Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Kulturpolitische Mitteilungen 146 erschienen

Schwerpunkt »Das Kulturfördergesetz«

KuMi 146Im Schwerpunkt der neuesten Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen ist das Kulturfördergesetz NRW Gegenstand der Diskussion. Was bringt die gesetzliche Verankerung der Kulturförderung ohne entsprechende Mittelerhöhung? Ist ein Gesetz überhaupt die angemessene Form oder wäre eine Kulturentwicklungskonzeption nicht der bessere Weg? Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich Andreas Bialas, Oliver Keymis, Thomas Sternberg, Klaus Hebborn, Johannes Hellermann, Annette Schwandner, Peter Grabowski und Olaf Zimmermann auseinander. Weitere Themen sind u.a. die Kulturpolitik des Bundes (Interview mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Medien, Siegmund Ehrmann), das 25-jährige Jubiläum des Fonds Soziokultur sowie die Kulturperspektiven Schleswig-Holsteins und die Künstlersozialkasse.

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Neues Instrument netzwerkorientierter Kulturentwicklung

Erstmaliger Einsatz in einem IfK-Projekt

Das Institut für Kulturpolitik hat in seinem Projekt zur Entwicklung von Kulturkonzeptionen in zwei Thüringer Modellregionen ein neues Instrument der Netzwerkanalyse eingesetzt und damit Neuland betreten. Mithilfe einer innovativen Methode zur Erhebung von Netzwerkdaten, dem Net-Mapping, konnten auf der Basis von Interviews mit ausgewählten Personen die Interaktionsbeziehungen und Netzwerkstrukturen zwischen Akteuren aus Kultur, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Modellregion Landkreis Hildburghausen / Landkreis Sonneberg nachgezeichnet werden. Die Auswertung der Netzwerkanalyse offenbarte überraschende Erkenntnisse. Vorteil einer Netzwerkanalyse ist, dass sie die wichtigsten formellen und informellen Interaktionen in Politiknetzwerken sichtbar machen sowie Lücken in Netzwerkstrukturen identifizieren kann, die es zu schließen gilt, um Ressourcen zu bündeln und bestehende Kommunikations- und Entscheidungswege für das zu stärkende Kulturfeld fruchtbar zu machen. Autor der Studie, die soeben veröffentlicht wurde, ist KuPoGe-Mitglied Robert Peper, der dieses Verfahren im Rahmen seiner Dissertation angewandt hat.

 

Informationen zum Kulturentwicklungsprozess, der durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Thüringen finanziert wird, finden Sie hier. Dort kann auch die Netzwerkanalyse heruntergeladen werden.

 

Neue Ansätze und Formate der Kulturarbeit

Vortrag von Norbert Sievers jetzt im Netz

Auf der Jubiläumstagung des Fonds Soziokultur »Kultur besser fördern. 25 Jahre Fonds Soziokultur« hat Fonds-Geschäftsführer Dr. Norbert Sievers den Hauptvortrag zum Thema »Neue Ansätze und Formate der Kulturarbeit« gehalten. Er erläutert darin, wie der Fonds Soziokultur seine Förderschwerpunkte (Innovationsförderung, Impulsförderung, Strukturförderung, Kooperationsförderung) umgesetzt hat und zeigt an Beispielen, welche neuen Formate der Kulturarbeit dabei entstanden sind. Der Schluss seines Vortrags ist einer kulturpolitischen Anmerkung vorbehalten. Er fragt, ob die Soziokultur auf das Präfix »Sozio« verzichten könne und empfiehlt, ihre programmatische Identität nicht aus den Augen zu verlieren. Vielmehr sei eine Repolitisierung der Soziokultur angesagt. So wie die soziokulturellen Akteure in ihrer Praxis darum bemüht seien, »Menschen durch Kultur oder an der Kultur zu stärken, so sollten sie sich immer wieder auch selbst an der demokratischen Idee der Soziokultur neu aufrichten, um selbstbewusst ihre Zukunft in Angriff zu nehmen.«

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Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA

In der Erklärung »Kein Handel mit der Kultur« hat sich der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft vor einigen Monaten kritisch zur geplanten transatlantischen Freihandels-und Investitionspartnerschaft geäußert. Auch in zahlreichen anderen Kulturverbänden und weit darüber hinaus hat sich massiver Widerstand gegen TTIP und das geplante Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) formiert. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) »Stop TTIP«, zu der sich etwa 230 Organisationen zusammengeschlossen hatten, wurde von der EU-Kommission mit der Begründung abgelehnt, dass die Verhandlungsmandate zu TTIP und CETA keine Rechtsakte, sondern interne Vorbereitungsakte seien. Daraufhin hat sich nun eine selbstorganisierte EBI gebildet, mit der eine Million Unterschriften gesammelt werden sollen, damit die Handels- und Investitionsabkommen politisch nicht mehr durchsetzbar sind.

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Mehr Expertise für die Berliner SPD

Einrichtung des Fachausschusses Kulturpolitik

Der Landesvorstand der Berliner SPD hat in der Sitzung am 13. Oktober 2014 u.a. den Fachausschuss Kultur eingerichtet. Nach ca. 15 Jahren ohne einen Fachausschuss Kultur auf Landesebene der SPD, ist dieses Politikfeld nun wieder aktiviert. Der Fachausschuss berät den Landesvorstand und entwickelt für die SPD Berlin klare Positionen und Konzepte. Er ist zudem antragsberechtigt auf dem Landesparteitag.

Dazu Jan Stöß, Landesvorsitzender der Berliner SPD: »Kulturpolitik muss die richtigen Rahmenbedingungen dafür setzen, damit weiterhin hochwertige Kunst und Kultur in Berlin produziert werden kann. Die SPD ist Gesprächspartnerin der Kulturschaffenden, ob Freie Szene oder Institutionen. Die Kultur befindet sich in der Mitte unserer Gesellschaft und ist eine politische Querschnittsaufgabe, Politik für die Kultur - das ist unser Anspruch, den wir mit der Gründung des Fachausschusses verbinden.«

Der Fachausschuss Kulturpolitik wird in der Gründungsphase von Barbara Scheffer, Mitglied des Landesvorstands und Wibke Behrens, Koordinatorin der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und Regionalsprecherin* der Kulturpolitischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg, geleitet.

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* KuPoGe-Regionalgruppe zusammen mit Isa Edelhoff und Stefan Neubacher

 

Jahrbücher für Kulturpolitik

Seit dem Jahr 2001 gibt das Institut für Kulturpolitik die Jahrbücher für Kulturpolitik heraus. Im Frühjahr 2014 ist das letzte zum Thema »Kulturpolitik und Planung« erschienen, das auf großes Interesse gestoßen ist. Gegenwärtig wird an dem Jahrbuch 2014 zum Thema »Neue Kulturförderung« gearbeitet. Die Jahrbücher behandeln jeweils aktuelle Fragestellungen der Kulturpolitik und bieten die Gelegenheit, sich damit ausführlich auseinanderzusetzen. Darüber hinaus enthalten sie umfangreiche bibliografische Nachweise sowie eine Chronik kulturpolitischer Ereignisse. Inzwischen liegt eine Reihe von Jahrbüchern vor, die die wichtigsten kulturpolitischen Themen der letzten 15 Jahre behandeln. Die Kurzbeschreibungen der letzten sechs Jahrbücher finden Sie hier.