Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Kulturpolitische Mitteilungen Heft 153 erschienen

Kunst als Ware // Vierzig Jahre

Das 61. Loccumer Kulturpolitische Kolloquium widmete sich im Frühjahr 2016 dem »Wert der Kunst als Ware und öffentliches Kulturgut«. Das damals zur Verabschiedung anstehende Kulturgutschutzgesetz hatte die öffentliche Debatte darüber neu befeuert. Wie soll Kulturpolitik mit dieser Ambivalenz umgehen? Wann ist Kunst nur Ware und wann öffentliches Kulturgut? Die Heftbeiträge von Eckhard Braun, Matthias Müller und Barbara Welzel versuchen erste Antworten. Ihr Fazit: »Es geht nicht allein um den Handel. Es geht um den Erhalt der Identität einer Kulturnation.« Doch was macht die Identität einer Kulturnation aus? Achim Könneke sieht bereits die »deutsche Leitkultur fröhliche Wiederauferstehung« feiern.

 

Der 40. Geburtstag der Kulturpolitischen Gesellschaft bildet den zweiten Heftschwerpunkt. Norbert Sievers fordert im Blick zurück nach vorn eine konsequente Weiterentwicklung des Verbandes in Richtung »Kulturpolitik als Demokratiepolitik«. Und 8 Heftseiten bilden anschließend eine reichlich bebilderte Tour d’Horizon durch vier Dekaden Verbandsgeschichte.

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Kulturpolitik für die Zukunft der Demokratie!

Presseinformation zum 40. Geburtstag von Kulturpolitischer Gesellschaft und MOTTE Hamburg-Altona am 1. und 2. Juli in Hamburg

Brexit, Populismus, Schuldenbremse: Die Herausforderungen der Gegenwart und Lösungsstrategien der Kulturpolitik sind am Wochenende die Themen beim 40-jährigen Jubiläum der Kulturpolitischen Gesellschaft und des Stadtteilzentrums Motte Hamburg-Altona. Über 150 Experten und Akteure aus dem In- und Ausland kommen deshalb nach Hamburg und suchen Antworten auf die drängenden Fragen der Gesellschaft an die Kultur und damit Kulturpolitik.

  

Welche Rolle spielen Kultur und auch Kunst künftig im Europäischen Einigungsprozess, wie auch für die Demokratie in der Einwanderungsgesellschaft? Wie wird kulturelle Teilhabe für größere Teile der Gesellschaft möglich? Wo steht die Kulturpolitik jetzt – und wo will sie hin? Wie kann sie auch selbst attraktiver werden und dem Bedeutungsverlust vor allem in Städten und Gemeinden begegnen? Und wie könnten zukünftige Verantwortungsgemeinschaften auch unter Einbeziehung der Wirtschaft aussehen?

  

Zu diesen und weiteren Fragen gibt es am 2. Juli 2016 ein vielfältiges kulturpolitisches Programm mit Workshops, Open Spaces und weiteren Angeboten in der MOTTE Altona. Das Stadtteilkulturzentrum, dessen Entstehung eng mit der Kulturpolitischen Gesellschaft verbunden ist, wurde ebenfalls vor 40 Jahren gegründet. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

  

Schon vor dem fachlichen Diskurs wird allerdings auch gefeiert: Am 1. Juli 2016 im Rathaus Altona, wo vor 40 Jahren alles begann. Dort diskutiert ein Podium unter der Moderation des Journalisten und Künstlers Michel Abdollahi über drängende Fragen der Kulturpolitik.

  

Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, sagte: »Kaum eine andere zivilgesellschaftliche Organisation hat in den letzten 40 Jahren die kulturpolitische Debatte so stark beeinflusst wie die Kulturpolitische Gesellschaft. Ihr Motto ›Kulturpolitik ist Gesellschaft‹ ist so aktuell wie eh und je. Getreu dem Motto werden wir auch künftig im Diskurs mit unseren 1500 Mitgliedern aus allen Ebenen und Sparten des kulturellen Lebens in Deutschland Kulturpolitik weiter denken. Öffentliche Hand, Zivilgesellschaft und Kreativwirtschaft gestalten in wechselseitiger Befruchtung eine kulturelle Infrastruktur, die nicht nur zu erhalten, sondern permanent weiterzuentwickeln ist. So stellt etwa die Digitalisierung Herausforderungen, die die Kultur und unsere Lebensweise in den nächsten Jahrzehnten radikal beeinflussen wird. Umso erfreulicher ist, dass sich in letzter Zeit immer mehr junge Menschen in der Kulturpolitischen Gesellschaft engagieren.«

  

Die Abschlussveranstaltung findet am 2. Juli ab 18.00 Uhr im Resonanzraum Hamburg statt.

  

Einen Beitrag auf »Scala« (das Kulturmagazin von WDR 5) zum vierzigsten Geburtstag der Kulturpolitischen Gesellschaft finden Sie hier.

  

»Neue Verantwortungskultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt«

Kulturverbände betonen notwendige Weiterentwicklung der Kooperation von Staat und Zivilgesellschaft

Berlin, 22.06.2016. Die Veränderung der Gesellschaft fordert Zivilgesellschaft und Staat in vielerlei Hinsicht heraus: Welche Verantwortung übernehmen die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure für eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft und in welchem Verhältnis stehen dabei Zivilgesellschaft und Staat zueinander? Auf einem gemeinsamen Symposium haben die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, der Deutsche Kulturrat und die Kulturpolitische Gesellschaft gestern in Berlin diese Fragen diskutiert.

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9. Kulturpolitischer Bundeskongress 2017 – Save the Date

Der nächste Kulturpolitische Bundeskongress der KuPoGe findet vom 15. bis 16. Juni 2017 in Berlin und erstmals in dieser Konstellation gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Städtetag sowie dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) statt. Er wird sich kulturpolitischen Grundfragen widmen, die in Zeiten verschwimmender Grenzen zwischen Innen und Außen für die gesamte Kulturpolitik von Bedeutung sind.

Vor diesem Hintergrund weisen wir gerne auf das Kultursymposium Weimar des Goethe-Instituts hin:

Teilen und Tauschen sind Grundlagen menschlicher Kulturpraktiken. Sie spielen in armen Ländern eine ebenso große Rolle wie in Wohlstandsgesellschaften. Wann aber teile ich überhaupt – und mit wem? Welche gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ergeben sich aus den verschiedenen Erscheinungsformen des Teilens und Tauschens? Was bedeutet Vertrauen in Zeiten von Couchsurfing oder Carsharing?

Vom 1. bis 3. Juni bringt das Goethe-Institut mit der neuen Veranstaltungsreihe »Kultursymposium Weimar« hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Kultur und Politik nach Deutschland, die sich mit dem Thema »Teilen und Tauschen« als zeitlos-universelle Grundlagen menschlicher Kulturpraxis auseinandersetzen. Mit Jeremy Rifkin, Tomáš Sedlácek, Eva Illouz und vielen anderen.

Anmeldung und weitere Infos unter www.goethe.de/kultursymposium

  

Im Zentrum der Kulturpolitik: »Kulturimmobilien«

Neue Publikation – Neue Debatte

Kulturimmobilien wie Museen, Opern, Theater, Konzerthäuser, Kulturzentren, Bibliotheken und Volkshochschulen prägen als Bauwerke das Bild unserer Städte. Sie sind nicht nur Motoren der Stadtentwicklung sowie des Kulturtourismus und bergen ein Investitionsvolumen in Milliardenhöhe, sondern stehen auch im Zentrum der Kulturpolitik. Die Kulturpolitische Gesellschaft will sie deshalb neu zum Thema machen.

Den Auftakt dafür bildet die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben«, die vom Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft Oliver Scheytt, Simone Raskob (Bau- und Umweltdezernentin der Stadt Essen) und Gabriele Willems (Geschäftsführerin Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen) herausgegeben wird. Darin wird diese Thematik erstmals umfassend behandelt. Im Frühjahr 2017 (17. bis 19. Februar 2017) wird sich dann das 62. Kulturpolitische Kolloquium der Ev. Akademie Loccum und der Kulturpolitischen Gesellschaft dieses Themas aus kulturpolitischer Perspektive annehmen.

Als Begründung dazu erklärt KuPoGe-Präsident Oliver Scheytt: »Deutschland rühmt sich seiner weltweit unvergleichlichen kulturellen Infrastruktur. Dies ist Chance und Bürde zugleich. Eine Chance liegt in den kulturellen Einrichtungen, wenn diese Orte der Kunstproduktion und -vermittlung die Vielfalt der Künste und Kulturen repräsentieren und weiterentwickeln. Eine Bürde sind sie, weil sie gut geplant, auskömmlich finanziert und zeitgemäß transformiert werden müssen, um ihr Potential auch in Zukunft entfalten zu können. In diesem Spannungsfeld zwischen Bürde und Chance von Kulturimmobilien liegen landauf, landab die Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Gesellschaft. Aus diesem Grunde gehört das Thema Infrastruktur ganz oben auf die Diskursagenda der Kulturpolitik.«

Die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben« erscheint als Band 32 in der Reihe »Edition Umbruch« der Kulturpolitischen Gesellschaft; sie wird erstmals vom transcript Verlag in Bielefeld verlegt.

Presseerklärung als PDF sowie Bestellung

  

KuPoGe-Geschäftsführer mit neuer Aufgabe

Marc Grandmontagne wird Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins

Am 27. April ist Marc Grandmontagne vom Verwaltungsrat des Deutschen Bühnenvereins zum neuen Geschäftsführenden Vorstand gewählt worden. Er folgt ab Januar 2017 auf Rolf Bolwin, der dieses Amt seit 1992 innehat. Marc Grandmontagne ist seit Juli 2013 Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft und leitet seitdem gemeinsam mit dem langjährigen (Haupt-)Geschäftsführer Dr. Norbert Sievers die Geschäftsstelle der Kulturpolitischen Gesellschaft mit ihren verschiedenen Arbeitsfeldern. Zu diesem Wechsel erklärt KuPoGe-Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt: »Ich freue mich für Marc Grandmontagne über diesen großen Schritt in seiner beruflichen Laufbahn und wünsche ihm Glück und Erfolg für die neue Aufgabe. In den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit hat er wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung der KuPoGe geliefert. Diese Personalie ist indes ein gutes Beispiel dafür, dass Persönlichkeiten, die in der und für die KuPoGe arbeiten, ihre beruflichen Entwicklungschancen vergrößern können. Dies gilt nicht nur für unsere hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für alle die, die sich ehrenamtlich engagieren. Erst in der letzten Vorstandsperiode sind zwei Mitglieder aus dem Vorstand ausgeschieden, weil sie Ministerinnen geworden sind.«

  

Fakten und Empfehlungen zum »Kreativen Prekariat«

»art but fair«-Studie erschienen

Anfang Mai ist die Studie »Faire Arbeitsbedingungen in den Darstellenden Künsten und der Musik?!« in der Reihe Study der Hans-Böckler-Stiftung erschienen, die auf Anregung der Künstlerinitiative »art but fair« entstanden ist. Sie fasst u.a. die Ergebnisse einer Online-Befragung zu den Arbeitsbedingungen der KünstlerInnen zusammen, an der sich 2.635 Adressaten beteiligt haben. Die Ergebnisse sind zum Teil alarmierend. So arbeiten 70 Prozent der Befragten teilweise unbezahlt, 80 Prozent empfinden ihre Arbeitssituation als unsicher; fast ebenso viele halten ihre Gagen für unangemessen. Auch nach Möglichkeiten der Situationsverbesserung wurde gefragt. So kann ein Gütesiegel nach Meinung der Befragten hilfreich sein, das Veranstaltern die Einhaltung von Mindeststandards bescheinigt.

Die Studie wurde vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft wissenschaftlich betreut. Der Leiter des IfK, Dr. Norbert Sievers, sagte dazu: »Die Studie war überfällig. Einmal mehr wird deutlich, dass Kulturpolitik es auch mit sozialen Fragen zu tun hat und für bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung der Kulturschaffenden sorgen muss, um deren Produktivität nicht zu gefährden. Neben dem Kulturangebot und der Kulturnachfrage gehört die Kulturproduktion der KünstlerInnen als dritte Aufgabe ins Zentrum der Kulturpolitik. Wir wollen uns als Kulturpolitische Gesellschaft dafür einsetzen.«

Autor der Studie ist der Künstler und ehemalige Politikberater am Global Public Policy Institute Maximilian Norz aus Berlin; derzeit Masterstudium an der Harvard Kennedy School.

www.boeckler.de/65115_65139.htm

  

»Kann Spuren von Kunst enthalten« – Dokumentation des Projektes erschienen

Welche Konzepte entwickeln KünstlerInnen auf Fragen zum Umgang mit entleerten Räumen, zum Umgang der BewohnerInnen mit sich verändernden Stadträumen, zum Zusammenleben in Städten und auf dem Land, zur Schaffung von Teilhabemöglichkeiten?

Diese Konzepte aufzuspüren und mit interessierten Akteuren aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Verwaltung und Soziokultur zu diskutieren, war das Ziel des Projektes »Kann Spuren von Kunst enthalten«. Initiiert wurde es von der ForschungsAG – bestehend aus 3 Landesverbänden der Soziokultur aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen sowie dem Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. –, gefördert vom BMBF als ein Projekt des »Wissenschaftsjahrs 2015 – Zukunftsstadt«.

Die Publikation »Kann Spuren von Kunst enthalten«, die von Ulrike Blumenreich vom IfK erstellt wurde, dokumentiert dieses Projekt. So wird darin ein Eindruck in die Vielfalt der auf den Call for Concepts eingereichten 131 künstlerischen Forschungskonzepte gegeben. Im Mittelpunkt stehen die nominierten künstlerischen Forschungskonzepte und ihre IdeengestalterInnen, die ihre Projekte auf dem gleichnamigen Symposium am 25. und 26. November 2015 im Pavillon in Hannover präsentierten. Eingerahmt werden sie von zwei wissenschaftlichen Vorträgen zum Erkenntnisgewinn durch künstlerische Forschung und zu den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels für die Kulturpolitik. Einen besonderen Platz erhalten die fünf von einer Jury und den SymposiumsteilnehmerInnen ausgewählten künstlerischen Forschungskonzepte, die – vorbehaltlich der Finanzierung des folgenden Forschungsprojektes »Weiterdenken. Soziokultur2030« – in den Folgejahren realisiertr werden sollen. Stimmen der TeilnehmerInnen und Auszüge aus Presse und Medien runden die Publikation ab. Sie steht zum Download bereit unter www.kannspurenvonkunstenthalten.de.