»Kulturorte als Lernorte interkultureller Kompetenz«

Unsere Zeit ist geprägt durch Prozesse der kulturellen Globalisierung und das Entstehen multiethnischer und damit multikultureller Gesellschaften. Ist dies auch keine Besonderheit des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, so hat sich die Qualität der Prozesse doch gewandelt. Intensität, Reichweiten und Geschwindigkeiten haben sich heute radikal verändert, und die verschiedenen Formen von globalisierter Kultur und multikultureller Gesellschaft prägen unsere Konsumgewohnheiten, unsere Kulturlandschaft und unsere kulturell-künstlerische Produktion und Rezeption. Allerdings sind Kulturpolitik und kulturelle Bildung bislang noch nicht hinreichend in der Lage, auf diese Entwicklungen einzugehen. Das betrifft sowohl die theoretisch-konzeptionelle Durchdringung der neuen Anforderungen als auch die Entwicklung von konkreten Praxisformen.

Diese Defizite im Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aufzuarbeiten und damit einen konstruktiven Beitrag zur Integration dieser ständig wachsenden Bevölkerungsgruppe zu leisten, ist Aufgabe und Anspruch des Projektes. Die wissenschaftliche Erforschung von Stand, Aufgaben und Perspektiven interkultureller Arbeit in der kulturellen Bildung kann so dazu beitragen, den Zusammenhalt multiethnischer Gesellschaften zu fördern und die kulturellen Eigenarten ihrer BewohnerInnen dabei nicht als Belastung, sondern als Bereicherung zu begreifen.