Zwanzig Jahre Institut für Kulturpolitik

Rückblick und Ausblick

Der vorliegende Jahresbericht des Instituts für Kulturpolitik umfasst die Jahre 2015 und 2016. Im vergangenen Jahr haben wir auf die Erstellung eines Berichtes verzichtet, weil wir zum 20. Jubiläum des Instituts im Oktober 2016 eine Dokumentation aller bisherigen IfK-Aktivitäten von 1996 bis 2016 vorgenommen hatten.

   

Die beiden letzten Jahre waren sehr stark geprägt durch die Diskussion um eine konzeptbasierte Kulturpolitik und um eine intensivierte Kulturpolitikforschung. Die Kulturpolitische Gesellschaft hat sich von jeher für eine faktenbasierte Kulturpolitik stark gemacht. Sie konnte sich dabei auf die Fach- und Sachkompetenz ihrer Mitglieder und des Vorstands stützen, hat jedoch von Beginn an der Recherche, Analyse und Forschung neben den vielen diskursorientierten Aktivitäten und Veranstaltungen einen großen Stellenwert in der Verbandsarbeit eingeräumt. Die Gründung des Instituts für Kulturpolitik im Jahr 1996 war deshalb nur eine logische Konsequenz. Am 24. Oktober 2016 hat sie das zwanzigjährige Jubiläum des Instituts in Bonn mit einem Fachgespräch begangen und damit eine Initiative für mehr Kulturpolitikforschung in Deutschland verbunden. In einem vorangegangenen Gespräch mit Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters hatte auch diese »einen steigenden Bedarf an professionell aufbereitetem Wissen« konstatiert. Dies könnte im Sinne eines wissenschaftlichen Kulturmonitorings bereitgestellt werden.

   

Dafür will das Institut für Kulturpolitik in Zukunft sorgen, allerdings nicht allein, sondern in einem Verbund mit anderen Forschungsakteuren in Deutschland. Deshalb hatte das IfK anlässlich seines Jubiläums KulturpolitikforscherInnen zu einem ersten Treffen ins Haus der Geschichte eingeladen, um über eine Initiative zur Intensivierung der Kulturpolitikforschung in Deutschland zu diskutieren und zu beraten. Diskutiert wurde vor allem über Forschungsbedarfe und über die Möglichkeit, eine Gesprächs- und Verabredungsplattform zu gründen, um die angewandte Kulturpolitikforschung in Deutschland zu profilieren. Ziel der Initiative sollte es darüber hinaus sein, sich um die Verbesserung der Forschungsbedingungen zu bemühen. In einem Diskussionspapier mit dem Titel »Perspektive 2025. Initiative für mehr anwendungsbezogene Kulturpolitikforschung«, das im Folgenden abgedruckt wird, hatte ich dafür seinerzeit einige Gründe zusammengetragen.

   

Diese Initiative steht nach wie vor auf der Agenda der Institutspolitik, aber es waren in den vergangenen Jahren selbstverständlich auch die regulären Institutsarbeiten zu verrichten sowie weitere Projekte zu bearbeiten, die das IfK zusätzlich akquiriert, um sich als Arbeitsstelle für eine anwendungsbezogene Kulturpolitikforschung zu qualifizieren. Dazu gehören wissenschaftliche Recherchen, um Informationsdefizite zu beheben, aber z.B. auch modellhafte Projekte der Kulturpolitikberatung, wie etwa die Entwicklung von Kulturkonzeptionen in zwei Modellregionen des Freistaates Thüringen und die beteiligungsorientierte Erarbeitung von Kulturentwicklungsplänen. Von besonderer Bedeutung war die Erstellung einer Konzeption für den ersten Landeskulturbericht NRW und die Mitwirkung an deren Umsetzung in den Jahren 2016 und 2017, weil dieser Bericht mit der Aufgabe verbunden war, konkrete Studien zur kulturellen Lage in NRW zu erstellen.

   

Insgesamt wurden auf diese Weise zusätzlich zu den originären Institutsaufgaben (Jahrbuch für Kulturpolitik, Kulturpolitischer Bundeskongress und Kulturpolitisches Informationssystems) weitere zehn Projekte durchgeführt, die in diesem Bericht vorgestellt werden.

Norbert Sievers