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Pressemitteilung «TELEFAX» |
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Keine Nullösung für die Freie Kultur in Niedersachsen! Kulturpolitische
Gesellschaft kritisiert Sparpolitik von Kulturminister Stratmann Die
erklärte Absicht des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur,
die von seinem Ressort einzusparenden Mittel in Höhe von 8 Millionen Euro
einseitig bei der Freien Kulturarbeit (Soziokulturelle Einrichtungen, Freie
Theater etc.) zu kürzen und deren projektbezogene Förderung dadurch faktisch
auf Null zu setzen, wird von der bundesweiten Kulturpolitischen Gesellschaft
scharf kritisiert. In einem Brief an Kulturminister Stratmann warnte ihr
Präsident, der Essener Kulturdezernent Dr. Oliver Scheytt, diesen vor den
katastrophalen politischen Folgen dieser Entscheidung für das
kulturpolitische Klima in Deutschland. »Es
kann nicht sein«, erläutert Scheytt in seinem Brief an den Minister, »dass
wir uns jetzt schon Jahrzehnte lang um den kulturpolitischen Konsens zwischen
den Interessen der etablierten Einrichtungen und der freien Kulturszene
bemühen und ihn erreicht haben, um dann mit anzusehen, wie er in zugegeben
schwierigen finanziellen Zeiten von heute auf morgen so brüsk aufgekündigt
wird. So fragil dürfen politische Vereinbarungen, auch wenn ihnen die Schriftform
fehlt, in der Demokratie nicht sein.« Er sei irritiert, so Scheytt weiter,
dass gerade Niedersachsen, das so vorbildliche Strukturen der Landesförderung
im Bereich der freien und soziokulturellen Kulturarbeit aufgebaut habe, jetzt
eine solche radikale Kehrtwendung vollziehen wolle. Für
die Kulturpolitische Gesellschaft, die sich vor einem guten halben Jahr
bereits in Nordrhein-Westfalen zu Wort gemeldet hatte, als dort ebenfalls vor
allem im freien Bereich die Projektmittel abgeschmolzen wurden, während die
Landeseinrichtungen weitgehend verschont bleiben sollten, ist diese, die
Einrichtungen der Staatskultur privilegierende Politik, inakzeptabel. »Wir
wissen heute«, erklärt ihr Präsident, »dass es gerade die Einrichtungen der
freien Kultur waren, die wichtige Modernisierungsimpulse in die kulturelle
Landschaft gebracht haben, die neues Interesse für Kunst und Kultur bei
Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Migranten und anderen
Bevölkerungskreisen wecken konnten. Freie Kulturarbeit ist ein integraler
Bestandteil des öffentlichen kulturellen Angebotes und nicht das letzte Rad
am Wagen.« Soziokulturelle Zentren seien heute in vielen kleinen und
mittleren Städten Einrichtungen der kulturellen Grundversorgung, kulturelle
Häuser der offenen Tür, die dringend benötigt würden. Wer in diesem Bereich
überproportional spare, beschädige eine Reformoption für die Zukunft der
Kulturpolitik. Die Kulturpolitische
Gesellschaft ist eine überparteiliche Vereinigung von ca. 1300
KulturpolitikerInnen und in der Kulturpolitik engagierten Menschen, die sich
für das »Bürgerrecht Kultur« in der Gesellschaft einsetzt und das Prinzip des
kulturellen Trägerpluralismus als Kernelement des deutschen
Kulturverfassungsrechts verteidigt [www.kupoge.de]
URL dieses Textes:
http://www.kupoge.de/presse/040823_sparpolitik-nds.htm |
Kulturpolitische
Gesellschaft e.V. Präsident Vizepräsidentinnen Dr.
Iris Magdowski, Schatzmeister Beisitzer Margarethe Goldmann, Monika Griefahn, MdB Dr. Udo Husmann, Tobias J. Knoblich, Dr. Dorothea Kolland, Dr. Karsten Rudolph, MdL, Bosiljka Schedlich, Axel Sedlack, Jörg Stüdemann, Dr. Helga Trüpel, Dr. Wolfgang Zacharias, Christiane Ziller, Geschäftsführer |