Profilblatt

Regionalbüros der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg

Die Regionalbüros der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg (PKB) wurden 2013 etabliert.

1. Geschichte und Kontext

Die PKB wurde 2010 als Netzwerkprojekt von mehr als 90 kulturellen und kulturpädagogischen Einrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstlern Brandenburgs in Trägerschaft von Kulturland Brandenburg e.V. gegründet und ist seit 2022 integraler Bestandteil der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH in Potsdam. Im Jahr 2013 nahmen die drei Regionalbüros in Potsdam, Lübbenau und Eberswalde ihre Arbeit auf.

Die PKB fungiert als zentrale Fachstelle für generationsübergreifende Kulturelle Bildung des Landes Brandenburg.

In den Jahren 2015–2021 lag ein inhaltlicher Schwerpunkt im Rahmen des bundesweiten Programms »Kreativpotentiale im Dialog« der Stiftung Mercator auf dem Bereich Kulturelle Bildung und Schule. Die PKB begleitet zudem seit 2015 das Landesförderprogramm »Kulturelle Bildung und Partizipation« des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK), das zu diesem Zeitpunkt erstmalig mit einem Fördervolumen von 100.000 Euro aufgelegt und sukzessive bis auf 500.000 Euro im Jahr 2025 erhöht wurde. Die PKB wurde 2018 um eine Beratungsstelle zum Bundesförderprogramm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« erweitert. 2022 legte sie die Mikroförderung »KulturCracks – Junge Jury Brandenburg« auf und setzt seit 2024 zusätzlich den Experimentalfonds des MWFK um.

Ziel ist es – gemäß der kulturpolitischen Landesstrategie –, allen Menschen in Brandenburg kulturelle Bildungsangebote zugänglich zu machen und ihnen eine aktive Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen.

2. Die Wirkungsgebiete und Grad ihrer Ländlichkeit

Die drei Regionalbüros der PKB decken das gesamte Land Brandenburg ab. Das Büro in der Großstadt Potsdam ist zuständig für die Region Nordwest, in welche die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Havelland, Prignitz, Ostprignitz-Ruppin sowie die kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel und Potsdam fallen. Das Regionalbüro in der Mittelstadt Eberswalde ist zuständig für die Region Nordost, zu der die Landkreise Oberhavel, Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree sowie die Stadt Frankfurt (Oder) zählen. Für den Süden des Landes mit den Landkreisen Teltow-Fläming, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und der Stadt Cottbus ist das Regionalbüro in der Kleinstadt Lübbenau zuständig.

Am ländlichsten sind laut Thünen die Landkreise Prignitz und Elbe-Elster, die als einzige als »sehr ländlich« kategorisiert werden. Tendenziell gilt: je weiter weg von Berlin (an das alle Regionen grenzen), desto ländlicher. Eine klare Aussage, welche der Region am ländlichsten ist, kann nicht eindeutig getroffen werden. Die Region Nordost scheint am wenigsten ländlich zu sein, auch auf Grund der Tatsache, dass die Region nach Thünen keine »sehr ländlichen« Landkreise umfasst.

3. Durchführende Träger / Rechtsform

Rechtsträger der PKB und ihrer Regionalbüros ist die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH (BKG) mit Sitz in Potsdam.

4. Administratives Verhältnis zu Kreisverwaltungen

Es besteht keine administrative Verbindung der Regionalbüros zu den Kreisverwaltungen in ihrem Wirkungsgebiet. Die Regionalbüros der PKB stehen in regelmäßigem Austausch mit Kulturverantwortlichen der Kreise.

5. Aufgaben der Regionalbüros der PKB

Als Fachstelle für generationsübergreifende Kulturelle Bildung sind die Regionalbüros der PKB für folgende Aufgaben zuständig:

  • Unterstützung der Ansprache aller Altersgruppen von der Frühkindlichen Kulturellen Bildung bis zur Kulturgeragogik
  • inhaltliche Beratung von Kulturschaffenden und kulturellen sowie bildenden Einrichtungen im Land Brandenburg
  • aktive Netzwerkarbeit für die Kulturschaffenden des Landes und Erhöhung ihrer Sichtbarkeit
  • Vertretung des Themenfeldes Kulturelle Bildung auf lokaler, regionaler, landes- und bundesweiter Ebene
  • Impulssetzungen und Angebot von Weiterbildungen zur Professionalisierung und zu aktuellen Themen der Kulturellen Bildung, z.B. Diversität, Transformationsprozesse, Schnittstellen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, zur politischen Bildung und Erinnerungskultur
  • fachliche Impulssetzung und Austausch mit dem Bildungssektor zur Stärkung der Kulturellen Bildung an Schulen bzw. der kulturellen Schulentwicklung
  • Austausch und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachverbänden
  • inhaltliche und organisatorische Koordination des Förderprogramms »Kulturelle Bildung und Partizipation« des MWFK sowie des Experimentalfonds des MWFK für innovative Kulturformate. Die Auswahl trifft eine externe Fachjury.
  • Durchführung des Stipendienprogramms »MAX – Artists in Residence an Brandenburger Schulen« an aktuell vier Schulen in Brandenburg
  • Durchführung der Mikroförderung »KulturCracks – Junge Jury Brandenburg« mit regionalen Jugendgremien
  • Vorbereitung der Mittelvergabe zu den genannten Landesförderungen, die durch die BGK als Trägergesellschaft erfolgt
  • Beratungen zum Bundesprogramm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« (seit 2018)
  • Austausch mit Politik und Verwaltung zu Belangen der Kulturellen Bildung

6. Instrumente, Formate und Arbeitsweise

  • aufsuchende Beratungstätigkeit bei Kulturschaffenden im ganzen Land zum Themenfeld der Kulturellen Bildung
  • Durchführung unterschiedlicher Veranstaltungsformate für inhaltliche Impulse und Wissenstransfer: Tagungen und Fachtage, Vernetzungsveranstaltungen, lokale und landesweite Netzwerktreffen
  • Durchführung analoger und digitaler Fortbildungen für Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Kulturschaffende
  • Durchführung eines Begleitprogramms für das Landesförderprogramm »Kulturelle Bildung und Partizipation«: Informations- und Beratungsformate, digitale Veranstaltungen zur Vernetzung und administrativen Unterstützung der geförderten Projekte, jährliche Festveranstaltung (Kubinale)
  • Mitwirkung in Arbeitsgruppen, Gremien und Jurys auf lokaler und regionaler sowie landes- und landesübergreifender Ebene
  • Entwicklung der Kubi-Karte, eines landesweiten digitalen Mappings zum Thema Kulturelle Bildung
  • Dokumentation von Arbeitsergebnissen in Podcasts (»Kultur versuchen«, »Land sichten«), Blog, Broschüren und Handreichungen
  • regelmäßiger Austausch mit Politik und Verwaltung

7. Personelle und finanzielle Ausstattung

  • entfristete Stellen: drei Vollzeitstellen (à 40h), eine Projektmitarbeitsstelle (30h), eine Projektmitarbeitsstelle für Öffentlichkeitsarbeit (10h)
  • unter dem Vorbehalt der Bereitstellung von Haushaltsmitteln Sachkostenbudget für operative Tätigkeiten wie Veranstaltungen im ganzen Bundesland
  • Budget für Projektförderung/Mikrozuschüsse des Förderprogramms »Kulturelle Bildung und Partizipation« des MWFK (jährlich aktuell 500.000 Euro) zur Ermöglichung eines lebensphasengerechten Zugangs zu kreativen Bildungsprozessen und ästhetischen Erfahrungen sowie des Experimentalfonds des MWFK für innovative Kulturformate. Dieses Förderinstrument unterstützt mit einer jährlichen Gesamtsumme von 100.000 Euro zivilgesellschaftliche Gruppen mit Fördermitteln und einer mediatorischen Begleitung bei der Aktivierung neuer lokaler Zielgruppen im Bereich der Kultur
  • zusätzliche Drittmittel für Projektvorhaben wie MAX und KulturCracks

8. Finanzierung der Regionalbüros der PKB

  • institutionelle Förderung der BKG durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die Landeshauptstadt Potsdam
  • zusätzliche Finanzierungsquellen: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Beratungsstelle »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«
  • projektbezogene Förderungen durch Stiftungen und weitere öffentliche Mittel

 

Quellen

Auswärtiges Amt (Hrsg.) (2024): Vierter Staatenbericht zur Umsetzung der UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005 in und durch Deutschland, hier insbesondere S. 71ff.:
https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_2024_Vierter_deutscher_Staatenbericht_Vielfalt_kultureller_Ausdrucksformen.pdf (letzter Zugriff 3.9.2025)

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2020–2023): »Stadt- und Gemeindetypen in Deutschland«, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html (letzter Zugriff: 04.09.2025)

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg (Hrsg.) (2024): Kulturpolitische Strategie des Landes Brandenburg 2024, hier insbesondere S. 19:
https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Kulturstrategiebf.pdf (letzter Zugriff 3.9.2025)

Plattform Kulturelle Bildung Brandburg: Kubi-Karte, www.kulturelle-bildung-brandenburg.de (letzter Zugriff 3.9.2025)

Thünen-Institut Forschungsbereich ländliche Räume (Hrsg.) (2023): »Thünen-Landatlas, Ausgabe 24/11/2023«, Braunschweig, www.landatlas.de (letzter Zugriff: 04.09.2025)

Internetseiten der Regionalbüros der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg: www.plattformkulturellebildung.de

 

 

Infos für die interaktive Karte

Regionalbüro Lübbenau

Kontakt:

Kulturzentrum GLEIS 3

03222 Lübbenau/ Spreewald

Tel: 0176/702 241 51

Mail:

www.plattformkulturellebildung.de

 

Regionalbüro Eberswalde

Kontakt:

Thinkfarm Eberswalde Coworking space

16225 Eberswalde

Tel: 0176/72613906

Mail:

www.plattformkulturellebildung.de

 

Regionalbüro Potsdam

Am Neuen Markt 9c

14467 Potsdam

Tel: 0176/726 13 925

Mail:

www.plattformkulturellebildung.de