9. Kulturpolitischer Bundeskongress

Dokumente & Diskussionen

 

Die Gefahren der Offenen Grenzen

»Offene Grenzen würden die Staatlichkeit weltweit gefährden.«, meint Prof. Julian Nida-Rümelin. Eine Versachlichung der Diskussion sei dringend notwendig: »Wer ernsthaft meint, die Öffnung der Grenzen in einigen wohlhabenden Ländern könne einen wichtigen Beitrag zur Linderung des Weltelends leisten, hat sich mit den Quantitäten offenbar nicht auseinandergesetzt: Über 1,5 Milliarden Menschen leben weltweit von einer täglichen Kaufkraft von weniger als zwei US-Dollar.«

Um dieses skandalöse Elend, das sich vor allem in Afrika südlich der Sahara konzentriert, zu beheben, sei es neben eine veränderten Welthandels- und Weltwirtschaftspolitik notwendig, sich über seine Wertmaßstäbe klar zu werden. Nida-Rümelin: »Meine Vorschläge dazu stehen im Zusammenhang mit der von mir entwickelten ›Theorie praktischer Vernunft‹, die ich als ›Strukturelle Rationalität‹ bezeichne, wonach menschliche Praxis, individuelle und kollektive Selbstbestimmung nur möglich sind, wenn Strukturen gesichert werden. Zu diesen Strukturen gehören Kooperationsbeziehungen, Familienbande, aber auch kulturelle und politische Gemeinschaften, und vor allem auch die Staatlichkeit, die erst die politische Gestaltungskraft ermöglicht. Eine generelle Politik der offenen Grenzen würde die Staatlichkeit als Ganzes weltweit gefährden.«

Mehr: www.ipg-journal.de/regionen/global/artikel/detail/offene-grenzen-wuerden-die-staatlichkeit-weltweit-gefaehrden-1943/go/98/

Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D. lehrt Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

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Welcome to the age of anger

The seismic events of 2016 have revealed a world in chaos – and one that old ideas of liberal rationalism can no longer explain

by Pankaj Mishra

Thursday 8 December 2016 06.00 GMT

 

The election of Donald Trump as president of the United States is the biggest political earthquake of our times, and its reverberations are inescapably global. It has fully revealed an enormous pent-up anger – which had first become visible in the mass acclaim in Russia and Turkey for pitiless despots and the electoral triumph of bloody strongmen in India and the Philippines.

 

The insurgencies of our time, including Brexit and the rise of the European far right, have many local causes – but it is not an accident that demagoguery appears to be rising around the world. Savage violence has erupted in recent years across a broad swath of territory: wars in Ukraine and the Middle East, insurgencies from Yemen to Thailand, terrorism and counter-terrorism, economic and cyberwar. The conflicts, not confined to fixed battlefields, feel endemic and uncontrollable. Hate-mongering against immigrants and minorities has gone mainstream; figures foaming at the mouth with loathing and malice are ubiquitous on old and new media alike.

 

There is much dispute about the causes of this global disorder. Many observers have characterised it as a backlash against an out-of-touch establishment, explaining Trump’s victory – in the words of Thomas Piketty – as »primarily due to the explosion in economic and geographic inequality in the United States«. Liberals tend to blame the racial resentments of poor white Americans, which were apparently aggravated during Barack Obama’s tenure. But many rich men and women – and even a small number of African-Americans and Latinos – also voted for a compulsive groper and white supremacist. Mehr: https://www.theguardian.com/politics/2016/dec/08/welcome-age-anger-brexit-trump

 

Pankaj Mischra wird das Panel 1 des 9. Kulturpolitischen Bundeskongresses eröffnen. (Programm)

 

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Der Ethik-Podcast. Ausgabe 23 | Juli 2016

Jan Brezger: Migration

244 Millionen Menschen lebten 2015 nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden. Dürften Menschen ihren Aufenthaltsort weltweit frei wählen, so wären es vermutlich noch viele mehr. Doch Staaten sehen es als ihr gutes Recht an, die Einwanderung zu beschränken. Zu Unrecht, meint Jan Brezger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

Dauer: 25:00

Mehr: www.ethik.uzh.ch/static/hinterfragt/audio/hinterfragt23.mp3

 

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Globalisierung, Migration und Identität

Aufgaben und Möglichkeiten kultureller Bildung in kulturell heterogenen Gesellschaften und Zeiten kultureller Globalisierung«

Institut für Kulturpolitik (IfK) der Kulturpolitischen Gesellschaft

Eine Rückschau auf 2004

  

Die Bedingungen, unter denen Kulturarbeit, kulturelle Bildung und kulturpolitisches Handeln stattfinden, sind heute entscheidend mitgeprägt durch die weltweiten Globalisierungsprozesse, die nicht zuletzt Kultur, Kunst und Medien umfassen, sowie durch die multiethnische Zusammensetzung der Bevölkerung als innergesellschaftlicher Entsprechung zur Internationalisierung der Produktion und Rezeption von Kunst, Kultur und Medien. Beide Faktoren bringen neuartige Kulturmuster und Kulturstile hervor. Hinzu kommt als dritte Ebene die Europäische Einigung, die gerade auch den Bildungs- und Kulturbereich vor zahlreiche neue Herausforderungen stellt und die Frage nach den Möglichkeiten, Grundlagen und Entwicklungsperspektiven einer europäischen Identität, die auf einem gemeinsamen Kultur- und Zivilisationsverständnis beruht, auf die Tagesordnung gesetzt hat. Für Deutschland kommt als Besonderheit die deutsche Einheit hinzu, wobei weitgehend unstrittig ist, daß trotz ihrer mittlerweile mehr als dreizehnjährigen Geschichte unterschiedliche Identitätskonstruktionen in den zwei deutschen Teilgesellschaften noch länger wirksam bleiben werden. Sind die Prozesse der kulturellen Globalisierung und das Entstehen multiethnischer und damit multikultureller Gesellschaften keine Besonderheit des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, so hat sich die Qualität der Prozesse dennoch gewandelt. Die verschiedenen Formen von globalisierter Kultur und multikultureller Gesellschaft prägen unsere Konsumgewohnheiten, unsere Kulturlandschaft und unsere kulturell-künstlerische Produktion und Rezeption und Intensität, Reichweiten und Geschwindigkeiten haben sich radikal verändert.

Mehr: www.kupoge.de/kulturorte/global.pdf

 

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»Museen sind keine neutralen Orte!«

Léontine Meijer-van Mensch

Es geht nach außen, es ist im positiven Sinne aktivistisch, es bezieht Position, es scheut die Reibung nicht, es gibt sein Besitzdenken auf: Léontine Meijer-van Mensch, stellvertretende Direktorin des Museums Europäischer Kulturen, über das Museum des 21. Jahrhunderts.

  

Die Bedingungen, unter denen Kulturarbeit, kulturelle Bildung und kulturpolitisches Handeln stattfinden, sind heute entscheidend mitgeprägt durch die weltweiten Globalisierungsprozesse, die nicht zuletzt Kultur, Kunst und Medien umfassen, sowie durch die multiethnische Zusammensetzung der Bevölkerung als innergesellschaftlicher Entsprechung zur Internationalisierung der Produktion und Rezeption von Kunst, Kultur und Medien. Beide Faktoren bringen neuartige Kulturmuster und Kulturstile hervor. Hinzu kommt als dritte Ebene die Europäische Einigung, die gerade auch den Bildungs- und Kulturbereich vor zahlreiche neue Herausforderungen stellt und die Frage nach den Möglichkeiten, Grundlagen und Entwicklungsperspektiven einer europäischen Identität, die auf einem gemeinsamen Kultur- und Zivilisationsverständnis beruht, auf die Tagesordnung gesetzt hat. Für Deutschland kommt als Besonderheit die deutsche Einheit hinzu, wobei weitgehend unstrittig ist, daß trotz ihrer mittlerweile mehr als dreizehnjährigen Geschichte unterschiedliche Identitätskonstruktionen in den zwei deutschen Teilgesellschaften noch länger wirksam bleiben werden. Sind die Prozesse der kulturellen Globalisierung und das Entstehen multiethnischer und damit multikultureller Gesellschaften keine Besonderheit des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, so hat sich die Qualität der Prozesse dennoch gewandelt. Die verschiedenen Formen von globalisierter Kultur und multikultureller Gesellschaft prägen unsere Konsumgewohnheiten, unsere Kulturlandschaft und unsere kulturell-künstlerische Produktion und Rezeption und Intensität, Reichweiten und Geschwindigkeiten haben sich radikal verändert.

Mehr: http://blog.smb.museum/museen-sind-keine-neutralen-orte-zum-wechsel-von-leontine-meijer-van-mensch/

Léontine Meijer-van Mensch diskutiert auf dem Panel 1 über »Neue kulturelle Weltsichten« (Programm)

 

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Bruchlinien

Kosmopolitismus, Kommunitarismus und die Demokratie

Wolfgang Merkel

  

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Rechtspopulismus. Es hat sich erhoben gegen die etablierten Parteien und Eliten. Es verlangt Gehör, Mitsprache und Teilhabe in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Ein wachsender Teil der Bürger dies¬ und jenseits des Atlantiks fühlt sich durch die repräsentativen Institutionen und Verfahren der Demokratie nicht mehr vertreten. Die entwickelten Demokratien des Westens, aber auch jene des weniger entwickelten Ostens, haben ein Repräsentationsproblem. „Die da unten“ wollen nicht mehr von „denen da oben“ und „weiter so“ regiert werden. Ein brisantes Gemisch von Globalisierungsverlierern, verunsicherten Kleinbürgern, abstiegsverängstigten Mittelschichten, Erzkonservativen, Chauvinisten, Nationalisten und Rassisten hat sich im Protest gegen die sie „ausgrenzende etablierte Politik“ zusammengebraut.

Mehr: www.wzb.eu/sites/default/files/publikationen/wzb_mitteilungen/s11-14merkelwm154-webpdf.pdf

Prof. Wolfgang Merkel (WZB Berlin) wird das Panel 2 »Lob der Grenzen – Kritik der Grenzen. Kulturpolitik in Zeiten der Globalisierung« eröffnen. (Programm)

 

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