Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

20 Jahre Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters würdigt die Arbeit des IfK

Am Montag, dem 24. Oktober, hat das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Bestandteil des Jubiläums war u.a. ein Treffen von Staatsministerin Prof. Monika Grütters und Kulturabteilungsleiter Günter Winands mit Mitgliedern des KuPoGe-Vorstands. Bei dieser Gelegenheit würdigte die Staatsministerin die Arbeit des Instituts und dessen Ansatz der angewandten Kulturpolitikforschung, die schon früh vom Bund mit »dem Prädikat ›förderungswürdig‹ versehen« worden sei. Grütters wörtlich: »Mit seinen zahlreichen Forschungs- und Publikationsaktivitäten trägt es zur Aufbereitung und Vermittlung kulturpolitischen Wissens bei und sorgt damit für ein umfassendes und differenziertes Bild von Status quo und vom ›state of the art‹ der Kulturpolitik.« Das Institut für Kulturpolitik agiere darüber hinaus zunehmend auch als »kulturpolitischer Impuls- und Ideengeber«. So sei der Kulturpolitische Bundeskongress »einer der wichtigsten kulturpolitischen Veranstaltungen in Deutschland«, der es ein ums andere Mal gelinge, »Themen zu setzen und kulturpolitische Diskurse anzustoßen.«

Treffen von Vorstandsmitgliedern der Kulturpolitischen Gesellschaft mit der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters in Bonn.

Grußwort von Staatsministerin Prof. Monika Grütters

 

Intensivierung der Kulturpolitikforschung

Neue KuPoGe-Initiative

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ihres Instituts für Kulturpolitik am 24. Oktober 2016 im Haus der Geschichte in Bonn trafen sich KulturpolitikforscherInnen auf Einladung der Kulturpolitischen Gesellschaft, um über eine Initiative zur Intensivierung der Kulturpolitikforschung in Deutschland zu diskutieren und zu beraten. Das Jubiläum sollte nicht nur Anlass für einen Rückblick geben, sondern auch für eine in die Zukunft gerichtete Aktion. In seiner Rede erklärte dazu Institutsleiter Dr. Norbert Sievers: »Es gibt gegenwärtig gute Voraussetzungen für eine Initiative zur Intensivierung der Kulturpolitikforschung. Uns schwebt jedoch kein Alleingang vor, sondern eine konzertierte Strategie in einem Verbund der Forschungsakteure, in dem über Forschungsbedarfe, -methoden und -ergebnisse diskutiert werden könnte, eine Gesprächs- und Verabredungsplattform mit dem Ziel, die angewandte Kulturpolitikforschung in Deutschland zu profilieren.« Ziel der Initiative sei darüber hinaus aber auch, sich um die Verbesserung der Forschungsbedingungen zu bemühen. Dafür wolle die Kulturpolitische Gesellschaft einen Rahmen schaffen. Ein erster Schritt dazu soll im nächsten Heft der Kulturpolitischen Mitteilungen (Nr. 155) erfolgen.

  

Transformatorische Kulturpolitik

Jahrbuch Kulturpolitik 2015/2016 erschienen

Soeben ist das inzwischen 15. Jahrbuch für Kulturpolitik des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft erschienen. Auf über 500 Seiten werden die Beiträge des 8. Kulturpolitischen Bundeskongresses 2015 »Kultur.Macht.Einheit. Kulturpolitik als Transformationspolitik« dokumentiert. Ausgangsthese ist, dass die Verwirklichung der deutschen Einheit auch die Kulturpolitik verändert hat – sowohl konzeptionell wie instrumentell. Dieser Transformationsprozess wäre jedoch zu kurz gedacht, wenn man ihn nur auf die unmittelbaren Folgen der deutschen Einheit beziehen würde. Deshalb beleuchten die über 50 Aufsätze auch darüber hinausgehende Fragen einer transformatorischen Kulturpolitik, die den gegenwärtigen Veränderungen in der Gesellschaft Rechnung trägt.

Ferner enthält das Jahrbuch – wie üblich – Beiträge zur Kulturforschung und eine Chronik kulturpolitischer und kultureller Ereignisse, eine Auswahlbibliografie »Kulturpolitik im Transformationsprozess« sowie die obligatorische »Bibliografie kulturpolitischer Neuerscheinungen«.

Herausgegeben haben das Jahrbuch Norbert Sievers, Patrick S. Föhl, Tobias J. Knoblich für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.: Es ist erstmalig im Bielefelder Verlag transcript erschienen und im Buchhandel sowie über die Kulturpolitische Gesellschaft erhältlich. Die Open-Access Version des Jahrbuches finden Sie unter: www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3512-6/jahrbuch-fuer-kulturpolitik-2015/16

Bestellen: www.kupoge.de/publikationen/aktion_jahrbuch2015-16.htm

  

»Kulturimmobilien« als Gestaltungsaufgabe

Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 154 – III/2016 erschienen

Nicht erst seit den Aufregungen um die Elbphilharmonie in Hamburg ist die kulturelle Infrastruktur in den Städten und Gemeinden des Landes in den Fokus der Kulturpolitik gerückt. Hier werden die meisten Mittel verausgabt und zuweilen auch Planungs- und Ausführungsfehler getätigt, die den Kulturetat zusätzlich belasten und Legitimationsfragen aufwerfen. Was nottut, sind eine effektive Koordinierung der handelnden Akteure und eine neue Konzertierung der zugrunde liegenden Strategien und Konzepte.

Die aktuelle Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen stellt sich im Schwerpunkt »Kulturimmobilien« dieser Aufgabe. Oliver Scheytt, Bernd Nentwig, Andreas Leuchtenmüller, Sebastian Schwarzenberger u.a. skizzieren dabei Grundlagen, Mechanismen, Handlungsfelder und Perspektiven einer kommunalen Kulturpolitik, die mit ihren Kulturbauten stadtbildprägende Wirkung entfaltet.

Darüber hinaus finden sich im neuen Heft ein Interview mit Hortensia Völckers über die Arbeit der Kulturstiftung des Bundes, ein Rückblick auf 40 Jahre Kulturpolitische Gesellschaft und Berichte zu Kulturprojekten mit Flüchtlingen.

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Save the Date!

9. Kulturpolitischer Bundeskongress am 15./16. Juni 2017 in Berlin

Am 15./16. Juni 2017 findet der 9. Kulturpolitische Bundeskongress der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin statt. Neben dem Deutschen Städtetag sind dieses Mal auch das Goethe Institut und das Institut für Auslandskulturarbeit (ifa) als Kooperationspartner dabei. Der Grund dafür ist naheliegend: Es geht beim nächsten Kongress um die Verschränkung von Innen- und Außenkulturpolitik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene bzw. um die Beobachtung, dass »Innen« und »Außen« heute nicht mehr so klar unterschieden werden können, wie das (auch in der Kulturpolitik) früher eher möglich gewesen ist. Es werden Fragen nach der Bedeutung dieser Entgrenzung gestellt. Mehr wird zum Kongress ab Ende des Jahres zu erfahren sein.

  

»Kulturarbeit jenseits der Metropolen«

Fonds Soziokultur vergibt Innovationspreis an drei beispielhafte Projekte

Alle zwei Jahre lobt der Fonds Soziokultur einen thematischen »Innovationspreis« aus, der originelle Initiativen und Projektentwürfe auszeichnet. Die aktuelle Vorgabe lautete diesmal »Kulturarbeit jenseits der Metropolen« und sollte neue Impulse für die Kulturarbeit in ländlichen Regionen liefern. Bundesweit wurden 12 Projekte nominiert, aus denen die Jury schließlich drei Preisträger auswählte. Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält das Theater Kulturkate aus Lübtheen in Mecklenburg für das Projekt »Grenzfälle«, das die deutsch-deutsche Teilung am »Grenzfluss« Elbe thematisierte. Den mit insgesamt 8.000 Euro dotierten zweiten Preis teilen sich jeweils der Verein Asphalt Visionen aus Hattert im Westerwald und Schloss Bröllin e.V. in der Uckermark. Die Westerwälder werden ausgezeichnet für ihr »Kulturspektakel«, das die Region in ein Freilufttheater verwandelte, und die Uckermärker für ihre beispielhafte kulturelle Flüchtlingsarbeit in einer vernachlässigten ländlichen Grenzregion. Die Preisverleihung findet statt am 10. November 2016 im Gutshaus Pritzier, Amt Hagenow-Land, ca. 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Weitere Infos unter: www.fonds-soziokultur.de/foerderung/innovationspreis-soziokultur/preisverleihung-2016.html

  

Fonds Soziokultur mit neuem Internetauftritt

Der Fonds Soziokultur hat seine Internet-Seiten überarbeitet. Während der letzten 15 Jahre war die Homepage zwar kontinuierlich komplexer, aber auch unübersichtlicher geworden. Das neue Layout schafft nun wieder größere Klarheit. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will: www.fonds-soziokultur.de

  

»Wer die Unfreiheit kennengelernt hat, weiß die Freiheit ganz anders zu schätzen«

Prof. Klaus Staeck ist neues Ehrenmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft

Am 22. September wurde dem Künstler, ehemaligen Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin und Gründungsmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Klaus Staeck, die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, würdigte in seiner Laudatio die Verdienste von Klaus Staeck und sein Eintreten für eine bessere Gesellschaft mit den Mitteln der Kunst: »Kulturpolitik ist demokratischen Grundwerten verpflichtet. Sie ist auf Künstler angewiesen, die diskursbildend wirken und künstlerische Freiheit immer wieder neu verteidigen und erringen. Dafür stehen Leben und Person von Klaus Staeck. Sein Engagement galt und gilt der freiheitlichen und offenen Gesellschaft und dies auch dann, wenn es persönliche Risiken und Nachteile mit sich bringt.«  

v.l.n.r.: Prof. Dr. Oliver Schyett (Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.), Prof Klaus Staeck (ehemaliger. Präsident der Akademie der Künste in Berlin) und Prof. Dr. Olaf Schwencke (Kuratoriumsvorsitzender des Instituts für Kulturpolitik der KuPoGe).

Klaus Staeck wurde bekannt durch seine politische Plakatkunst, mit der er im öffentlichen Raum bisweilen stark provozierte. Für ihn war die Satire allerdings immer ein Medium, um die »unverschuldet Schwachen gegen den Übermut der Starken zu verteidigen«.

Er sagte: »Ich freue mich sehr über die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft durch die Kulturpolitische Gesellschaft, die sehr viel zur Weiterentwicklung und Prägung der Kulturpolitik in Deutschland beigetragen hat. Wir brauchen die Kulturpolitik heute mehr denn je, insofern hoffe ich sehr, dass die KuPoGe auch zukünftig als Institution der Tiefenreflexion wichtige Impulse zur Sicherung und Weiterentwicklung der kulturpolitischen Struktur leistet. Denn auch hier gilt: Nichts ist erledigt!«

Klaus Staeck ist nach Hilmar Hoffmann, Hermann Glaser, Paul Raabe und Gerhart Baum das fünfte Ehrenmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft.

 

365 Tage für die Offene Gesellschaft

Kulturpolitische Gesellschaft unterstützt die »Initiative Offene Gesellschaft«

Überall in Europa erstarken rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien, Feinde einer offenen Gesellschaft sitzen in den Parlamenten fast aller europäischer Länder, in manchen sogar in der Regierung, Ausgrenzungswünsche nehmen zu, und es breitet sich eine unangenehme Kultur des Hasses in Verhalten und Begriffen aus, der zunehmend auch die Mehrheitsgesellschaft infiltriert. Hat die Offene Gesellschaft ihre besten Tage hinter sich?

Die »Initiative Offene Gesellschaft« ruft bereits seit Herbst 2015 zur Auseinandersetzung mit diesen Themen auf, unter ihrem Dach fanden zahlreiche Debatten und Diskussionsveranstaltungen in ganz Deutschland statt. Seit dem 22.9.2016 läuft nun die Aktion »365 Tage für die Offene Gesellschaft«. Genau ein Jahr vor der Bundestagswahl rufen die Initiatoren alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, aktiv für ein offenes und demokratisches Deutschland einzutreten. Ziel der Bewegung ist es, der »schweigenden Mehrheit« ein Jahr vor der Bundestagswahl eine Stimme zu geben und eine positive Debatte über die Zukunft der offenen Gesellschaft zu führen. Die Initiative wird von Vertretern der Zivilgesellschaft aus allen Bereichen getragen.

Die Kulturpolitische Gesellschaft unterstützt diese Initiative, denn Kulturpolitik ist demokratischen Grundsätzen verpflichtet und braucht Offenheit und Freiheit.

Informationen unter: https://www.die-offene-gesellschaft.de/home

  

Im Zentrum der Kulturpolitik: »Kulturimmobilien«

Neue Publikation – Neue Debatte

Kulturimmobilien wie Museen, Opern, Theater, Konzerthäuser, Kulturzentren, Bibliotheken und Volkshochschulen prägen als Bauwerke das Bild unserer Städte. Sie sind nicht nur Motoren der Stadtentwicklung sowie des Kulturtourismus und bergen ein Investitionsvolumen in Milliardenhöhe, sondern stehen auch im Zentrum der Kulturpolitik. Die Kulturpolitische Gesellschaft will sie deshalb neu zum Thema machen.

Den Auftakt dafür bildet die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben«, die vom Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft Oliver Scheytt, Simone Raskob (Bau- und Umweltdezernentin der Stadt Essen) und Gabriele Willems (Geschäftsführerin Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen) herausgegeben wird. Darin wird diese Thematik erstmals umfassend behandelt. Im Frühjahr 2017 (17. bis 19. Februar 2017) wird sich dann das 62. Kulturpolitische Kolloquium der Ev. Akademie Loccum und der Kulturpolitischen Gesellschaft dieses Themas aus kulturpolitischer Perspektive annehmen.

Als Begründung dazu erklärt KuPoGe-Präsident Oliver Scheytt: »Deutschland rühmt sich seiner weltweit unvergleichlichen kulturellen Infrastruktur. Dies ist Chance und Bürde zugleich. Eine Chance liegt in den kulturellen Einrichtungen, wenn diese Orte der Kunstproduktion und -vermittlung die Vielfalt der Künste und Kulturen repräsentieren und weiterentwickeln. Eine Bürde sind sie, weil sie gut geplant, auskömmlich finanziert und zeitgemäß transformiert werden müssen, um ihr Potential auch in Zukunft entfalten zu können. In diesem Spannungsfeld zwischen Bürde und Chance von Kulturimmobilien liegen landauf, landab die Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Gesellschaft. Aus diesem Grunde gehört das Thema Infrastruktur ganz oben auf die Diskursagenda der Kulturpolitik.«

Die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben« erscheint als Band 32 in der Reihe »Edition Umbruch« der Kulturpolitischen Gesellschaft; sie wird erstmals vom transcript Verlag in Bielefeld verlegt.

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