Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Programm des 8. Kulturpolitischen Bundeskongresses steht

Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnet

Das Programm des 8. Kulturpolitischen Bundeskongresses »Kultur.Macht.Einheit? Kulturpolitik als Transformationspolitik. Bilanz und Ausblick nach 25 Jahren deutsche Einheit« am 18./19. Juni 2015 in Berlin steht und ist online abrufbar.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, MdB, wird den Kongress mit einer Rede zum Thema »Kulturpolitik im vereinten Deutschland. Die Verantwortung des Bundes« eröffnen. Danach folgen fünf Plenarveranstaltungen und zehn Foren, in denen eine Fülle von Transformationsthemen zur Diskussion stehen werden. Nachdem der erste Kongresstag mit Vorträgen von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Dr. h.c. Wolfgang Thierse und dem Schriftsteller und Kulturforscher Michael Schindhelm dem Blick zurück gewidmet ist, werden der Armuts- und Transformationsforscher Prof. Dr. Heinz Bude und der Kulturredakteur Jens Bisky am zweiten Kongresstag die Impulse für eine in die Zukunft gerichtete Diskussion geben.

Der 8. Kulturpolitische Bundeskongress wird von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag veranstaltet. Er findet alle zwei Jahre statt und hat sich mittlerweile als bedeutendster Diskursort für Kulturpolitik in Deutschland etabliert. Über 70 ExpertInnen wirken an dem Programm mit. Als Medienpartner konnten wieder das Deutschlandradio Kultur und Kulturmanagement.net gewonnen werden.

Das Kongressprogramm und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier: www.kupoge.de/kongress/2015/

 

Ausschreibung des Kulturpreises 2015 der Kulturpolitischen Gesellschaft: KULTUR.MACHT.EINHEIT? Kulturpolitik als Transformationspolitik

Die Kulturpolitische Gesellschaft vergibt 2015 ihren Kulturpreis zum Thema Deutsche Einheit. Wie auch der Kulturpolitische Bundeskongress, der im Juni dieses Jahres stattfinden wird, nimmt der Kulturpreis die Zäsur der deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren zum Anlass, um den Fokus auf den gesellschaftlichen und (kultur-)politischen Transformationsprozess und die Rolle der Kultur zu richten. Mit dem Kulturpreis werden Initiativen aus Kunst, Kultur und Kulturpolitik gesucht, die Modellhaftes im Transformationsprozess bewirkt haben. Der Preis, für den ausschließlich Mitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft Vorschläge einreichen können, ist mit einer Anerkennung von 2.000 Euro verbunden und wird im Herbst 2015 verliehen. Gesucht werden Konzepte, Projekte und Formate sowie konkrete Praxisbeispiele und Arbeitsansätze von Initiativen, Organisationen und Einrichtungen kultureller Arbeit (bestehend jeweils aus mind. 3 Personen) in gemeinnütziger Trägerschaft, die von den Transformationsprozessen maßgeblich geprägt wurden oder selbst Transformationsprozesse initiiert haben.

Weitere Informationen sowie der Rückmeldebogen

 

Von Local Heros, Netzwerken und neuen Formen der Kulturförderung – Transformative Kulturentwicklungskonzeptionen in Thüringen vorgestellt

Am 13. und 16. März 2015 wurden die Ergebnisse der Kulturentwicklungskonzeptionen für zwei Thüringer Modellregionen öffentlich präsentiert. In den Landkreisen Kyffhäuser und Nordhausen sowie den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg wurden in verschiedenen partizipativen und analytischen Verfahren zentrale Fragen der Transformation im Kulturbereich bearbeitet. Das Spektrum reicht von neuen Kulturfördermechanismen, z. B. Einrichtung von Regionalfonds, über moderne Ansätze in der kulturtouristischen Entwicklung, der Bildung von regionalen Ankereinrichtungen, der Schaffung von Kulturkindergärten bis hin zur Stärkung von Netzwerkstrukturen sogenannter »Local Heroes« und der Gründung einer Museumsregion. Mit den beiden Kulturplanungsprozessen ist ein morphologischer Kasten über das Gesamtspektrum gegenwärtiger Fragestellungen an eine zeitgemäße Kulturpolitik und Kulturarbeit entstanden, der bereits weit über die Modellregionen hinaus auf Interesse stößt.

© Sylvia Spehr

Podiumsdiskussion am 16. März 2015 im Panorama Museum mit Matthias Deichstetter, Amtsleiter Kreismusikschule / Kulturpflege / Tourismus im Kyffhäuserkreis, Elke Harjes-Ecker, Abteilungsleiterin Kultur und Kunst, Thüringer Staatskanzlei, Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Kultur- und Europaangelegenheiten, Thüringer Staatskanzlei, Dr. Patrick S. Föhl, Projektleiter des Kulturentwicklungsprozesses und Prof. Dr. Eckart Lange, Präsident des Kulturrat Thüringen (v.l.n.r.).

 

Vor jeweils über hundert Teilnehmern diskutierten auf der Veste Heldburg und im Panorama Museum in Bad Frankenhausen unter anderem Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Kultur- und Europaangelegenheiten die Ergebnisse der Konzeptionen. Gleichfalls gab es unter anderem umfängliche Stellungnahmen aus den Landkreisen und seitens regionaler Kulturschaffender. Insgesamt herrschte große Einigkeit, die gemeinsam formulierten Maßnahmen nun direkt angehen zu wollen. Seitens des Landes gab es das klare Bekenntnis im Sinne einer aktivierenden Kulturpolitik die Umsetzungsphase weiterhin fachlich und finanziell, u. a. durch die Finanzierung regionaler Koordinationsstellen für die Kulturentwicklung bis Ende 2017, zu unterstützen.

Den Abschluss und gleichzeitigen Startschuss für die Umsetzungsphase bildet ein landesweites Kulturforum am 17. April 2015 in der Stadtbrauerei Arnstadt. Hier werden die Ergebnisse aus beiden Modellregionen nochmals präsentiert und mit regionalen sowie überregionalen Kulturakteuren diskutiert. Im Mittelpunkt steht hierbei der Transfer der Ergebnisse auf landesweite kulturpolitische Fragestellungen.

Der Prozess wurde durch Dr. Patrick S. Föhl (Federführung) und Dr. Norbert Sievers (Institutsleiter) für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft geleitet und unter Mitwirkung vieler externer Experten mitgestaltet. Finanziert wurde das Vorhaben von der Thüringer Staatskanzlei. Weitere Informationen finden sich auf den Projektwebsites www.kulturkonzept-kyf-ndh.de und www.kulturkonzept-hbn-son.de.

 

Handbuch Soziokultur erschienen

Auf der Tagung »Update? Soziokultur heute und morgen«, die die Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der LAGS Niedersachsen am 12. März 2015 in Berlin veranstaltete, wurde das neue »Handbuch Soziokultur« der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses umfangreiche Handbuch enthält 54 Beiträge und nähert sich dem Thema aus theoretischer und praxisgeleiteter Perspektive. Die insgesamt 73 AutorInnen setzen sich mit dem Selbstverständnis der Soziokultur auseinander, stellen die Beziehungen zwischen Soziokultur und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen dar, bereiten aktuelles Zahlenmaterial auf, präsentieren zahlreiche Projekte im städtischen und ländlichen Raum, offerieren Handreichungen mit Praxistipps und evaluieren das stiftungseigene Förderprogramm.

Das Institut für Kulturpolitik war von der Stiftung Niedersachsen mit dem Lektorat des Werkes betraut.

Zum Preis von 15 Euro (+7 Euro Versandkosten) kann das Handbuch in Ordnerform bei der Stiftung Niedersachsen unter www.stnds.de bestellt werden

 

Eine neue »Stimme der Kultur« in Brüssel

Die EU-Kommission hat ihren »Strukturierten Dialog« mit der Zivilgesellschaft im Bereich Kultur reorganisiert. Er firmiert jetzt unter: The Voice of Culture – European Structured Dialogue und wird von einem Konsortium unter Führung des Goethe-Instituts Brüssel (gemeinsam mit den Partnern ELIA und Flagey) organisiert. Prof. Dr. Andreas Wiesand (ERICarts-Institut, Bonn) fungiert als team leader – seine vorläufigen Erwartungen an das Projekt in einem Interview (Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 148 I/2015) nachzulesen. Die Instrumente des Dialogprozesses sehen fünf so genannten »brainstorming sessions« vor, bei denen rund 40 Vertreter der Zivilgesellschaft und Fachleute aus den EU-Mitgliedstaaten festgelegte Themen diskutieren. Die Ergebnisse werden in einem policy paper zusammengefasst und in einem dialogue meeting mit der Europäischen Kommission diskutiert. Auf der Webseite des Projekts können Themen, Ergebnisse und Materialien eingesehen werden.

 

Inklusive Kulturelle Bildung und Kulturarbeit

IfK-Materialienband 14 erschienen

Inklusion ist ein altes Thema der Neuen Kulturpolitik. Schon in den 1970er Jahren bemühte man sich, Menschen mit Handicaps als Publikum und Akteure in die gemeinsame Kulturarbeit einzubinden. Im Medium der Kunst spielen Behinderungen zumeist nur eine untergeordnete Rolle. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 erlangte das Thema neue Aktualität und erhielt rechtverbindliche Grundlagen. Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft mit finanzieller Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) die vorliegende Studie erstellt. Sie widmet sich zunächst der Aktualität des politischen Themas und erläutert das Inklusionspostulat der Neuen Kulturpolitik. Anschließend werden exemplarische Förderer, Akteure und Programme der inklusiven Kulturellen Bildung und Kulturarbeit vorgestellt. Ein weiterer Teil behandelt Probleme und Herausforderungen des Themenfeldes und formuliert erste Handlungsempfehlungen. Zu guter Letzt werden exemplarische Projekte inklusiver Kultureller Bildung und Kulturarbeit präsentiert. AutorInnen sind Franz Kröger, Prof. Dr. Irmgard Merkt und Dr. Norbert Sievers.

Institut der Kulturpolitischen Gesellschaft (Hrsg.), Bonn 2014, Materialien Heft 14, 48 Seiten, 10 Euro (Schutzgebühr), ISBN 978-3-923064-05-2

Bestellmöglichkeit oder kostenfreie PDF-Version

 

KuPoGe-Vorstandsmitglied Eva Leipprand Vorsitzende des VS

Eva Leipprand vom VS-Landesverband Bayern ist die neue Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller VS. Seit der Verbands-Gründung im Jahr 1969 ist die Autorin, Kritikerin und Übersetzerin die zweite Frau in dieser Position. Sie wurde beim Schriftstellerkongress (VS in ver.di) am 8. Februar 2015 gewählt. Die neue VS-Vorsitzende blickt auf eine lange kulturpolitische Erfahrung zurück. Sie war von 2002 bis 2008 Bürgermeisterin und Kulturreferentin der Stadt Augsburg und ist heute Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Kultur der Grünen sowie Mitglied im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft.