Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Kultur und Kulturpolitik in Polen und Deutschland nach der Wende 1989

Internationale Fachkonferenz in Poznan vom 11. bis 12. Juni 2014

Wie haben sich Kulturpolitik und Kultur seit der Wende 1989 in Polen und in der Bundesrepublik Deutschland neu aufgestellt? Wie haben sie sich seitdem entwickelt? Vor welchen Herausforderungen steht die Kulturpolitik in den beiden Ländern auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene? Wie steht es um die polnisch-deutschen Beziehungen auf dem Gebiet der Kultur(politik)? Braucht es neue Formen des Kulturaustausches und der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der vom Instytut Zachodni in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. veranstalteten Konferenz in Poznan. Wissenschaftler, Kulturpolitiker und Vertreter von Kulturinstitutionen aus Polen und der Bundesrepublik stellen ihre Forschungsergebnisse, Arbeitsberichte und Meinungen in Referaten und Podiumsdebatten zur Diskussion.

Programm

   

Jahrbuch für Kulturpolitik 2013 erschienen

»Kulturpolitik und Planung« ist der Titel des 13. Jahrbuchs für Kulturpolitik, das ab sofort bestellt werden kann. Es enthält über 50 Beiträge zum 7. Kulturpolitischen Bundeskongress »Kultur nach Plan. Strategien konzeptbasierter Kulturpolitik« der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung vom Juni des vergangenen Jahres, die um weitere Aufsätze zum Thema ergänzt worden sind. Ferner sind auch dieses Mal die regelmäßigen Rubriken enthalten: die Chronik kulturpolitischer Ereignisse, die Bibliografie kulturpolitischer Neuerscheinungen, eine Zusammenstellung der Fachliteratur zum Thema »Kulturpolitik und Planung« sowie Adressen kulturpolitischer Institutionen, Gremien und Verbände. Zusammen mit dem Jahrbuch 2012 (»Neue Kulturpolitik der Länder«) bildet das Jahrbuch ein unverzichtbares Kompendium zur »konzeptbasierten Kulturpolitik« für Studium und Beruf im Kulturbereich. mehr

   

59. Loccumer Kulturpolitisches Kolloquium

Kreatives Prekariat. Aber: nicht nur Künstler sind arm

Vom 21. bis zum 23. Februar fand das 59. Kulturpolitische Kolloquium der Evangelische Akademie Loccum in Verbindung mit der Kulturpolitischen Gesellschaft statt. In diesem Jahr befassten sich die Teilnehmer mit dem Thema »Kreatives Prekariat. Wie lebt es sich von und mit der Kunst?« Das Thema stieß auf große Resonanz. Mit über 130 TeilnehmerInnen war die Veranstaltung ausgebucht. Die Brisanz des Themas wurde dabei nicht allein durch die anwesenden Künstlerinnen und Künstler dokumentiert, die einen anschaulichen Einblick in ihre schwierige Lebenssituation gaben. Auch die Kulturstatistik/-forschung trug ihren Teil dazu bei.

   

Die Einkommenssituation von Künstlern

Bemerkenswert war, dass Michael Söndermann (Büro für Kulturwirtschaftsforschung) anhand neuer Daten zeigen konnte, dass 50 Prozent der Künstler über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1.000 bis 2.000 Euro verfügen, wenn alle Einkommensquellen berücksichtigt werden. Damit stehen sie besser da als die sozialen Berufe und auch nicht schlechter als alle Berufstätigen. Allerdings ist das Einkommen der Freiberuflichen Künstler in der unteren Hälfte der Einkommensskala mit 8.652 Euro p.a. extrem niedrig, was die These vom »kreativen Prekariat« unterstreicht.

   

Alle Daten und empirischen Befunde hierzu wurden von Michael Söndermann eigens für die Tagung in Loccum erstellt. Die Präsentation von Michael Söndermann kann hier angesehen werden, die Daten werden stetig aktualisiert.

   

Eine Rückschau auf das Kulturpolitische Kolloquium von Tim Schomacker finden Sie auch hier.

  

Anzahl der Vereinsmitglieder steigt – über 100 neue Mitglieder in 2013 für die KuPoGe

Am 31.12.2013 hatte die Kulturpolitische Gesellschaft 1.530 Mitglieder. Damit ist die 1.500-Marke endgültig geknackt. Insgesamt besteht unser Verein aus 1.351 Einzel- und 179 korporativen Mitgliedern. Männliche und weibliche Mitglieder halten sich ungefähr die Waage, der Altersdurchschnitt stieg leicht um ein Jahr auf 51 Jahre. Dennoch altert die KuPoGe seit 15 Jahren nicht, weil viele jüngere Mitglieder eintreten. Am stärksten ist Nordrhein-Westfalen mit aktuell 417 Mitgliedern vertreten, es folgen zahlenmäßig Berlin mit 236 und Baden-Württemberg mit 161.

Weitere Informationen

Ganz frisch und seit knapp einer Woche dabei ist unser neues korporatives Mitglied »Deutsche Theatertechnische Gesellschaft« (DTHG): Gegründet im Jahr 1907, zählt sie zu den ältesten Berufsverbänden Deutschlands. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, die herstellende Industrie und die Fachleute als Anwender zusammenzubringen, berufliche Anforderungen an die Ausbildung zu formulieren und in vielen gesetzgeberischen Fragen beratend und manchmal auch mahnend aktiv zu werden. Die DTHG hat über 1.600 Mitglieder in ganz Deutschland und engagiert sich zudem auch kulturpolitisch. Weitere Informationen finden Sie unter www.dthg.de.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen unseren Mitgliedern für ihre Unterstützung und Ihr Engagement bedanken und alle neuen Mitglieder ganz herzlich im Kreis der Kulturpolitischen Gesellschaft begrüßen!

             

Tagung »Schärfentiefe«

Vom 22. bis 23 November 2013 fand in diesem Rahmen die kulturelle Tagung »Schärfentiefe – Über was in der Kultur zu reden ist« im Rendsburger Nordkolleg im Herzen Schleswig-Holsteins statt. Auf Einladung der Kieler Universität, der Kulturpolitischen Gesellschaft und des Nordkollegs Rendsburg trafen sich über 30 Fachleute aus nahezu allen wichtigen Bereichen der Kultur sowie ein das gesamte kulturwissenschaftliche Seminar des Masterstudiengangs »Gegenwartsliteratur / Literaturvermittlung« der Christian Albrechts Universität zu Kiel / Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien (gut 20 Studierende) um über Zustand, Probleme und Möglichkeiten von und für Kultur und Kulturpolitik, vor allem in Deutschland, zu sprechen. Jetzt hat die Studentin Malin Schmidt unter Mitarbeit einiger Kommilitonen (siehe PDF) eine Auswertung zur Tagung vorgelegt.

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Neuer Blogeintrag zu Kulturpolitik und Kulturmanagement

Auf dem 7. Kulturpolitischen Bundeskongress »Kultur nach Plan? Strategien konzeptbasierter Kulturpolitik« im Juni 2013 wurde das Thema »Kulturpolitik und/oder Kulturmanagement? Bessere Konzepte mit Kulturmanagement?« diskutiert. Die Beiträge von Birgit Mandel und Achim Könneke in Heft 143 der Kulturpolitischen Mitteilungen gehen auf diese Diskussion zurück. Ergänzt werden sie durch Beiträge von Hermann Voesgen, Patrick S. Föhl und Gernot Wolfram. Wir laden Sie dazu ein, diese Debatte auf dem Blog der Kulturpolitischen Gesellschaft weiterzuführen!

  

Kulturstiftungen verabschieden Schweriner Erklärung

Am 20. und 21. Januar fand in Schwerin die Tagung des Arbeitskreises Kunst und Kultur des Bundesverbands Deutscher Stiftungen statt. Etwa 70 VertreterInnen von Stiftungen, aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft diskutierten über das Thema »Kulturförderung und Nachhaltigkeit: Finanzierung in der Krise – eine Herausforderung für Stiftungen«. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, der Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz Tobias Henkel, plädierte für eine aktive Rolle von Stiftungen bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen für die Kultur. Marc Grandmontagne, der KuPoGe-Geschäftsführer, vertiefte auf dem Abschlusspanel konkrete Ideen zur Schaffung eines bundesweiten Netzwerks zur Stärkung der Kulturpolitik sowie zu besseren Möglichkeiten kulturpolitischer Weiterbildung. Als erstes Ergebnis hat der Arbeitskreis die Schweriner Erklärung verabschiedet. Darin formulieren die deutschen Kunst- und Kulturstiftungen ihren Anspruch, keine Ausfallbürgen für Kürzungen der öffentlichen Kulturhaushalte zu sein. Der Arbeitskreis will in den nächsten Monaten konkrete Vorschläge zur Umsetzung der diskutierten Ideen erarbeiten und den Diskurs zeitnah fortsetzen. Die Kulturpolitische Gesellschaft wird diesen Prozess auch zukünftig mitgestalten.

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Kulturentwicklungskonzeptionen in Thüringen

IfK erarbeitet Konzepte

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft ist nach einer Ausschreibung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit der externen Beratung und Begleitung eines Prozesses zur Erarbeitung von Kulturentwicklungskonzeptionen in zwei Modellregionen im Freistaat Thüringen durch die beteiligten Landkreise beauftragt worden. Konkret sind in den Modellregionen Landkreis Hildburghausen und Landkreis Sonneberg sowie Kyffhäuserkreis und Landkreis Nordhausen in den nächsten Monaten eine umfassende Bestandsaufnahme und Strukturanalyse geplant, um einen differenzierten Einblick in die regionalen Gegebenheiten zu gewinnen und die Situation gemeinsam mit den Akteuren vor Ort bewerten zu können. Vorgesehen ist dabei unter anderem die Aufbereitung vorhandener Strukturdaten und die Befragung von Kultureinrichtungen / -trägern in den Regionen (schriftlich und mündlich). Die Bestandsaufnahe wird dann die Basis für einen diskursiven Prozess (im Rahmen von Workshops und Diskussionsveranstaltungen) sein, um daraus Ideen und Vorschläge für konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die dann im Abschlussbericht vorgestellt werden.

Das Projekt wird durchgeführt von Dr. Patrick S. Föhl als freien Mitarbeiter des Instituts für Kulturpolitik (IfK) sowie von Dr. Norbert Sievers als Leiter des Instituts und Marc Grandmontagne als KuPoGe-Geschäftsführer. Die Modellkonzeptionen sollen im Oktober 2014 vorliegen.

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