Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

P R E S S E E R K L Ä R U N G

Kulturpolitik mit Hand und Fuß – Ohne Fakten tappen wir im Dunkeln

Kulturpolitische Gesellschaft setzt sich für einen »Forschungsverbund Kulturpolitik« ein

Der 8. Kulturpolitische Bundeskongress »Kultur.Macht.Einheit? Kulturpolitik als Transformationspolitik« am 18./19. Juni in Berlin hat gezeigt, wie wichtig Forschungsergebnisse für eine fundierte Kulturpolitik sind. Doch auf diesem Feld gibt es zunehmend Defizite. Statistische Materialien, systematische Analysen des demographischen und sozialen Wandels, Studien zu den Bedürfnissen von Besuchern und Nichtnutzern von Kulturangeboten sind erforderlich, um die kulturelle Infrastruktur in Deutschland adäquat und zeitgemäß auszugestalten. ...

Text der Presseerklärung

 

8. Kulturpolitischer Bundeskongress: »Kultur.Macht.Einheit?
Kulturpolitik als Transformationspolitik«

 

Prof. Dr. Oliver Scheytt (Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.) und Prof. Monika Grütters, MdB (Staatsministerin für Kultur und Medien)

Vom 18. bis 19. juni 2015 fand in Berlin unter großer öffentlicher Beachtung der 8. Kulturpolitische Bundeskongress statt. Der Kongress wagte einen Blick zurück auf 25 Jahre deutsche Einheit, um daraus kulturpolitische Perspektiven für die Zukunft zu formulieren. Siehe dazu auch das Interview mit Jürgen König im Deutschlandradio. Der Kulturredakteur der »Süddeutschen Zeitung«, Jens Bisky, lieferte ebenfalls im Deutschlandradio einen Aufriss der Themenfelder, die die Kulturpolitik hierzulande in den nächsten Jahren beschäftigen dürften. Gegenwärtig werden die zentralen Beiträge redaktionell bearbeitet, um daraus den nächsten Schwerpunkt für die »Kulturpolitischen Mitteilungen«, der Zeitschrift für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft, zu erstellen.

  

  

Gute Nachrichten

BKM will Tariferhöhungen ausgleichen

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien kann im Haushaltsjahr 2016 voraussichtlich Mehrausgaben der Kultureinrichtungen im Personalbereich aufgrund von Tariferhöhungen auffangen. Das geht aus einem Schreiben von Staatsministerin Prof. Monika Grütters, MdB, vom 19. März 2015 hervor. Dies würde sowohl die vom BKM institutionell geförderten Einrichtungen betreffen wie die dauerhaft projektbezogen geförderten Institutionen und Vorhaben. Dafür hatte sich insbesondere die Kulturpolitische Gesellschaft eingesetzt und in ihrer Erklärung »Fairness sieht anders aus!« vom 21. November 2014 auf die Gefahr der Spaltung der Kulturszene hingewiesen, die den Konsens im Kulturbereich zunehmend belaste, falls nur institutionell geförderte Einrichtungen vom Tarifausgleich profitieren würden.

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Voraussetzung dieser guten Absicht ist allerdings, dass der Regierungsentwurf für den Haushalt 2016 im Juli dieses Jahres vom Parlament gebilligt wird. Die Signale sind dafür zur Zeit positiv. So hatten sich namentlich der Berichterstatter für den Bereich Kultur und Medien, Johannes Kahrs, MdB, sowie der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Dörmann, MdB, bei einer öffentlichen Debatte im Bundestag am 26. November für den Tarifausgleich bei Zuwendungsempfängern eingesetzt. Auch beim Koalitionspartner gab es Verständnis für diese Initiative. Immerhin 13,9 Millionen Euro kostet den Bund dieser Ausgleich; 329.000 Euro gehen davon allein auf das »Konto« der dauerhaft projektbezogen geförderten Einrichtungen. »Dieser guten Nachricht ist zu wünschen, dass sie Signalwirkung auch auf die Länder und Kommunen hat. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um prekären Lagen vorzubeugen und Beschäftigung im Kulturbereich auch finanziell wieder etwas auskömmlicher zu gestalten«, erklärte dazu der Hauptgeschäftsführer der KuPoGe, Dr. Norbert Sievers.

 

»Neue Kulturförderung«

Jahrbuch für Kulturpolitik 2014 erschienen

Neue KulturförderungWer die Entwicklung und Veränderung der Kulturpolitik an der Struktur der kommunalen und Landeskulturhaushalte ablesen will, wird ernüchtert feststellen, dass es hier kaum Bewegung gibt. Die Zeiten des finanziellen Aufwuchses sind vorbei, und die Struktur der Mittelverteilung scheint wie in Stein gemeißelt zu sein. Jenseits der kontinuierlichen Institutionenförderung im Kulturbereich hat sich jedoch längst ein Modus der programm- und projektbezogenen Kulturförderung etabliert, der nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ immer mehr an Bedeutung gewinnt und mittlerweile so etwas wie eine zweite Struktur der Kulturpolitik repräsentiert, die mit neuen Herausforderungen und Optionen verbunden ist. Das aktuelle Jahrbuch des Instituts für Kulturpolitik geht dieser These nach und versucht, das »Neue« dieser Situation an vielen Beispielen konkret zu fassen und zu beschreiben. So erklärt die Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic die strukturbezogene Kulturförderung des Landes Niedersachsen, Thomas Röbke skizziert die Verbindungen von Kultur- und Engagementpolitik, Dieter Gorny stellt die Kulturwirtschaft als Feld der Kulturförderung vor und Hortensia Völckers erläutert die Förderlogik der Kulturstiftung des Bundes, die paradigmatisch für die neue programmbezogene Förderpolitik steht.

  

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit

 

Olaf Schwencke: Europa.Kultur.Politik.

Die Kulturelle Dimension im Unionsprozess

Europa.Kultur.Politik »Wenige haben die europäische Kulturpolitik so lange und ausdauernd gestaltet und so aufmerksam verfolgt wie Olaf Schwencke. Die Auswahl von Artikeln aus mehr als zwanzig Jahren zeigt deutlich sein Kern-Thema: Er verfolgt das Ideal eines Europa als Kultur- und Werte-Gemeinschaft. Um sie zu erreichen, muss ein gemeinsamer Kultur- und Rechtsraum geschaffen werden. Und in diesem Kultur- und Rechtsraum sollen Demokratie und Zivilgesellschaft die bestimmenden Koordinaten sein, die wiederum von den Unionsbürgerrechten für jeden Einzelnen und jede Einzelne abhängen.

 

»Wenige haben die europäische Kulturpolitik so lange und ausdauernd gestaltet und so aufmerksam verfolgt wie Olaf Schwencke. Die Auswahl von Artikeln aus mehr als zwanzig Jahren zeigt deutlich sein Kern-Thema: Er verfolgt das Ideal eines Europa als Kultur- und Werte-Gemeinschaft. Um sie zu erreichen, muss ein gemeinsamer Kultur- und Rechtsraum geschaffen werden. Und in diesem Kultur- und Rechtsraum sollen Demokratie und Zivilgesellschaft die bestimmenden Koordinaten sein, die wiederum von den Unionsbürgerrechten für jeden Einzelnen und jede Einzelne abhängen.

 

Die Turbulenzen der letzten Jahre, wie sie in der Finanz- und Wirtschaftskrise, in rechtsnationalen und antidemokratischen Entwicklungen in Erscheinung treten, treiben Olaf Schwencke um. In dem mit der Artikelsammlung vorgelegten biographischen Teil spürt er Persönlichkeiten, Ereignissen, Lernprozessen und Erkenntnissen nach, an denen er sich selbst zu dem leidenschaftlichen Demokraten und Europäer bildete, als der er sich seit Jahrzehnten engagiert.«

Martin Schulz (Präsident des Europäischen Parlaments)

 

Bestellmöglichkeit

 

Save the Date: Mitgliederversammlung der KuPoGe 2015 findet am 20. und 21. November in Dortmund statt

Die Mitgliederversammlung der Kulturpolitischen Gesellschaft wird in diesem Jahr auf Beschluss des Vorstands am 20. und 21. November in Dortmund stattfinden. Dazu sind alle Mitglieder herzlich eingeladen. Wichtigster Punkt ist die Wahl des neuen Vorstands. Daneben wird Zeit für Berichte und eine allgemeine Aussprache über aktuelle und zukünftige Entwicklungen sein. Das Programm und weitere Einzelheiten werden rechtzeitig kommuniziert. Bitte reservieren Sie sich den Termin in ihren Kalendern!

 

Last call: Ausschreibung des Kulturpreises 2015 der Kulturpolitischen Gesellschaft

KULTUR.MACHT.EINHEIT? Kulturpolitik als Transformationspolitik

Die Kulturpolitische Gesellschaft vergibt 2015 ihren Kulturpreis zum Thema Deutsche Einheit. Es werden Initiativen aus Kunst, Kultur und Kulturpolitik gesucht, die Modellhaftes im gesellschaftlichen und (kultur-)politischen Transformationsprozess bewirkt haben. Der Preis, für den ausschließlich Mitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft Vorschläge einreichen können, ist mit einer Anerkennung von 2.000 Euro verbunden und wird im Herbst 2015 verliehen. Gesucht werden Konzepte, Projekte und Formate sowie konkrete Praxisbeispiele und Arbeitsansätze von Initiativen, Organisationen und Einrichtungen kultureller Arbeit (bestehend jeweils aus mind. 3 Personen) in gemeinnütziger Trägerschaft, die von den Transformationsprozessen maßgeblich geprägt wurden oder selbst Transformationsprozesse initiiert haben.

Weitere Informationen sowie Rückmeldebogen