerne und Urheberrechten. Das zweite Interview »Kontext Kunst und Wissensproduktion: Das Digitale dekolonialisieren« baute auf den Erfahrungen des Festivals »Beyond Gravity. Decolonizing the Digital“ in Dortmund auf und ging mit den Festivalkuratoren der Frage nach, wie andere Beziehungsformen und eine Dekolonialisierung des Digitalen aussehen können. Mit »Glokale Werte: Kultur als nachhaltige Praxis« wurde deutlich, wie lebendig und engagiert Kompasse wie die SDGs oder die Erdcharta und andere Leitfäden lokal bis zu global zum Einsatz kommen und auch Teil des künstlerischen Gestaltens werden.

Links zum Interview 4:

https://aurelieherbelot.net/
https://www.botchen.org/
https://www.woz.ch/p/aurelie-herbelot
https://schauspielhaus.de/maschinenraum-der-zukunft
https://stadttheater-giessen.de/de/veranstaltungen/stuecke/versuch-uber-die-nachhaltige-ordnung-merkwurdiger-dinge/
https://schauspielhaus.de/maschinenraum-der-zukunft
https://www.kunstsammlung.de/de/exhibitions/holly-herndon-mat-dryhurst
https://algorithmwatch.org/de/ressourcenverbrauch-von-ki/
https://algorithmwatch.org/de/ki-klimaschwindel/
https://sustain.algorithmwatch.org/en/
https://www.weizenbaum-institut.de/media/Publikationen/Einzelpublikationen/Broschuere_ki-mythos-kritik.pdf
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/KI/Generative_KI-Modelle.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Dr. Aurélie Herbelot

Computerlinguistin

Christian Tschirner

Dramaturg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Nils Hilkenbach

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Programms »Zero – klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte«, Kulturstiftung des Bundes

Ilja Mirksy

Dramaturg und Digitaldramaturg, Residenztheater München

Dr. Uta Atzpodien

Projektleiterin KuDiNa³, Kulturpolitische Gesellschaft e.V.