Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

KuPoGe-Geschäftsführer mit neuer Aufgabe

Marc Grandmontagne wird Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins

Am 27. April ist Marc Grandmontagne vom Verwaltungsrat des Deutschen Bühnenvereins zum neuen Geschäftsführenden Vorstand gewählt worden. Er folgt ab Januar 2017 auf Rolf Bolwin, der dieses Amt seit 1992 innehat. Marc Grandmontagne ist seit Juli 2013 Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft und leitet seitdem gemeinsam mit dem langjährigen (Haupt-)Geschäftsführer Dr. Norbert Sievers die Geschäftsstelle der Kulturpolitischen Gesellschaft mit ihren verschiedenen Arbeitsfeldern. Zu diesem Wechsel erklärt KuPoGe-Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt: »Ich freue mich für Marc Grandmontagne über diesen großen Schritt in seiner beruflichen Laufbahn und wünsche ihm Glück und Erfolg für die neue Aufgabe. In den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit hat er wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung der KuPoGe geliefert. Diese Personalie ist indes ein gutes Beispiel dafür, dass Persönlichkeiten, die in der und für die KuPoGe arbeiten, ihre beruflichen Entwicklungschancen vergrößern können. Dies gilt nicht nur für unsere hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für alle die, die sich ehrenamtlich engagieren. Erst in der letzten Vorstandsperiode sind zwei Mitglieder aus dem Vorstand ausgeschieden, weil sie Ministerinnen geworden sind.«

  

 

40 Jahre sind (nicht) genug – Kulturpolitik weiterdenken!

Einladung zum 40. Geburtstag von Kulturpolitischer Gesellschaft und MOTTE
Hamburg-Altona am 1. und 2. Juli 2016 in Hamburg

40 Jahre ist es her, dass sich unter den Schlagworten »Neue Kulturpolitik« und »Kultur für alle« eine neue Bewegung formierte, die nichts weniger als eine Neuausrichtung der Kulturpolitik im Sinn hatte: Statt um Eliten, Hochkultur und Exklusivität ging es darum, die Kultur zu öffnen, sie mit dem Alltag der Menschen zu verbinden (Soziokultur) und sie vor allem für alle Menschen zugänglich zu machen. Kulturpolitik erlebte in der Folge, vorangetrieben durch kommunale Vordenker wie Hilmar Hoffmann, Hermann Glaser oder Alfons Spielhoff, eine enorme Aufwertung hin zu einem der zentralen Querschnittsthemen der Kommunalpolitik und leistete wichtige Impulse auch in andere Bereiche hinein, wie etwa die (kulturelle) Bildung.

Doch wo stehen wir 2016? Hat die Neue Kulturpolitik die mit ihr einhergehenden Erwartungen erfüllt? Warum sind nach wie vor große Teile der Gesellschaft von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen? Welche Rolle kann Kulturpolitik gerade jetzt spielen, wo die Gesellschaft (auch) zuwanderungsbedingt vor einschneidenden Veränderungen steht? An welchen gesellschaftlichen Phänomenen tun sich kulturelle Fragen bzw. Konflikte auf und wird Politisierung sichtbar? Und last but not least: Wie können wir neue Zielgruppen für Kulturpolitik begeistern?

Jede Zeit muss ihre eigenen Antworten entwickeln. So möchten wir Sie einladen, am 1. und 2. Juli gemeinsam mit uns über die Zukunft der Kulturpolitik nachzudenken – und natürlich zu feiern.

Im Folgenden erhalten Sie einen ersten Überblick über das Programm, eine detailliertere Beschreibung wird in Kürze folgen. Wir würden uns über Ihr Kommen sehr freuen!

Eine Möglichkeit zur Online-Anmeldung wird in den nächsten Tagen folgen.

Programm

  

Fakten und Empfehlungen zum »Kreativen Prekariat«

»art but fair«-Studie erschienen

Anfang Mai ist die Studie »Faire Arbeitsbedingungen in den Darstellenden Künsten und der Musik?!« in der Reihe Study der Hans-Böckler-Stiftung erschienen, die auf Anregung der Künstlerinitiative »art but fair« entstanden ist. Sie fasst u.a. die Ergebnisse einer Online-Befragung zu den Arbeitsbedingungen der KünstlerInnen zusammen, an der sich 2.635 Adressaten beteiligt haben. Die Ergebnisse sind zum Teil alarmierend. So arbeiten 70 Prozent der Befragten teilweise unbezahlt, 80 Prozent empfinden ihre Arbeitssituation als unsicher; fast ebenso viele halten ihre Gagen für unangemessen. Auch nach Möglichkeiten der Situationsverbesserung wurde gefragt. So kann ein Gütesiegel nach Meinung der Befragten hilfreich sein, das Veranstaltern die Einhaltung von Mindeststandards bescheinigt.

Die Studie wurde vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft wissenschaftlich betreut. Der Leiter des IfK, Dr. Norbert Sievers, sagte dazu: »Die Studie war überfällig. Einmal mehr wird deutlich, dass Kulturpolitik es auch mit sozialen Fragen zu tun hat und für bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung der Kulturschaffenden sorgen muss, um deren Produktivität nicht zu gefährden. Neben dem Kulturangebot und der Kulturnachfrage gehört die Kulturproduktion der KünstlerInnen als dritte Aufgabe ins Zentrum der Kulturpolitik. Wir wollen uns als Kulturpolitische Gesellschaft dafür einsetzen.«

Autor der Studie ist der Künstler und ehemalige Politikberater am Global Public Policy Institute Maximilian Norz aus Berlin; derzeit Masterstudium an der Harvard Kennedy School.

www.boeckler.de/65115_65139.htm

  

           

Einladung zum »Netzwerktreffen mit der Ministerin«

Die Kulturpolitische Gesellschaft, Landesgruppe NRW, veranstaltet in regelmäßigen Abständen Netzwerktreffen an verschiedenen Orten in NRW

Heute möchten wir Sie zum nächsten KuPoGe-Landestreffen NRW am Freitag, den 17. Juni um 18:30 Uhr in Bielefeld einladen. Als besonderen Gesprächsgast konnten wir dieses Mal die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, Christina Kampmann, gewinnen.

Das Treffen findet in der Stadtbibliothek, Neumarkt 1, 33602 Bielefeld statt und wird als moderiertes Gespräch mit der Ministerin angelegt sein. Die Moderation übernimmt Peter Grabowski, kulturpolitischer Reporter und freier Mitarbeiter des WDR. Um möglichst viele Ihrer Fragen berücksichtigen zu können, möchten wir Ihnen die Gelegenheit bieten, mit Ihrer Anmeldung uns auch Ihre möglichen Fragen an die Ministerin bereits vorab mitzuteilen. Ansonsten gibt es am Abend selbst natürlich jederzeit die Gelegenheit, diese einzubringen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch und bitten wegen begrenzter Platzkapazität um verbindliche Anmeldung bis 15. Juni unter nrw@kupoge-regional.de. Weitere Gäste aus Ihrem Bekannten- und Freundeskreis sind ebenso herzlich willkommen!

Ihre KuPoGe-Landesgruppe NRW

Friederike Menz, Magdalena Paluska, Agnes Rottland, Annegret Schwienig-Scherl, Joch Molck, Hagen Lippe-Weißenfeld

  

 

Die Kulturimmobilie

Oliver Scheytt stellt neue KuPoGe-Publikation vor

Nicht erst seit den Querelen um die Elbphilharmonie in Hamburg ist deutlich geworden, welche Bedeutung Kulturbauten für eine Stadt haben und welche Schwierigkeiten sie bereiten können. Museen, Opern, Theater, Konzerthäuser, Kulturzentren, Bibliotheken und Volkshochschulen prägen die urbane Silhouette und sind Motoren der Stadtentwicklung sowie des Kulturtourismus. Gleichzeitig repräsentieren sie ein Investitionsvolumen in Milliardenhöhe. Vor diesem Hintergrund ist das Management von Kulturbauten von der Planung über die Realisierung bis hin zur Renovierung und Umnutzung ein zentrales Aufgabenfeld der Kulturpolitik. Die Publikation lässt ausgewiesene ExpertInnen zu Wort kommen, die ganzheitliche Lösungen für Kulturimmobilien in den Spannungsfeldern von Stadtentwicklung und Kulturbetrieb, Investition und Folgekosten, öffentlicher Hand und Privatwirtschaft präsentieren.

Am 10. Juni stellt KuPoGe-Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt das Buch im Museum Folkwang in Essen vor. Interessenten melden sich bitte bei der Geschäftsstelle der Kulturpolitischen Gesellschaft. (Anmeldeformular)

Oliver Scheytt / Simone Raskob / Gabriele Willems (Hrsg.): Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben. Beispiele und Erfolgskonzepte, Edition Umbruch, Texte zur Kulturpolitik, Bd. 32, Bielefeld: Transcript Verlag 2016, 400 S. 29,99 Euro

www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2981-1/die-kulturimmobilie

  

 

9. Kulturpolitischer Bundeskongress 2017 – Save the Date

Der nächste Kulturpolitische Bundeskongress der KuPoGe findet vom 15. bis 16. Juni 2017 in Berlin und erstmals in dieser Konstellation gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Städtetag sowie dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) statt. Er wird sich kulturpolitischen Grundfragen widmen, die in Zeiten verschwimmender Grenzen zwischen Innen und Außen für die gesamte Kulturpolitik von Bedeutung sind.

Vor diesem Hintergrund weisen wir gerne auf das Kultursymposium Weimar des Goethe-Instituts hin:

Teilen und Tauschen sind Grundlagen menschlicher Kulturpraktiken. Sie spielen in armen Ländern eine ebenso große Rolle wie in Wohlstandsgesellschaften. Wann aber teile ich überhaupt – und mit wem? Welche gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ergeben sich aus den verschiedenen Erscheinungsformen des Teilens und Tauschens? Was bedeutet Vertrauen in Zeiten von Couchsurfing oder Carsharing?

Vom 1. bis 3. Juni bringt das Goethe-Institut mit der neuen Veranstaltungsreihe »Kultursymposium Weimar« hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Kultur und Politik nach Deutschland, die sich mit dem Thema »Teilen und Tauschen« als zeitlos-universelle Grundlagen menschlicher Kulturpraxis auseinandersetzen. Mit Jeremy Rifkin, Tomáš Sedlácek, Eva Illouz und vielen anderen.

Anmeldung und weitere Infos unter www.goethe.de/kultursymposium

  

»Kann Spuren von Kunst enthalten« – Dokumentation des Projektes erschienen

Welche Konzepte entwickeln KünstlerInnen auf Fragen zum Umgang mit entleerten Räumen, zum Umgang der BewohnerInnen mit sich verändernden Stadträumen, zum Zusammenleben in Städten und auf dem Land, zur Schaffung von Teilhabemöglichkeiten?

Diese Konzepte aufzuspüren und mit interessierten Akteuren aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Verwaltung und Soziokultur zu diskutieren, war das Ziel des Projektes »Kann Spuren von Kunst enthalten«. Initiiert wurde es von der ForschungsAG – bestehend aus 3 Landesverbänden der Soziokultur aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen sowie dem Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. –, gefördert vom BMBF als ein Projekt des »Wissenschaftsjahrs 2015 – Zukunftsstadt«.

Die Publikation »Kann Spuren von Kunst enthalten«, die von Ulrike Blumenreich vom IfK erstellt wurde, dokumentiert dieses Projekt. So wird darin ein Eindruck in die Vielfalt der auf den Call for Concepts eingereichten 131 künstlerischen Forschungskonzepte gegeben. Im Mittelpunkt stehen die nominierten künstlerischen Forschungskonzepte und ihre IdeengestalterInnen, die ihre Projekte auf dem gleichnamigen Symposium am 25. und 26. November 2015 im Pavillon in Hannover präsentierten. Eingerahmt werden sie von zwei wissenschaftlichen Vorträgen zum Erkenntnisgewinn durch künstlerische Forschung und zu den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels für die Kulturpolitik. Einen besonderen Platz erhalten die fünf von einer Jury und den SymposiumsteilnehmerInnen ausgewählten künstlerischen Forschungskonzepte, die – vorbehaltlich der Finanzierung des folgenden Forschungsprojektes »Weiterdenken. Soziokultur2030« – in den Folgejahren realisiertr werden sollen. Stimmen der TeilnehmerInnen und Auszüge aus Presse und Medien runden die Publikation ab. Sie steht zum Download bereit unter www.kannspurenvonkunstenthalten.de.