8. Kulturpolitischer Bundeskongress | Berlin | 18. + 19. Juni 2015

Hotel Aquino Tagungszentrum (Berlin-Mitte)

 

Vorbereitungen für den 8. Kulturpolitischen Bundeskongress

Am 18./19. Juni 2015 findet der 8. Kulturpolitische Bundeskongress der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag und mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien statt. Anlass des Kongresses ist das 25. Jahr der Verwirklichung der Deutschen Einheit. Der Kongress will die dadurch angestoßenen und seitdem zu beobachtenden Veränderungen in der Kulturpolitik diskutieren und einen Blick zurück nach vorn versuchen. Namhafte ReferentInnen und DiskutantInnen, darunter Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, MdB, Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, MdB, Bundestagspräsident a.D. Dr. hc. Wolfgang Thierse, der Soziologe Prof. Dr. Heinz Bude und viele andere prominente ExpertInnen konnten für den Kongress gewonnen werden.

  

Zur inhaltlichen Ausrichtung des Kongresses heißt es in der Einladung:

»Mit der Verwirklichung der Deutschen Einheit hat sich auch die Kulturpolitik verändert – sowohl konzeptionell wie instrumentell. Im Einigungsvertrag ist die Kultur in Artikel 35 mit verfassungsrechtlichem Rang gesetzlich verankert, was der Kultur in den ostdeutschen Ländern und auf Bundesebene mehr Gewicht verliehen hat. Der Bund trat auf dieser Basis unmittelbar nach der Wende im Rahmen der »Übergangsfinanzierung« mit groß dimensionierten Programmen auf, um die kulturelle Infrastruktur in Ostdeutschland flächendeckend zu erhalten, zu modernisieren und sogar auszubauen. Auch die neuen Länder und die Kommunen beteiligten sich an diesem Transformationsprozess der kulturellen Infrastruktur. Nur acht Jahre nach der Vereinigung wurde das Amt des Beauftragten für Kultur eingerichtet und ein Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag gebildet. Die Gründung der Kulturstiftung des Bundes folgte 2003, und ein Jahr später wurde die Enquete-Kommission »Kultur in Deutschland« des Deutschen Bundestages eingesetzt, die ihren Bericht Ende 2007 vorlegte und darin eine detaillierte Analyse der Situation von Kunst und Kultur in Deutschland vornahm und umfangreiche kulturpolitische Empfehlungen formulierte.

  

Transformation wäre jedoch zu kurz gedacht, wenn man sie nur auf die unmittelbaren Folgen der Deutschen Einheit beziehen und nicht in Rechnung stellen würde, dass diese sich in einem europäischen und globalen gesellschaftlichen Wandel ereignet hat. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Frage aufwerfen, ob das Interesse der politischen Akteure am Prozess des Nationbuildings zu einer Reaktivierung der überkommenen Formel von der Kulturnation geführt und dabei aktuellere Kulturbegriffe, Motivlagen der Menschen und der kulturellen Akteure ebenso außer Acht gelassen hat wie den internationalen Kontext. Ferner ist zu diskutieren, ob der Begriff der »kulturellen Substanz« im Einigungsvertrag nicht zu stark als Legitimationsformel für ein politisches Sanierungsprogramm des baulichen kulturellen Erbes genutzt worden ist und wenig Spielraum für Innovation und Transformation zugelassen hat.

  

Der 8. Kulturpolitische Bundeskongress versucht einen Rückblick mit Ausblick auf eine Zukunft, in der Kulturpolitik wieder stärker als pluralistisch organisierte Demokratiepolitik begriffen wird.«

  

Die Planung und Durchführung der Kulturpolitischen Bundeskongresse gehört zu den Kernaufgaben des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. Sie finden alle zwei Jahre statt. Im Berichtsjahr 2014 wurde die Konzeption des Kongresses entwickelt, an der neben dem Kuratorium des Instituts und dem Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft eine Reihe von ExpertInnen mitgewirkt haben, die im Juli 2014 zu einer Programmkonferenz nach Berlin eingeladen worden waren. Danach galt es, die Struktur des Kongresses konkret auszuformulieren und die knapp 70 ReferentInnen und Fachleute für eine Teilnahme am Kongress zu gewinnen. Eine ausführlichere Erläuterung der inhaltlichen Konzeption ist im Heft 148 (I/2015) der Kulturpolitischen Mitteilungen (S. 2–4) veröffentlicht. Das Programm kann auf der Website der KuPoGe eingesehen werden.

Norbert Sievers

 

 

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Organisationshinweise

Dokumente

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