Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Liebe Mitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft,

liebe Partner und kulturpolitisch Interessierte,

das Jahr 2014 neigt sich seinem Ende entgegen und die willkommene Pause zwischen den Jahren ist oft geprägt von der Vorbereitung auf das kommende, aber auch dem Rückblick auf das endende Jahr gewidmet. Viele Themen, die uns aktuell beschäftigen, werden auch ab Januar wieder auf der Tagesordnung unseres Verbands stehen: Das geplante Freihandelsabkommen TTIP, die Digitalisierung, die europäische Kulturpolitik oder der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf die Kulturlandschaft der Städte wie des ländlichen Raumes. Aber auch das sich gerade in der Verabschiedung befindliche Kulturfördergesetz NRW (s. hierzu KuMi 146) ist hoch relevant, zeigt es doch, dass Planung und Konzeptentwicklung im Kulturbereich keine Fremdwörter mehr sind und ein Kernanliegen der KuPoGe mittlerweile Standard wird.

Als Kulturpolitische Gesellschaft werden wir auch das kommende Jahr nutzen, um die Kulturpolitik aktiv gemeinsam mit Ihnen zu gestalten. Dies geschieht durch Publikationen wie das Jahrbuch für Kulturpolitik 2014, Tagungen wie den Kulturpolitischen Bundeskongress im Juni 2015 in Berlin oder die Projekte in unserem Institut für Kulturpolitik. Außerdem bieten unsere beiden europäischen Kontaktstellen Creative Europe Desk KULTUR und die Kontaktstelle Deutschland Europa für Bürgerinnen und Bürger den direkten Zugang zu europäischen Programmen. Und nicht zuletzt lebt ein Verband wie unserer nur durch seine engagierten Mitglieder und ihre Arbeit in den Regionalgruppen.

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest 2014, ein paar besinnliche Tage und alles Gute für das kommende Jahr!

Ihr Team der Kulturpolitischen Gesellschaft

 

KuPoGe-Erklärung

Die integrative Kraft der Kultur

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung »Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland« im Bonner Haus der Geschichte hat die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, vorgeschlagen, am Welttag der kulturellen Vielfalt, am 21. Mai 2015, »in allen Museen, Theatern und Konzerthäusern die Türen und Tore weit aufzumachen, um ganz besonders diejenigen zu begrüßen, die wissen sollen, dass ihre Geschichte, ihre Hoffnungen, ihre Träume, ihr Blick auf die Welt nun ebenfalls zu dem gehören, was wir unter Kultur in Deutschland verstehen.« Sie sehe darin ein Symbol für eine »Willkommenskultur«, »die diesen Namen im wortwörtlichen Sinne verdient.« Die Kulturpolitische Gesellschaft begrüßt diese Initiative der Staatsministerin ausdrücklich. Präsident Prof. Oliver Scheytt hat dazu eine Erklärung abgegeben.

Erklärung »Die integrative Kraft der Kultur« und Presseerklärung der Staatsministerin Monika Grütters

 

Dr. Helga Trüpel (MdEP) zu Besuch bei der Kulturpolitischen Gesellschaft

Die Europa-Abgeordnete der Grünen und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung (CULT), Dr. Helga Trüpel, hat am 11. Dezember die beiden bei der KuPoGe angesiedelten Nationalen Kontaktstellen für EU-Programme besucht, sich mit der Geschäftsleitung ausgetauscht und sich aus erster Hand bei deren Leiterinnen, Sabine Bornemann und Christine Wingert, über den aktuellen Stand, die Situation der AntragstellerInnen und über Probleme bei der Umsetzung der Programme »Kreatives Europa« und »Europa für Bürgerinnen und Bürger« berichten lassen . Helga Trüpel sah am Ende des Nachmittags die deutliche Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen der EU-Kommission und den Kontaktstellen in Europa sowie zur Vereinfachung der Antragsverfahren. Zudem kritisierte sie, dass die Förderung für europäischen Netzwerke, von denen unter dem Programm Kultur 2007–2013 noch 50 berücksichtigt wurden, mit der Umstellung auf das Jahr 2014 und das neue Programm auf 22 reduziert und damit mehr als halbiert worden sei. Projektfinanzierung sei gut und wichtig, sie dürfe aber institutionelle Förderung nicht komplett verdrängen. Das gelte darüber hinaus nicht nur für die Netzwerke, sondern sei in der Kulturpolitik generell wieder mehr zu beachten. Die Europaabgeordnete forderte schließlich, künftig dem europäischen Mehrwert als Förderkriterium in den Programmen hinsichtlich des Subsidiaritätsprinzips wieder einen höheren Stellenwert zu geben. Themen waren zudem das geringe Budget und seine Folgen beim Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger«, die Hinterfragung des Evaluationsverfahrens sowie die Rückkopplung der Ergebnisse der Projekte mit den Gremien der EU (Anhörungen und »Dialog mit der Zivilgesellschaft«).

v.l.n.r.: Christine Wingert, Frédérique Chabaud, Dr.Helga Trüpel, Stella Tutunzi, Sabine Bornemann und Marc Grandmontagne

 

TTIP

Die KuPoGe verfolgt die Entwicklungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP mit großer Aufmerksamkeit und bringt sich gemeinsam mit vielen Partnern in den politischen Prozess ein. Am 9. Dezember 2014 hat sich der Geschäftsführer der KuPoGe, Marc Grandmontagne, im Rahmen des Abendjournals auf NDR Kultur zum TTIP geäußert.

Das Interview nachhören können Sie hier: (https://www.ndr.de/ndrkultur/TTIP-und-die-Kultur,audio226084.html).

 

Kulturpolitischer Bundeskongress und mehr

Auch im neuen Jahr gibt es wieder eine Reihe von Veranstaltungen und Tagungen mit KuPoGe-Beteiligung: Vom 15. bis 17. Januar findet in Heilbronn die 9. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement statt. Am 5. und 6. Februar steht im Kinderkulturhaus KIKU in Hamburg das Thema: »Als Kind schon auf dem Abstellgleis? Bildungsgerechtigkeit durch kulturelle und sprachliche Bildung« zur Debatte. Beim Kulturpolitischen Kolloquium in Loccum geht es vom 20. bis 22. Februar 2015 um das Thema Popkultur. Bitte merken Sie sich jetzt schon den 8. Kulturpolitischen Bundeskongress vom 18. bis 19. Juni 2015 zum Thema »kultur.macht.einheit?« vor. Mehr zu unseren Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Fairness sieht anders aus!

Kulturpolitische Gesellschaft mahnt erneut (tarif-)gerechte Förderpolitik des Bundes an

In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages ist am Freitag, dem 14. November 2014, auch der Kulturhaushalt des Bundes beschlossen worden. Insgesamt 118 Millionen Euro bekommt Staatsministerin Monika Grütters an zusätzlichen Mitteln für das kommende Jahr und setzt damit die erfolgreiche Arbeit ihres Vorgängers fort. Zehnmal in Folge ist der Kulturhaushalt gestiegen und umfasst nunmehr 1,34 Milliarden Euro. Erstmalig sind auch 16 Millionen Euro für die Kompensation von Tarifsteigerungen vorgesehen – allerdings nur für institutionell geförderte Einrichtungen.

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Kultur besser fördern

Videoclip zur Arbeit des Fonds Soziokultur jetzt online

Im Zusammenhang mit der Tagung »Kultur besser fördern. 25 Jahre Fonds Soziokultur e.V.« im September 2014 ist ein Video-Clip erstellt worden, der die Arbeit des Fonds Soziokultur respektive die Projekte, die er fördert, vorstellt. Der Clip ist jetzt auf der Website des Fonds einzusehen. Erstellt wurde er von Bastian Bothe aus Köln. Eine ausführliche Printdokumentation zur Förderpraxis des Fonds ist beim Fonds Soziokultur gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro zu bestellen. Die Jubiläumstagung und die Dokumentation sind vom Institut für Kulturpolitik im Auftrag des Fonds organisiert respektive erstellt worden.

 

Neue Ansätze und Formate der Kulturarbeit

Vortrag von Norbert Sievers jetzt im Netz

Auf der Jubiläumstagung des Fonds Soziokultur »Kultur besser fördern. 25 Jahre Fonds Soziokultur« hat Fonds-Geschäftsführer Dr. Norbert Sievers den Hauptvortrag zum Thema »Neue Ansätze und Formate der Kulturarbeit« gehalten. Er erläutert darin, wie der Fonds Soziokultur seine Förderschwerpunkte (Innovationsförderung, Impulsförderung, Strukturförderung, Kooperationsförderung) umgesetzt hat und zeigt an Beispielen, welche neuen Formate der Kulturarbeit dabei entstanden sind. Der Schluss seines Vortrags ist einer kulturpolitischen Anmerkung vorbehalten. Er fragt, ob die Soziokultur auf das Präfix »Sozio« verzichten könne und empfiehlt, ihre programmatische Identität nicht aus den Augen zu verlieren. Vielmehr sei eine Repolitisierung der Soziokultur angesagt. So wie die soziokulturellen Akteure in ihrer Praxis darum bemüht seien, »Menschen durch Kultur oder an der Kultur zu stärken, so sollten sie sich immer wieder auch selbst an der demokratischen Idee der Soziokultur neu aufrichten, um selbstbewusst ihre Zukunft in Angriff zu nehmen.«

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