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Interkultureller Dialog beginnt mit Bildung
Kulturpolitische Gesellschaft fordert mehr öffentliches Engagement

Schulen und öffentliche Einrichtungen der kulturellen Bildung wie Musikschulen, Jugendkunstschulen und Soziokulturelle Zentren sollen sich verstärkt um den interkulturellen Dialog bemühen. Dies forderte der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Dr. Oliver Scheytt, anlässlich des zweiten Kulturpolitischen Bundeskongresses in Berlin. „Die Ausdruckskraft der Künste kann interkulturelle Grenzen überwinden und zum Verständnis fremder Kulturen beitragen. Deshalb sollten wir schon früh damit beginnen, dieses Potenzial in den Einrichtungen der kulturellen Bildung zu nutzen“, sagte Scheytt, der gleichzeitig Essener Bildungs- und Kulturdezernent ist.

In einer Grundsatzerklärung hat sich die Kulturpolitische Gesellschaft ausführlich zur interkulturellen Verantwortung der Kulturpolitik geäußert. Sie bemängelt darin, dass die öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen ihre Möglichkeiten zur kulturellen Integration beizutragen, und Migration als kulturellen Prozess zu thematisieren, bei weitem noch nicht ausgeschöpft hätten. ZuwanderInnen seien noch immer die seltene Ausnahme in städtischen Theatern, Konzerthäusern, Bibliotheken und Museen und ihre Kulturen spiegelten sich noch zu wenig in den öffentlich geförderten Kulturprogrammen.

An die Adresse von Bund, Ländern und Kommunen richtet sie den Appell, dass sie sich trotz der gegenwärtigen Finanzkrise und Strukturprobleme den Herausforderungen der multiethnischen Gesellschaft über punktuelle Experimentier- und Förderprogramme hinaus nachhaltig stellen und Anreize dafür schaffen solle, dass die vorhandenen Ansätze interkultureller Kulturarbeit gestärkt werden. Scheytt sieht darin eine nationale Aufgabe, der sich alle kulturpolitisch verantwortlichen Akteure zu stellen hätten. Er schlägt vor, dass sich die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Kultur in Deutschland“ mit dieser Thematik befassen möge.

Der zweite Kulturpolitische Bundeskongress „inter.kultur.politik. – Kulturpolitik in der multiethnischen Gesellschaft“ fand am 26./27. Juni im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt. Er wurde von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet.

Bonn, den 26. Juni 2003

 

URL dieses Textes: www.kupoge.de/presse/030626_interkultureller_dialog.htm

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Präsident
Dr. Oliver Scheytt
Kulturdezernent der Stadt Essen

Vizepräsidentinnen
Prof. Dr. Helene Kleine
Fachhochschule Potsdam

Dr. Iris Magdowski
Bürgermeisterin für Kultur der
LH Stuttgart

Schatzmeister
Kurt Eichler
Leiter der Kulturbetriebe Dortmund

Beisitzer
Dr. Susanne Binas
Musikwissenschaftlerin Berlin

Margarethe Goldmann
Wiesbaden

Monika Griefahn, MdB
Vorsitzende des Ausschusses für
Kultur und Medien im Dt. Bundestag, Berlin

Dr. Udo Husmann
Bildungsverein e.V., Hannover

Tobias Knoblich
LAG Soziokultur Sachsen e.V., Dresden

Dr. Dorothea Kolland
Leiterin des Kulturamtes Berlin-Neukölln

Dr. Karsten Rudolph, MdL
Kulturausschuss im Landtag NRW, Bochum

Bosiljka Schedlich
Süd-Ost-Europa-Kultur e.V., Berlin

Axel Sedlack
Kulturdezernent der Stadt Unna

Jörg Stüdemann
Bürgermeister für Kultur der LH Dresden

Dr. Helga Trüpel
Mitglied der Bremer Bürgerschaft

Dr. Wolfgang Zacharias
PA/SPIELkultur e.V., München

Christiane Ziller
Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren, Potsdam

Geschäftsführer
Dr. Norbert Sievers
Bernd Wagner (Stellvertreter)

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