Am 10. Juni 2026 wird die Kulturpolitische Gesellschaft 50 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert hat sie sich dann für eine auf Bürgernähe, kulturelle Vielfalt und künstlerische Freiheit setzende Kulturpolitik engagiert.
Wir haben den Weg bereitet für die Anerkennung neuer kultureller Initiativen und Praxen, einschließlich der kulturellen Bildung. Wir haben uns eingesetzt für mehr Liberalität und Pluralität, für Staatsferne und für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements.
Wir konnten Maßstäbe setzen für eine konzeptbasierte Kulturpolitik, die der gewachsenen Bedeutung der Kultur in unserer Gesellschaft Rechnung trägt. Davon zeugt auch unsere Aktivitätsbilanz:
Mit über 1.000 kooperativ durchgeführten Veranstaltungen, Fachtagungen und Kongressen haben wir Kulturpolitik zu einem öffentlichen Thema gemacht. Die »Kulturpolitischen Mitteilungen« und unsere Schriftenreihen bürgen für Nachhaltigkeit und Qualität kulturpolitischer Fachdebatten. Keine andere Institution in Deutschland hat sich auf diese Weise als diskursiver Faktor der Kulturpolitik etabliert. Über 150 Projekte stehen darüber hinaus für praxisnahe Informationsrecherchen, wissenschaftliche Untersuchungen und Qualifizierungen, die seit 30 Jahren ihre institutionelle Verankerung in unserem Institut für Kulturpolitik haben. Unsere Landesgruppen sorgen für die Aktivierung des kulturpolitischen Diskurses in vielen Regionen Deutschlands. Durch die Kontaktstelle CERV Deutschland, den Creative Europe Desk KULTUR und das Compendium of Cultural Policies and Trends in Europe sind wir im europäischen Raum förderungspolitisch und vernetzend aktiv. Mit unseren Auszeichnungen und dem Preis »KULTURGESTALTEN« konnten wir von Beginn an kulturelle Initiativen stärken.
Als Verband von über 1.400 Mitgliedern ist es uns gelungen, viele Reformideen im Netzwerk der Kulturpolitik einzubringen. Unsere Leitidee »Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik« ist dabei aktueller denn je. Zwei umfangreiche Jubiläums- bücher zur Organisationsgeschichte und zur Diskursgeschichte der Kulturpolitischen Gesellschaft dokumentieren dies auf beeindruckende Weise.
Unser Jubiläum am 10. Juni 2026 in Berlin steht in der Kontinuität dieser Geschichte. Ihre Wertschätzung und ihre Fortsetzung im Sinne einer den neuen Realitäten angepassten Konzeption ist unser Ziel.