Aktuelle Publikationen
Jahrbuch für Kulturpolitik 2011
Band 11 – Digitalisierung und Internet
Die Digitalisierung der Informationsverarbeitung und der medialen Kommunikation hat unsere Lebens- und Arbeitswelt grundlegend verändert. Das Internet ist der sinnfälligste Ausdruck dieses revolutionären Veränderungsprozesses. Die Künste stehen mitten in diesem dynamischen Wandel. Neue digitale Formen und Techniken verändern die Bedingungen ihrer Produktion und Rezeption. Programmatisch bedeutsame Begriffe wie Original, Aura, Autonomie, individuelle Urheberschaft und geistiges Eigentum, die jahrhundertelang selbstverständlich waren, bekommen eine veränderte Bedeutung.
Die Kultureinrichtungen und die Kulturpolitik selbst stehen durch die Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Es gilt, die problematischen Folgen dieser Entwicklung zu analysieren und die großen Chancen zu nutzen, die diese Entwicklung vor allem für die Kulturvermittlung begründet.
In diesem Jahrbuch wird die Digitalisierung mit Blick auf ihre Folgen für die Kultur, ihre Sparten und Formate und die kulturpolitischen Herausforderungen befragt und diskutiert. Den Kern des Jahrbuches bilden die Beiträge des 6. Kulturpolitischen Bundeskongresses »netz.macht.kultur. – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft«, den die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für Politische Bildung am 9./10. Juni 2011 in Berlin durchgeführt haben.
An den Schwerpunkt schließen sich die regelmäßigen Rubriken, die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliographie kulturpolitischer Neuerscheinungen und der Adressenteil sowie Kunst und Kultur im Internet an.
Autoren sind Bernd Neumann, Oliver Scheytt, Norbert Sievers, Gerhard Schulze, Hermann Glaser, Wolfgang Hippe, Amelie Deuflhard, Inke Arns, Susanne Binas-Preisendörfer, Georg Hajdu, Thomas Krüger, Wolfgang Börnsen, Siegmund Ehrmann, Reiner Deutschmann, Lukrezia Jochimsen, Agnes Krumwiede, Ralf Lunau, Olaf Zimmermann, Lisbet Rausing, Ulrich Johannes Schneider, Regina Franken-Wendelstorf, Sibylle Lichtensteiger, Christian Gries, Christoph Deeg, Armin Klein, Birgit Mandel, Daniela Bamberger, Raphaela Henze, Christian Henner-Fehr, Cerstin Gerecht, Dieter Haselbach, Anna Theil, Heiner Keupp, Kurt Eichler, Wolfgang Zacharias, Karl Ermert, Claudia Wegener, Andreas Lange, Hans-Jürgen Palme, Monika Grütters, Gerhard Pfennig, Till Kreutzer, Volker Grassmuck, Oliver Castendyk, Ralf Brünglinghaus, Katharina Weinert, Karl-Heinz Reuband und Tim Renner.
Herausgegeben für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft von Bernd Wagner • Bonn / Essen: Klartext Verlag 2011 • 498 Seiten • 19,90 Euro • ISBN: 978-3-8375-0615-0
»Ach!«
Leben und Wirken eines Kulturbürgers
Hermann Glaser
Wie kaum ein anderer Name steht Hermann Glaser für das »Bürgerrecht Kultur«. Kunst und Kultur können ihren Eigenwert nur entfalten, wenn sie sich mit einer politischen Grundhaltung verbinden, die Beteiligung ermöglicht und zu Mitdenken und Mitgestaltung herausfordert. Mit dieser Überzeugung hat Hermann Glaser die Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland entscheidend geprägt. Durch unermüdliche Vortrags- und Lehrtätigkeit im In- und Ausland und seine zahlreichen Veröffentlichungen hat er die Konzeption der Neuen Kulturpolitik theoretisch maßgeblich mitentwickelt und praktisch umgesetzt. Der von ihm geprägte Begriff »Soziokultur« wurde zu einem Kennzeichen dieser kulturpolitischen Reform sowie vieler Einrichtungen und Projekte.
In seinem Buch schildert er die wichtigsten Stationen seines Lebens: von den bedrückenden Kindheitserfahrungen im Nationalsozialismus, der als Befreiung erlebten Zeit des Wiederaufbaus, der wachsenden Selbstzufriedenheit der Wohlstandsgesellschaft, deren spießbürgerliche Erbschaft er hellsichtig erkennt, bis zu seiner kommunalpolitischen Praxis als Kulturreferent der Stadt Nürnberg und den vielfältigen Begegnungen als Berater und Publizist nach Ende seiner Amtszeit. Es gelingt Hermann Glaser mit beeindruckender kulturpolitischer Konsequenz und menschlicher Glaubwürdigkeit, persönliche Erinnerung und Zeitgeschehen zu verbinden.
Hermann Glaser • Kulturpolitische Gesellschaft e. V. / Klartext Verlag Bonn/Essen 2011 (Edition Umbruch Nr. 27) • S. 326 • 19,80 Euro • ISBN 978-3-8375-0472-9
Shortcut Europe 2010
Dokumentation des Europäischen Kongresses zum Thema »Soziale Ausgrenzung und kulturelle Inklusion« vom 3. bis 5. Juni 2010 in Dortmund
In der europäischen Veranstaltungsreihe »Shortcut Europe« veranstaltete der Fonds Soziokultur in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft sowie der Kulturstiftung des Bundes und weiteren deutschen und europäischen Partnern vom 3. bis 5. Juni 2010 in Dortmund einen europäischen Kongress zum Thema »Kulturelle Strategien und soziale Ausgrenzung«. Er stand im programmatischen und regionalen Kontext der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Zudem beteiligten sich die Veranstalter mit dem Kongress an der Initiative der Europäischen Union, die 2010 zum »Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung« ausgerufen hatte.
Thematischer Ausgangspunkt des Kongresses war die Tatsache, dass der Kulturbereich von den sozialen Spaltungstendenzen in der Gesellschaft nicht ausgenommen ist. Und soziale und kulturelle Ausgrenzung gehen oft Hand in Hand. Gefragt wurde: Können Kulturpolitik, Kulturarbeit, kulturelle Bildung und Kulturpädagogik Strategien gegen soziale Ausgrenzung entwickeln? Ist der kultur- und gesellschaftspolitische Anspruch einer »Kultur für alle« noch in den Köpfen der Akteure gegenwärtig? Gibt es neue Ansätze und Methoden der aktivierenden Kulturarbeit in der europäischen Soziokultur? Muss Kulturarbeit mehr aufsuchende Aktivitäten beinhalten, also an die Orte der Menschen gehen, die als kulturfern gelten? Wie können insbesondere Jugendliche in sozial benachteiligten Lebenslagen angesprochen werden?
Wissenschaftler, Politiker und Akteure, Vertreter soziokultureller Zentren, der Kinder- und Jugendkulturarbeit, der spartenübergreifenden Kulturarbeit sowie von Stadtteil- und Gemeinweseninitiativen aus Deutschland und Europa kamen zusammen, um Erfahrungen aus der europäischen Praxis zu diskutieren. Der Band dokumentiert Vorträge, Praxisbeispiele und Materialien zum Kongress.
Autoren sind unter anderem Norbert Sievers, Kirsten Haß, Kurt Eichler, Max Fuchs, Rainer Treptow, Pius Knüsel, Franz-Josef Röll, Helga Trüpel und Christopher Gordon
Fonds Soziokultur e.V. (Hrsg.) • Kulturpolitische Gesellschaft e. V., Bonn / Klartext Verlag, Essen 2011 (Dokumenation 69) • 204 Seiten • 15,00 Euro • ISBN 978-3-8375-0504-7
