Pressemitteilung
 

Kultur als Element der Allgemeinbildung stärken

Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat auf seiner Sitzung am 09.09.02 in Berlin die Situation der kulturellen Bildung in Deutschland diskutiert und gefordert, Kultur als Element der Allgemeinbildung zu stärken. Er warnt davor, nach der Veröffentlichung der PISA-Studie die bildungspolitische Debatte allzu sehr auf kognitive Kompetenz und Fragen der Wissensvermittlung zu reduzieren. Schule habe vielmehr auch einen Kulturauftrag, der durch außerschulische Angebote der kulturellen Bildung nicht ersetzt werden könne.

„Wir brauchen eine möglichst frühe und  aktive Auseinandersetzung mit allen denkbaren Formen der Kunst und des künstlerischen Ausdrucks“, erklärte dazu der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, der Essener Schul- und Kulturdezernent Dr. Oliver Scheytt. Deshalb sei es notwendig,  bereits in den Kindergärten mit einer qualifizierten Kreativitätserziehung zu beginnen und das Angebot an kultureller Bildung in den allgemeinbildenden Schulen auszubauen.

„Kulturelle Bildung“, so Scheytt weiter „bedarf in Zukunft einer verstärkten Zusammenarbeit  zwischen kommunalen Kultureinrichtungen und -trägern sowie den Schulen. Dafür ist ein „neues Denken“ der Kultur-, Schul- und Jugendpolitikerinnen und -politiker erforderlich. Kulturelle Bildung muss herauskommen aus dem Dauerstadium von Modellversuchen und Modellprojekten. Die vielen Experimente waren wichtig, aber jetzt brauchen wir die Kontinuität der Arbeit in Institutionen und ein qualifiziertes und motiviertes pädagogisches Personal. Die Modelle müssen in Serien gehen.“

Die Kulturpolitische Gesellschaft setzt sich dafür ein, die strikte Trennung von Schule, Jugendhilfe und Kultur zugunsten integraler Ansätze zu überwinden. Kulturelle Bildung müsse auf alle Sparten ausgedehnt werden. Ansatzpunkte sieht sie dafür in der aktuellen Diskussion um Ganztagesangebote. Die finanziellen Mittel, die jetzt dafür bereitgestellt würden (4 Milliarden Euro allein vom Bund) bedeuteten eine einmalige Chance, das Element „Kulturelle Bildung“ nachhaltig zu stärken. Durch die Verknüpfung der Schulen mit den kommunalen Kultureinrichtungen im Sinne von „Schulen ans kulturelle Netz“ könnten vor Ort – durch Bundes- und Landesförderung flankiert – zahlreiche bisher noch nicht genutzte Potenziale ausgeschöpft werden.

Bonn und Berlin, am 09.09.02

ULR dieses Textes: www.kupoge.de/presse/020909_kulturelle -bildung.htm
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Präsident
Dr. Oliver Scheytt,
Kulturdezernent der Stadt Essen

Vizepräsidentinnen
Margarethe Goldmann, 
Wiesbaden
Dr. Iris Magdowski, 
Bürgermeisterin für Kultur der 
LH Stuttgart

Schatzmeister
Kurt Eichler, 
Leiter der Kulturbetriebe Dortmund

Beisitzer
Dieter Gorny,
Geschäftsführer VIVA Fernsehen, Köln
Monika Griefahn, MdB
Vorsitzende des Ausschusses für 
Kultur und Medien im Dt. Bundestag, Berlin
Dr. Udo Husmann, 
Bildungsverein e.V., Hannover
Prof. Dr. Helene Kleine, 
Fachhochschule Potsdam
Dr. Dorothea Kolland,
Leiterin des Kulturamtes Berlin-Neukölln
Eva Krings, 
Kulturdezernentin der Stadt Solingen 
Herbert Schirmer, 
IBA Fürst-Pückler-Land GmbH, Cottbus
Axel Sedlack, 
Kulturdezernent der Stadt Unna
Jörg Stüdemann, 
Bürgermeister für Kultur der LH Dresden
Dr. Helga Trüpel, 
Mitglied der Bremer Bürgerschaft
Ernst M. Walsken, MdL
Solingen
Dr. Wolfgang Zacharias, 
PA/SPIELkultur e.V., München
Christiane Ziller,
Geschäftsführerin der Bundesver-
einigung sozio-kultureller Zentren, Potsdam

Geschäftsführer
Dr. Norbert Sievers
Bernd Wagner (Stellvertreter)