Kulturpolitischer Bundeskongress

Sechster Kulturpolitischer Bundeskongress »netz.macht.kultur – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft«

Die Kulturpolitischen Bundeskongresse

6. Kulturpolitischer Bundeskongress 2011Die Durchführung der im zweijährigen Rhythmus stattfindenden kulturpolitischen Bundeskongresse gehört zu den zentralen Aufgaben des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. Es ist ihre Aufgabe, aktuell relevante Themen der Kulturpolitik von bundesweiter Bedeutung öffentlich zu diskutieren und zu kommunizieren. Ihr Ziel ist es, durch die Wahl der Themen und die Art der »Inszenierung« Markierungen und Schwerpunkte in diesem Diskurs zu setzen, die eine gewisse Orientierungsfunktion haben. Gleichzeitig sollen die Kulturpolitischen Bundeskongresse Treffpunkte sein, um die Akteure der unterschiedlichen kulturpolitischen (Entscheidungs-)Ebenen und Kontexte zusammenzubringen und ihnen ein Forum zu geben.

Die ersten fünf Bundeskongresse »kunst.macht.kulturpolitik« (2001), »inter.kultur. politik« (2003), »publikum.macht.kultur« (2005), »Kultur.macht. europa« (2007) »kultur.macht.geschichte – geschichte.macht.kultur« (2009) haben diese Erwartungen erfüllt. Mit jeweils ca. 400ˆ500 TeilnehmerInnen waren sie sehr gut besucht und das Echo in den Medien war insgesamt sehr positiv, so dass gesagt werden kann, dass es gelungen ist, dem Selbstanspruch gerecht zu werden und die Marke »Kulturpolitischer Bundeskongress« erfolgreich in der kulturpolitischen Öffentlichkeit zu platzieren. Der Sechste Kulturpolitische Bundeskongress »netz-macht.kultur – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft« findet am 9./10. Juni 2011 in der Katholischen Akademie in Berlin statt.

Die Kulturpolitischen Bundeskongresse werden federführend vom Institut für Kulturpolitik geplant und durchgeführt. Die Mitarbeiter des Instituts können dabei zurückgreifen auf Ressourcen der Kulturpolitischen Gesellschaft (Kompetenz, Verbindungen, Erfahrungen), die in der kulturpolitischen Öffentlichkeit ein eingeführter und bekannter Akteur ist. Als enger Kooperationspartner und Mitveranstalter ist von Beginn an die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt.

Die fünf ersten Kongresse waren sehr stark diskursiv angelegt. Die Themen wurden vor allem in kleinen Diskussionsrunden plenar oder in parallelen Foren diskutiert. Dabei wurde Wert darauf gelegt, eine angemessene Mischung aus Sachinformation und kontroverser Debatte zu ermöglichen. Konzeptleitend war ferner die Idee, neben theoretischen und empirischen Beiträgen den Praxiserfahrungen durch Good-practice-Beispiele Raum zu geben. Die Referenten und Experten kamen dabei aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland. Die Konzeption des Kulturpolitischen Bundeskongresses ist nicht statisch, sondern soll jedes Mal durch neue Elemente gekennzeichnet sein, um in Inhalt und Form dem Anspruch eines Bundeskongresses gerecht werden zu können. Geplant ist, in Zukunft mit verschiedenen Präsentations-, Diskurs- und Dokumentationsformen zu experimentieren, um auch der Tagungs- und Kongresslandschaft neue Impulse zu geben.

Aufgegriffen wird bei dem Sechsten Kulturpolitischen Bundeskongress auch die Kommunikationsstrategie des letzten Kongresses, die eine Kongresswebsite www.netz-macht-kultur.de und einen E-Mail-Newsletter (betr. Kulturpolitik) einschließt, der an ca. 8.000 Adressaten in Europa in deutscher und englischer Sprache versandt wird. Damit soll die kulturpolitische Öffentlichkeit auf den Kongress vorbereitet werden.

»netz.macht.kultur – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft«

Am 9./10.Juni 2011 widmet sich der 6. Kulturpolitische Bundeskongress dem Thema »netz.macht.kultur. Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft« in Berlin. Folgende Überlegungen haben zur Auswahl des Themas geführt:

Wir leben seit gut zwei Jahrzehnten in einer digitalen Gesellschaft, deren Rhythmus sich mehr und mehr zu beschleunigen scheint. Die zunehmend mobile digitale Kommunikation revolutioniert den gesellschaftlichen Austausch und stellt bisher gültige Ordnungs- und Rechtsvorstellungen in Frage. Zentrale Codes der modernen Zivilgesellschaften wie Freiheit, Eigentum, Muße, Privatheit und Öffentlichkeit stehen auf dem Prüfstand. Welche neuen Formen der gesellschaftlichen Teilhabe entstehen, welche alten Formen verschwinden, ist ungewiss. Die damit verbundenen Risiken für die demokratische Gesellschaft sind umstritten. Zugleich mehren sich die Möglichkeiten exponentiell, Wissen zu erzeugen, zu vermitteln und zu speichern. Die Künste stehen mitten in diesem dynamischen Wandel und kreieren selbst neue Formen und Techniken der Gestaltung, Wahrnehmung und Reflexion. Inhalt, Rhetorik und Vehemenz der Auseinandersetzung tragen die Züge eines Kulturkampfes.

Kulturpolitik und Kulturinstitute sind mit dem Wandel von der analogen zur digitalen Wissens- und Kommunikationsgesellschaft an entscheidenden Stellen konfrontiert. Es gilt, die digitalen Veränderungen der Gesellschaft und ihrer Institutionen zu analysieren, die Sinnhaftigkeit alter Strukturen und Vorstellungen zu prüfen, Veränderungen der kulturellen Wertvorstellungen zu bilanzieren und Ideen zu entwickeln, das Neue und seine Möglichkeiten für eine inklusive, die Teilhabe fördernde Kulturpolitik mitzugestalten. Auf der Tagesordnung steht die Frage nach einer digitalen Kulturpolitik: Welchen Herausforderungen muss sie sich stellen? (Wie) müssen die kulturpolitischen Instrumentarien den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden? Was bedeuten heute Aura, Original, Kunstautonomie, Kanon, Urheberschaft, geistiges Eigentum, individuelle Autorenschaft, Professionalität und Genie?

Zu den 53 Akteuren des Kongresses gehören u.a die Sozialwissenschaftler Gerhard Schulze und Geert Lovink, die Blogger Mercedes Bunz und Markus Beckedahl, Film- und Spiele-Expertinnen wie Claudia Wegener und Tanja Witting, Kulturmanager wie Armin Klein und Tim Renner, Fachleute für Urheberrechtsfragen wie Jeanette Hofmann, Volker Grassmuck oder Gerhard Pfennig. Staatsminister Bernd Neumann, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, wird die Tagung eröffnen. Im Jahr 2010 wurde der Kongress konzeptionell entwickelt und organisatorisch vorbereitet. Veranstalter sind das Institut für Kulturpolitik der kulturpolitischen Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Mehr Informationen unter www.netz-macht-kultur.de

Norbert Sievers

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