Kulturpolitische Gesellschaft e.V.

 

Jahrbuch für Kulturpolitik 2014

Jahrbuch für Kulturpolitik 2014

Band 14 – Neue Kulturförderung

 

Herausgegeben für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. von Norbert Sievers • Bonn / Essen: Klartext Verlag 2015 • 452 Seiten • 19,90 Euro • ISBN 978-3-8375-1396-7

 

Mit der Neuen Kulturpolitik hat sich auch die Kulturförderung im engeren Sinne verändert. Auffällig ist insbesondere, dass die institutionelle Förderung von Einrichtungen und wiederkehrenden Veranstaltungsformaten zunehmend ergänzt und z.T. auch ersetzt wird durch eine zeitlich befristete projekt- und programmbezogene Förderung. Obwohl es zur quantitativen Dimension dieser Veränderung keine verlässlichen Daten gibt, lässt schon die Auflistung der bekanntesten Fördertöpfe auf Europa-, Bundes-, Länder und kommunaler Ebene erkennen, dass in der Summe ein Betrag von mehreren Hundert Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen dürfte, um Kulturförderung auf diese Weise zu betreiben. Damit ist eine Größenordnung erreicht, die es notwendig macht, über die Ursachen und Folgen und über die Erscheinungsformen dieser Entwicklung nachzudenken.

 

Die Rede von neuer Kulturförderung verweist jedoch nicht nur auf das Faktum der Befristung, mit dem finanzpolitisch spezifische Steuerungsvorteile verbunden sind, sondern auch auf einen veränderten den Modus der Förderung. Denn aus den Förderrichtlinien und -konzepten öffentlicher wie privater Förderagenturen wird immer mehr deutlich, dass es nicht mehr nur darum geht, Künstler, Kunstwerke oder Kulturveranstaltungen zu unterstützen, sondern in verstärktem Maße auch Strukturen, Prozesse, Netzwerke und Kontexte. Hinzu kommt, dass es mittlerweile eine Fülle von Programmen gibt, aus denen Kunst- und Kulturförderung eher indirekt erreicht werden kann, deren eigentliche Zweckbestimmung aber nicht vorrangig kultureller Natur ist. Es sind vielmehr multithematische Programme, in denen die Kulturförderung nur ein (eher sekundärer) Beweggrund unter vielen ist.

 

Damit ändern sich die Begründungen, Logiken, Verfahren und Handlungsanforderungen an die Kulturförderung. Darüber ist in den vergangenen Jahren vereinzelt unter dem Gesichtspunkt der strukturbezogenen Kulturförderung schon geschrieben und berichtet worden, nicht zuletzt im Kontext der Kulturpolitischen Gesellschaft, aber eine systematische, durch konkrete empirische Beispiele und Erfahrungsberichte unterlegte Betrachtung dieser Entwicklung stand noch aus. Diese soll mit dem Jahrbuch 2014 gelingen. Viele Beiträge in dem seit Mai 2015 vorliegenden Buch unterstreichen die eingangs formulierte These und es hätten noch viele weitere Beispiele - nicht zuletzt aus dem europäischen Ausland -hinzugefügt werden können. Dies bestätigt die Notwendigkeit, sich dieses Themas der »Neuen Kulturförderung« weiter anzunehmen und in einen intensiveren Austausch mit den Förderakteuren zu treten. Dafür liegt nun eine Grundlage vor.

 

Das vorliegende Jahrbuch knüpft in Inhalt und Form an die dreizehn Bände an, die seit dem Jahr 2000 vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft als Reihe herausgegeben worden sind. Das Jahrbuch 2014 steht dabei in einem inhaltlichen Zusammenhang mit den Jahrbüchern 2012 (»Neue Kulturpolitik der Länder«) und 2013 (»Kulturpolitik & Kulturplanung«). Die thematische Nähe war gewollt, um auf diese Weise zeigen zu können, wie sehr sich Kulturpolitik bereits verändert hat und noch verändern wird. Mit dem Jahrbuch 2014 (»Neue Kulturförderung«) kann nunmehr auf ein Kompendium von drei Jahrbüchern verwiesen werden, in dem die aktuelle Kulturpolitikentwicklung in Deutschland dokumentiert wird.

 

Das aktuelle Jahrbuch enthält neben dem Schwerpunkt erneut die regelmäßigen Rubriken jedes Jahrbuchs, die Chronik kulturpolitischer und kultureller Ereignisse 2013, die Bibliografie kulturpolitischer Neuerscheinungen und der Adressenteil mit wichtigen Institutionen, Gremien und Verbänden. Die gesonderte Rubrik Kulturstatistik / Kulturwissenschaften enthält diesmal einen Beitrag zur Kulturfinanzierung, insbesondere im Vergleich zu andern europäischen Ländern. Ferner werden wiederum aktuelle Daten zur Nutzung der öffentlichen Theater und Opern in Deutschland vorgestellt.

 

Norbert Sievers

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

 
 

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