Kulturpreis

Mit ihrem Kulturpreis zeichnete die Kulturpolitische Gesellschaft bis 2013 jährlich Projekte und Initiativen aus, deren soziokulturelles und künstlerisches Wirken beispielhaft für die kulturelle Landschaft der Bundesrepublik Deutschland war. Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat beschlossen, dieses Format nicht mehr weiterzuführen. Stattdessen wird überlegt, einen Kulturpolitikpreis zu etablieren, sofern eine externe Finanzierung möglich ist.

 

Preisträger 2013

Theater am Rand

»Theater am Rand« erhält Kulturpreis 2013

Kulturpolitische Gesellschaft zeichnet beispielhafte Kulturinitiative im ländlichen Raum aus

Mit Randständigem wird gemeinhin Nebensächliches, Unwichtiges, etwas, das eben nicht im Zentrum liegt, verbunden. Der Oderbruch steht dafür. Doch gerade hier lassen sich kulturelle Kleinode finden, die ihre Kraft aus der Landschaft schöpfen und gleichsam im Verborgenen funkeln.

Das »Theater am Rand« steht beispielhaft für eine Kulturinitiative im ländlichen Raum, die eben nicht »randständig« sein will, sondern mit interessanten Angeboten Leben ins Land bringt. Orientiert am »weitem Kulturbegriff« praktiziert die Gruppe um den Musiker Tobias Morgenstern und den Schauspieler Thomas Rühmann im besten Sinne soziokulturelle Arbeit.

Hier wird nicht nur Theater gespielt, sondern auch Kino angeboten, ökologischer Landbau praktiziert, energetisches Bauen vorgeführt und Bildungsarbeit betrieben. Das Theater als Kulturzentrum, verwurzelt in der Landschaft und ihren Menschen verpflichtet, dennoch immer wieder den »Blick über den Tellerrand« wagend – so stellt sich demAußenstehenden das Programmangebot dar.

Bretter, die die Welt bedeuten – hier sind sie wörtlich zu nehmen: Ein Theater, aus Holz gebaut und auf die grüne Wiese gesetzt, bezaubert mit Kunst, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Der Blick rundumerinnert immer wieder an die fruchtbare Symbiose.

Das »Theater am Rand« hat eindrucksvoll bewiesen, dass Kulturarbeit im ländlichen Raum dann eine Chance hat, wenn Arbeit und Leben, Natur und Kultur nicht als Gegensätze begriffen, sondern als künstlerische Gestaltungsaufgabe verstanden werden. Dafür gebührt ihm der Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft

Weitere Infos:

www.theateramrand.de

Programmflyer

http://strausberg.tv/beitraege/2307.htm (Regionalfernsehen)

Laudatio von Volker Braun (Schriftsteller)

Festrede von Tobias J. Knoblich (Vizepräsident der Kulturpolitischen Gesellschaft)

Bonn / Zollbrücke 7. Juli 2013

 

Preisträger 2011

KulturForum TürkeiDeutschland

Kulturelle Zeichen gegen Rechtsradikalismus setzen!

Kulturpolitische Gesellschaft zeichnet KulturForum TürkeiDeutschland aus

Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat auf seiner Sitzung am 25. November 2011 in Berlin einstimmig als Preisträger für ihren diesjährigen Kulturpreis das Kölner KulturForum TürkeiDeutschland ausgewählt. Er zeichnet damit die beispielhafte Arbeit einer Einrichtung aus, die sich seit nahezu 20 Jahren unter dem Ehrenvorsitz von Günter Grass und Yasar Kemal um die interkulturelle Verständigung zwischen Deutschen und Türken in Deutschland verdient gemacht hat. Beharrliches Engagement, hochwertige Projekte und ein Dialog auf Augenhöhe waren dabei die Garanten des Erfolgs und der nachhaltigen Wirkung.

»Gerade in diesen Zeiten gilt es, Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus zu setzten«, unterstrich der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, und zeigte sich überzeugt, »dass mit dem KulturForum TürkeiDeutschland ein würdiger Kulturpreisträger gefunden wurde, dessen Verständigungsarbeit beispielhaft für den deutsch-türkischen Kulturdialog ist.« Für Deutschland als Einwanderungsland sei die interkulturelle Verständigung von existenzieller Bedeutung. Deshalb müsse sich die Kulturpolitik mehr als bisher um diese Frage kümmern und vor allem die Initiativen aus der Gesellschaft tatkräftig unterstützen.

Osman Okkan, Vorstandssprecher und Mitbegründer des KulturForums TürkeiDeutschland, zeigte sich tief beeindruckt von der Entscheidung und meinte: »Es ist für uns von besonderer Bedeutung, diese Auszeichnung in einer Zeit zu erhalten, in der die Dringlichkeit einer Debatte um Fremdenfeindlichkeit und rassistische Gewalt wieder einmal in erschreckender Weise deutlich geworden ist. Wir hoffen, dass dieser Preis einen Beitrag dazu leisten kann, die Menschen zu zivilgesellschaftlichem Engagement zu ermutigen und miteinander in einen Dialog zu treten.«

Die Kulturpolitische Gesellschaft vergibt mittlerweile ihren Kulturpreis zum 6. Mal an eine Einrichtung, die sich der interkulturellen Kulturarbeit verschrieben hat. Mit dem Kölner KulturForum erhält jedoch zum ersten Mal eine von Migranten gegründete Initiative den Preis. Die vorherigen Preisträger waren: die Regionale Arbeitsstelle zur Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher in Essen (1982), Radio Multikulti in Berlin (1995), die Werkstatt der Kulturen in Berlin (2003), die Stiftung Geißstraße in Stuttgart (2004) und das Kulturhaus Kresslesmühle in Augsburg (2006). Der Verband setzt damit bereits seit 30 Jahren kulturpolitische Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für interkulturelle Verständigung.

Weitere Infos unter: www.das-kulturforum.de, Programmflyer, Fotos sowie Presseerklärung

Bonn / Berlin 25. November 2011

 

Preisträger 2010

künstlich

Archiv der Jugendkulturen

Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat auf seiner Sitzung am 12. November in Berlin seinen Kulturpreis 2010 vergeben. Ausgewählt aus einer Reihe hochkarätiger Kandidaten wurde das Archiv der Jugendkulturen in Berlin.

Die von Klaus Farin 1998 gegründete Einrichtung widmet sich der Erforschung der Jugendkulturen und sammelt dazu authentische Zeugnisse wie Fanzines, Flyer, Musik und T-Shirts. Sie hat sich dabei besonders durch die Dokumentation von jugendlichen Subkulturen in der vormaligen DDR einen Namen gemacht. Das Archiv der Jugendkulturen ist die erste Adresse für Menschen, Kommunen und Institutionen, die sich über alternative Jugendkulturen in Deutschland informieren wollen. Seine Arbeit, die neben Forschung und Dokumentation auch die Beratung umfasst, wird überwiegend ehrenamtlich geleistet.

Der Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft würdigt das beispielhafte Engagement der Verantwortlichen beim Aufbau und Betrieb der Einrichtung. Er ist dotiert mit 2.000 Euro und wird in einer öffentlichen Feierstunde im Frühjahr 2011 vergeben.

Weitere Informationen

Bonn /Berlin 12. November 2010

 

Preisträger 2009

künstlich

künstLich e.V.«

Kultur ist städtisch! So heißt die gängige Botschaft. Dass sich aber auch in ländlichen Regionen kulturell etwas bewegt, dafür sorgen Initiativen wie »künstLich e.V.«. Im Frühjahr 2004 stellten sich die alternativen Kulturmacher in Lich die Frage, wie die immer umfangreicheren und anspruchsvolleren Angebote von Bühnenveranstaltungen im örtlichen »Kino Traumstern« erhalten und weiter ausgebaut werden konnten. Die Antwort darauf war die Gründung von »künstLich e.V.«, der auf gemeinnütziger Basis die Bühnenveranstaltungen in eigener Regie übernahm.

Der Verein für »kultur, innovation und bildung«, wie er sich selbst im Untertitel nennt, schuf damit die institutionelle Möglichkeit, mehr Kultur auf die Beine zu stellen, die Entwicklung künstlerischer Projekte voranzutreiben und die Transformation zu einem Kulturzentrum auf dem Lande zu befördern. Dieses Engagement soll mit dem Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft ausgezeichnet werden. Nicht das Etablierte und Arrivierte stehen dabei im Mittelpunkt, sondern das Neue, Wagemutige und Unabgesicherte.

Die Kulturinitiative »künstLich e.V.« steht für einen solchen innovativen und mutigen Anspruch. Attraktive Kulturarbeit in der Provinz lautet das programmatische Selbstverständnis. Kultur, Innovation und Bildung markieren die Tätigkeitsfelder der Einrichtung. Den Verantwortlichen ist es dabei gelungen, eine Kulturszene im ländlichen Raum zu entwickeln, die eine Lebendigkeit und Spielfreude ausstrahlt, wie sie sichmanche Großstadt wünschen würde.

Die Provinz lebt! Und »künstLich« bildet den Motor und Ausgangspunkt der Kulturaktivitäten: mit dem ausgezeichneten Kinoprogramm von »Traumstern«, der vitalen Kleinkunstbühne, den zahlreichen Angeboten Kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche, der politischen und interkulturellen Bildungsarbeit der Bezalel-Synagoge und der beispielhaften kulturellen Netzwerktätigkeit, vor allem bei der Organisation der »Licher Kulturtage«.

Das alles verdient den Kulturpreis 2009 der Kulturpolitischen Gesellschaft, auch als Anerkennung zum bevorstehenden 5. Geburtstag von »künstLich e.V.«.

Bonn / Lich 13. März 2009

Weitere Informationen

 

Preisträger 2008

48 Stunden

48 Stunden Neukölln, Berlin

Der diesjährige Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft geht an das »Kulturnetzwerk Neukölln« für sein Projekt »48 Stunden Neukölln«. Das gleichnamige Festival, an dem wiederholt weit mehr als 1.000 Kulturschaffende beteiligt sind, gilt inzwischen als die Gelegenheit in Berlin, Einblick in den Entwicklungsprozess von »urban art« und Avantgarde aller Art zu nehmen.

Die Tatsache, dass der Berliner Bezirk Neukölln zu den kulturell lebendigsten der Hauptstadt gehört, hat sich mittlerweile bis zur Stadtspitze herumgesprochen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, sieht hier »immer mehr Zutaten vorhanden, die ein aufregendes, angesagtes Viertel ausmachen: Hinterhof-Ateliers und kleine Designshops, hippe Ladenlokale und trendige Cafés, Kulturvereine mit breitem Veranstaltungsangebot und eine stetig wachsende kreative Szene«.

Für den Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, ist gerade die Verbindung von kreativem Milieu und aktivierender Kulturpolitik eine Chance für die zukünftige Stadt- und Quartiersentwicklung. »Das Konzept, einen Stadtteil über 48 Stunden lang mit Kunst und Kultur zum Leben zu bringen und dabei seine kreativen Entwicklungspotenziale aufzudecken, ist einzigartig und überzeugend. Mit dem Preis soll die beispielhafte Kulturarbeit gewürdigt werden, die nun bereits zum zehnten Mal im Rahmen des Festivals geleistet wird.«

Auszug aus der Pressemitteilung

Weitere Informationen

 

Preisträger 2007

Unperfekthaus

Unperfekthaus, Essen

Weitere Inforformationen

 

Preisträger 2006

Kressemühle

Kulturhaus Kresslesmühle, Augsburg

Weitere Informationen

Webadresse: www.kresslesmuehle.de

1977 bis 2005

2005 Kulturelles Aktionsprojekt (KAP) Torgau e.V., Torgau
Weitere Informationen zur Preisverleihung, Programm, Fotos, Urkunde, Presse

2004 Stiftung Geißstraße 7, Stuttgart, www.geissstrasse.de
PDFKuMi Heft 108 I/2005 - KuPoGe-Kulturpreisverleihung: StiftungGeissstrasseSieben 7

2003 Werkstatt der Kulturen, Berlin
PDFPressemitteilung

2002 Cranach-Stiftung Wittenberg
Weitere Informationen zur Presiverleihung, Urkunde, Fotogalerie, Programm

2001 Ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Reiss-Museums Mannheim
PDFKuMi Heft 95 IV/2001 - Kulturpreis der KuPoGe an Ehrenamtliche des Reiss Museums 8
Weitere Informationen zur Preisverleihung, Fotos, Grußworte

1999 Bremer Initiative für Kultur »Anstoß« & Bremer Kulturrat

1996 Deutsch-Polnisches Literaturbüro Oderregion e.V., Frankfurt/Oder

1995 Radio SFB4 MultiKulti, Berlin

1994 Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager, Papenburg

1992 Kulturscheune Lange Wiese, Haunetal

1991 Deutschlandsender Kultur, Berlin-Ost

1990 Kinderkunst-Galerie Sonnensegel, Brandenburg

1989 Kinderzirkus Giovanni, Hannover-Wettbergen

1988 Büro für ungewöhnliche Maßnahmen, West-Berlin

1987 Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, Münster

1986 Freizeitheim Linden, Hannover*

1986 Museum der Arbeit, Hamburg

1985 Soziokulturelle Zentren »Club Voltaire«, Tübingen, und »Goldener Anker«, Pforzheim

1984 Kultur Kooperative Ruhr (KKR), Dortmund

1983 TRAUM-A-LAND, Verein zur Förderung alternativer Lebensformen in der Provinz e.V., Boxberg-Wölchingen

1982 Regionale Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA) im Ruhrgebiet, Oberhausen

1981 Selbstverwaltetes Kommunikationszentrum »KOMM«, Nürnberg

1980 Europäisches Ausbildungszentrum für Handwerker im Denkmalschutz, Insel San Servolo, Venedig

1979 Verein SO 36 und Bürgerinitiative SO 36 in Berlin-Kreuzberg

1978 Arbeiterinitiative Ð Arbeitersiedlung Eisenheim in Oberhausen

1977 Bürgerhilfe Sozialpsychatrie Frankfurt/M. e.V.

*1986 ist zusätzlich zum Kulturpreis die Auszeichnung für soziale Kulturarbeit verliehen worden.