9. Kulturpolitischer Bundeskongress

»WELT.KULTUR.REVUE«

   

Harald Welzer über das große Ganze

Harald Welzer ist ein bekannter Soziologe, Sozialpsychologe, Zukunftsforscher und Buchautor. Er hat FUTURZWEI (Stiftung Zukunftsfähigkeit) mitgegründet. Wir haben Harald für Jung & Naiv: Folge 304 besucht und sprechen mit ihm ganz jung & naiv: Waren seine politische Haltungen und Vorstellungen als 18-Jähriger anders als heute? Was hat er beim ersten Mal gewählt? Geht Harald heute noch wählen? Leben wir in Deutschland in einer Demokratie? Warum sind unsere heutigen politischen Parteien für ihn so unattraktiv? Gibt es zukunftsfähige Politikvorstellungen? Gibt es die »Menschheit« überhaupt? Warum machen wir nichts gegen den Klimwandel sondern labern nur? Sind Elektroautos sinnvoll? Was würde Harald als Alien, der auf den Planeten herabblickt, feststellen? Ist er in diesem Internet unterwegs? Was meint Welzer mit der »Diktatur der Gegenwart«? Und was kommt in der Zukunft auf uns zu? Veröffentlicht am 23.04.2017.

P.S.: Harald weist auf den 17. Juni hin: Um 17 Uhr »dafür! Tag der offenen Gesellschaft« www.die-offene-gesellschaft.de Harald Welzer, Direktor der FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit, Berlin eröffnet das Panel 5 des Kulturpolitischen Bundeskongresses zum Thema »Nach uns die Zukunft. Perspektiven der Zivilgesellschaft und der kulturellen Demokratie«. Mehr

  

   

Exil, Flucht, Asyl: Wie klingen diese Begriffe?

... fragt sich Bonaventure Soh Bejeng Ndikung. Klingen sie überhaupt irgendwie? Werden sie unhörbar gemacht? Oder werden sie in exotische Melodien übersetzt, leicht verdaulich, leicht zu akzeptieren? Wie hallt dieses Dröhnen in Körpern wider, wie projiziert es sich selbst auf die Welt? Die Klangfülle ist ein Mittler im dynamischen Wechselspiel zwischen Zeit, Ort, Raum und Körpern. Sie bestimmt, wie ein Körper in seinem politischen, sozialen, ökonomischen und psychischen Raum navigiert. In seiner Lecture Performance identifiziert der Kurator und Theoretiker akustische Elemente, die den Immigranten im Zeitalter des Flüchtlingseins nicht genommen werden können. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung ist Kunstkurator und Biotechnologe, Gründer und künstlerischer Leiter des Kunstraums SAVVY Contemporary Berlin und Chefredakteur des SAVVY-Journal, dazu Curator at Large der documenta 14. (08.09.2016). Mehr: www.academycologne.org/de/article/1044

  

   

Refugee Eleven

Flucht hat viele Gesichter

An jedem Tag des Jahres 2015 sind weltweit etwa 24 Menschen pro Minute geflohen. Im gesamten Jahr waren mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung, das entspricht ungefähr der gesamten Bevölkerung von Großbritannien und Nordirland. 51 Prozent der Geflüchteten waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Flucht hat viele Gesichter. Refugee Eleven, eine elfteilige Webvideo-Serie der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), stellt einige vor: Junge geflüchtete Amateurfußballer der Mannschaft »Refugee11« begegnen zehn Profifußballern und einer Profifußballerin, die selbst Fluchterfahrungen haben. (03/2017) Mehr: http://www.bpb.de/lernen/projekte/243384/fluchtursachen und http://refugee11.de/

   

  

Futur 3: 'museum global': Kulturelles Erbe in einer Migrationsgesellschaft.

Vortrag von Prof. Ansgar Schnurr: Kann man sich den lockeren Umgang mit Grenzen noch leisten? Oder gibt es neue Fragen, wie mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen umzugehen ist? (26.11.2015)

   

   

Wettbewerb der Narrative

Die Krise liberaler Erzählungen ist inzwischen global. Der Ökonom Chandran Nair aus Hongkong wundert sich über die Erschütterung der westlichen Welt angesichts des Brexit und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. »Das hat nur die Wahrheit ans Licht gebracht«, fasst er zusammen und endlich die »Selbstgewissheit des Westens in Frage gestellt«. Das »liberale Narrativ« sei schon immer einseitig gewesen. Man habe verdrängt, dass es Gewinner und Verlierer gebe. Auf einer Konferenz in Berlin ging man der großen Erzählung der Liberalität und ihren Grenzen nach. (27. März 2017) – Ab Min. 1‘23 http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=65684

   

  

Kann es Demokratie ohne Vertrauen geben?

Ivan Krastev über die fünf großen Revolutionen, die aus seiner Sicht die politische Kultur der letzten 50 Jahre geprägt. Er zeigt auf, wie jeder Schritt vorwärts – von der kulturellen Revolution der 60er hin zu den neuesten Ergebnissen der Hirnforschung – auch dazu beigetragen hat, das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern. Er meint: »Was uns gut getan hat, hat uns auch geschadet.« Hat Demokratie eine Zukunft? (06/2012) Mehr: https://www.ted.com/talks/ivan_krastev_can_democracy_exist_without_trust?language=de

  

  

Pankaj Mishra hält dem Westen den Spiegel vor (Sternstunde Philosophie)

Der indische Schriftsteller Pankaj Mishra zählt zu den grossen Intellektuellen des modernen Asiens. 2014 hat er für sein Buch «Aus den Ruinen des Empires» den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten. Darin kritisiert er den Westen aus asiatischer Sicht. Ein verstörender Blick. (31.10.2016)

  

  

Deutsch ist eine wunderbar einfallsreiche und deutliche Sprache, voller wunderbar langer zusammengesetzter Worte für Gefühle und Ideen, bei denen die meisten Sprachen Schwierigkeiten haben Diese auszudrücken. (01.02.2017)

 

  

  

Migrationskontrolle

These: Geld fließt dorthin, wo die Migrationszahlen schnell gesenkt werden können

Die EU hat »Prioritätsländer« ausgewählt, mit denen sie über milliardenschwere Hilfspakete verhandelt. Diese Länder wurden danach ausgesucht, wo Migration Richtung Europa besonders effektiv unterbunden werden kann. Ein frühes Beispiel ist Senegal (in der Grafik), wo schon länger größere Summen zur Migrationskontrolle investiert werden.

Mehr: https://migration-control.taz.de/#de

  

  

Emel Mathlouthi – Naci en Palestina آمال مثلوثي

Die tunesische Sängerin/Songwriterin Emel Mathlouthi wuchs in Tunesien auf und wurde als »die Stimme der Jasmin-Revolution« eine prominente Sängerin im Arabischen Frühling. 2015 wurde sie als musikalischer Gast nach Norwegen zur Nobel-Preis-Verleihung eingeladen. Weil ihre Songs im tunesischen Radio und Fernsehen verboten wurden, wanderte sie nach Frankreich aus. Ihr Song »Nací en Palestina« basiert auf dem »Gypsy Greek folk song ›Nací en Alamo‹« - (Musik von Dionysis Tsaknis, Text von Tony Gatlif). Zuerst wurde er von Remedios Silva Pisa in dem Film »Vengo« (Regie: Tony Gatlif, 2000) vorgetragen.

Der Text: Born in Palestine [English Lyrics] I have no place/ I have no country/ I have no homeland/ With my fingers I make fire and with my heart I sing for you/my heart's strings weep/ I was born in Palestine/ I was born in Palestine/ I have no place I have no country/ I have no homeland

  

  

Wir waren schon immer hier!

Marianne Bechhaus-Gerst (21.04.2016)

Menschen afrikanischer Herkunft leben schon seit Jahrhunderten hier – ein wenig bekannter Teil der afrikanisch-deutschen Geschichte. Bechhaus-Gerst gibt einen Überblick über diese spannende Geschichte, beginnend mit afrikanischen Intellektuellen des 18. Jahrhunderts hin zu den afrodeutschen antikolonialen Widerständlern der 1920er-Jahre und schließlich den vergessenen afrikanischen Opfern des NS-Staates und der Lebenswirklichkeit von Afrodeutschen in der Bundesrepublik.

Mehr: https://www.academycologne.org/de/article/945_wir_waren_schon_immer_hier

Marianne Bechhaus-Gerst ist Professorin für Afrikanistik an der Universität zu Köln.

  

  

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